Thüringer Rechnungshof : Zu viele Lehrer im Verwaltungsdienst statt in der Schule
Mehr als 400 Thüringer Lehrer sitzen in Schulämtern oder in Ministerien statt zu unterrichten. Im neuen Bericht des Landesrechnungshofs, der am Mittwoch offiziell vorgelegt wird, heißt es, diese sogenannte Abordnung sei aufwendig und teuer. Außerdem seien viele Aufgaben reine Verwaltungsarbeit und erforderten keine pädagogische Vorbildung.
Für den Bericht hat die Rudolstädter Behörde die Abordnung von Lehrern in den Schuljahren 2007/08 bis 2009/10 geprüft. In dieser Zeit stieg die Zahl um 44 Prozent von 294 auf 424. Das Bildungsministerium habe den Einsatz der Lehrer außerhalb von Schulen beispielsweise mit Personalmangel begründet, der so überbrückt werden solle, hieß es. Das zweifeln die Experten im Rechnungshof nach Informationen von MDR THÜRINGEN allerdings an.
40 Prozent dieser Lehrer seien länger als drei Jahre von den Schulen weg. 20 Lehrer hätten bereits seit über zehn Jahren nichts mehr mit Schülern zu tun. Der Rechnungshof bemängelt, dass die Abordnungen zu lang seien. Eine Rückkehr in den Schulalltag sei deshalb schwierig und oft nur noch mit hohem finanziellen Aufwand möglich. Die Lehrer müssten durch extra Fortbildungen wieder für den aktuellen Lehrstoff und neue Lehrpläne fit gemacht werden.
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