Übernahme : Rotstern geht an die Caritas
Gut drei Monate nach der Insolvenz hat der thüringische Schokoladenhersteller Rotstern einen Investor gefunden. Die Caritas Burgenlandkreis aus Sachsen-Anhalt übernimmt den Geschäftsbetrieb. Insolvenzverwalter Bodo Rombach sagte, die Verwaltung von Rotstern ziehe künftig ins thüringische Saalfeld, wo bereits die Manufaktur und der Werksverkauf angesiedelt sind. Sieben Stellen würden dabei abgebaut.
Der Schokoladenhersteller hatte im Juni wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Der VEB Rotstern Saalfeld war 1955 gegründet worden. Von 1966 bis 1989 hieß die Firma VEB Thüringer Schokoladenwerke. Unter dieser Marke wurden zu DDR-Zeiten 95 Prozent der im Land hergestellten Schokolade produziert. Zu den bekanntesten Produkten gehörte die "Schlager Süßtafel". 2002 kaufte Hans-Uwe Alsen Rotstern der Stollwerck AG ab. Alsen sei im Zuge des Insolvenzverfahrens aus dem Unternehmen ausgestiegen, teilte Rombach mit.
Zukunft der Confiserie in Erfurt bleibt offen
Durch die Übernahme durch die Caritas Burgenlandkreis sei der Betrieb von Rotstern erst einmal gesichert, sagte Rombach weiter. Der Investor plane langfristig sogar einen Ausbau der Produktion. Zunächst würden elf Mitarbeiter am künftig einzigen Standort Saalfeld arbeiten. Zu Beginn der Insolvenz waren etwa 30 Beschäftigte bei Rotstern angestellt. "Unser Ziel war es von Anfang an, die Marke Rotstern am Markt zu erhalten und den Produktionsstandort in Saalfeld zu sichern", sagte Rombach. Der Insolvenzverwalter zeigte sich zufrieden, dass ein Investor aus der Nähe Rotstern übernommen habe. Zwischen beiden Unternehmen gebe es bereits seit vier Jahren eine Zusammenarbeit. In einer Osterfelder Behindertenwerkstatt der Caritas Burgenlandkreis würden Pralinen und andere Produkte verpackt sowie europaweit versandt. "Die kennen sich mit dem Betrieb aus", sagte Rombach auch mit Blick auf den Handel, der einen Großteil des Umsatzes ausmacht.
Unklar ist jedoch noch, wie es mit der Confiserie in Erfurt weitergeht. Diese wird zunächst von Rombach weitergeführt. "Ich bin sicher, dass ich auch diesen Teilbetrieb in den nächsten Wochen übertragen kann", sagte er.
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