Gefängnis Suhl-Goldlauter JVA-Mitarbeiterin hatte Verhältnis mit "Saat des Bösen"-Boss

In der JVA Suhl-Goldlauter hat ein Mitglied der Straßenbande "Saat des Bösen" ein Verhältnis mit einer Anstaltsmitarbeiterin gehabt. Der Mann ist nach Informationen von MDR THÜRINGEN einer der Köpfe der Bande, die jahrelang schwere Straftaten in Thüringen verübt hat. Bei einer Zellendurchsuchung wurde bei dem Häftling ein Handy entdeckt. Derzeit wird geprüft, ob die Frau es für ihn in die JVA geschmuggelt hat. Der Fall wurde intern bekannt, weil sich die Frau gegenüber dem Anstaltsleiter offenbart hat. Zudem will ein Bediensteter in der Haftanstalt die beiden beobachtet haben.

Justizvollzugsanstalt in Goldlauter (Thüringen).
Die Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter. Bildrechte: dpa

Vom Dienst suspendiert

Das Thüringer Justizministerium erklärte zu dem Vorfall, es seien Ermittlungen eingeleitet worden. Zu weiteren Details werde man sich nicht äußern. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN ist die Anstaltsmitarbeiterin vom Dienst freigestellt worden. Der Häftling war im vergangenen Jahr in einem Großverfahren gegen Mitglieder der "Saat des Bösen" zu knapp fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, weil am Bundesgerichtshof eine Revision gegen alle Urteilssprüche in dem Verfahren läuft.

Übergriff in Tonna: Führungsmitglied der "Saat des Bösen" beteiligt

Im Zusammenhang mit der "Saat des Bösen" steht auch die Prügelattacke gegen Justizbeamte am Silvesterabend in der Haftanstalt Tonna im Kreis Gotha. Das Justizministerium bestätigte MDR THÜRINGEN, dass an dem Übergriff auf die zwei Beamten ein anderer Boss der Bande beteiligt gewesen ist. Er und weitere Häftlinge sollen bei der Tat betrunken gewesen sein. Derzeit wird ermittelt, wie der Alkohol in die JVA gelangen konnte. Die beiden Beamten mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Wegen der Prügelattacke sind nach Angaben des Geraer Oberstaatsanwalts Thomas Riebel gegen zwei Strafgefangene Haftbefehle erlassen worden. Die beiden wurden damit zu Untersuchungshäftlingen zurückgestuft, die im Gefängnis weniger Rechte und Freiheiten haben als Häftlinge, die eine Freiheitsstrafe verbüßen. Das beziehe sich vor allem auf Telefonate, Arbeit, Hofgang oder Besuche im Gefängnis, sagte Riebel.

Razzien in mehreren Gefängnissen

Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN besteht bei Polizei und Justiz seit längerem der Verdacht, dass inhaftierte Mitglieder der "Saat des Bösen" und der Rockergang "Bandidos" in und aus Thüringer Haftanstalten heraus kriminelle Geschäfte organisieren. So hat es im Juli und im Dezember mehrere Razzien in Tonna, Suhl und der Haftsanstalt Arnstadt/Ichterhausen gegeben. Das Thüringer Landeskriminalamt ermittelt gegen mehrere Häftlinge und Bedienstete in Tonna. Sie stehen im Verdacht, dort den Handel mit Drogen, Alkohol und Handys organisiert zu haben.

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2016, 21:33 Uhr

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14 Kommentare

01.02.2016 21:10 Tonnaer 14

Kann dem MDR mal einer eine Landkreis-Karte schenken? Oder weiß schon jemand mehr von der Gebietsreform, dass Tonna im UH Kreis liegt? [Anmerkung der MDR.DE_Redaktion: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.]

01.02.2016 20:38 Daniel 13

Die haben ja nur zum Teil eine Ahnung was da los ist und wie es da abläuft in Gera und Tonna...

01.02.2016 13:56 Ich halt wa. 12

Erstmal zu den Leuten die sagen "eine Jva ist wie ein hotel". Das sind die Leute die 0 plan haben aber ihr Maul aufreißen müssen. Die die solche Aussagen treffen waren noch nie in Hohenleuben Gera usw....! Also erstmal informieren bevor man das Maul aufreißt. Zum Alkohol im Knast, muss ich meinen vorschreiber recht geben. Der wird in rauen Mengen aus den einfachsten Mittel hergestellt. ;).

31.01.2016 21:38 Steffen 11

Zum Thema Alkohol im Knast: das Lustige ist ja, dass der Alkohol nicht rein geschmuggelt werden muss. Der wird direkt vor Ort hergestellt. Jeder, der schon mal hinter Gittern war, weiß das. Und ich für meinen Teil weiß es von jemandem, der dort selbst als Häftling an der Herstellung beteiligt war.

30.01.2016 21:10 Paul 10

Jetzt der 2. Versuch (Kommentar von heute vormittag wurde nicht veröffentlicht ! ! ! ): Schön, das die wahren Geschehnisse zu Silvester in der JVA Tonna doch noch ans Licht kommen. Das zuständige Ministerium hatte ja Anfang Januar noch davon berichtet, das die beiden Bediensteten einen Streit zwischen 2 Gefangenen schlichten wollten und dabei sich die Verletzungen zugezogen hätten. Nun die Wahrheit über Prügelattacke der Gefangenen auf die Bediensteten. Woher kommt nur dieser Sinneswandel? Der (grüne) Minister hat doch mit der möglichst komfortabeln Versorgung der Flüchtlinge genug zu tun. Nicht umsonst heisst es ja" Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz", um die Wertigkeiten zu verdeutlichen.

30.01.2016 19:06 Sascha 9

Schade das niemand an die verletzten Bediensteten denkt. Passiert halt und da die Justiz stets das fünfte Rad am Wagen ist, interessiert es auch keinen! Was will man schon von Hass,Gewalt,Übergriffen auf Bedienstete innerhalb der Mauern wissen!? " Geht mich ja nix an!" Aber es sind ebenso Menschen,welche im Vollzug jeden Tag für viele Straftäter ein offenes Ohr haben und sich mit sehr vielen schlimmen Schicksalen auseinandersetzen und trotz Anfeindungen und Übergriffen stets nach Vorschrift handeln sollen und müssen!! Viele Nationen, viele Konflikte und kaum Personal!! Die " Bullen" im Knast und niemand bekommt von deren Problemen etwas mit, weil: " IST JA WEIT WEG" ! Interessiert NIEMAND !! Schade!!

30.01.2016 16:31 Michael 8

Ihr regt euch alle auf aber der Staat ist doch selber schuld wenn mann sie wie der Staat mit gefangen um geht . Bei manchen Tätern die brauchen das aber manch anderer will einfach in Ruhe seine zeit absitzen. Also wenn ihr keine Ahnung habt davon da sollte mann lieber Bitte ruhig sein .

30.01.2016 16:04 Schnellschnitt 7

Diese Knasteinrichtungen entsprechen ja schon Hotels. Da braucht man sich nicht zu wundern dass da solche kriminellen Transfergeschäfte erfolgen.

30.01.2016 14:40 Frage 6

Hm. Und was sagt uns das Ganze jetzt?

30.01.2016 14:10 martin 5

Der Staat zeigt seine Verfassung . Wenn gestern Silvester war ,ist die Meldung "Prügelattacke gegen JVA Beamte" ein Beleg für eine objektive Berichterstattung,ansonsten ....bitte keine Fragen !