Eine Filmrolle
Filme Ihrer Wahl: Beim Kunstfest werden in diesem Jahr Filmwünsche erfüllt. Bildrechte: Colourbox

Das Erbe des Kommunismus Kunstfest Weimar: Das erwartet die Besucher in diesem Jahr

Die Finanzierung des Kunstfests in Weimar stand in den vergangenen Jahren immer wieder infrage. Aktuell gibt es Planungssicherheit bis 2018/2019. Doch nun können sich erstmal alle Kunstfest-Freunde auf eine neue Saison freuen. Was das Publikum erwartet, erfahren Sie hier.

Eine Filmrolle
Filme Ihrer Wahl: Beim Kunstfest werden in diesem Jahr Filmwünsche erfüllt. Bildrechte: Colourbox

Wann ist in diesem Jahr das Kunstfest?

Vom 18. August bis 3. September bietet das Kunstfest 29 Produktionen in über 100 Veranstaltungen, außerdem täglich kostenlose Konzerte im Festivalgarten am Theaterplatz.

Unter welchem Themenschwerpunkt steht das Kunstfest 2017?

Das Kunstfest widmet sich 2017 der russischen Oktoberrevolution von 1917 und ihren Folgen bis heute. Festivalleiter Christian Holtzhauer sagte beim Vorstellen des Programms, Kunstprojekte aus allen Genres der Kunst näherten sich dem Thema auf vielfältige, verspielte und auf internationale Weise. Dazu zählen Ausstellungen, Lesungen, Theater, Tanzgastspiele und ein großes Orchesterkonzert mit Musik von Sergej Prokofjew und seinem Enkel Gabriel.

Welche Erst- und Uraufführungen sind zu sehen?

Christian Holtzhauer
Der künstlerische Leiter Christian Holtzhauer. Bildrechte: Thomas Müller

Erneut gibt es ein afghanisch-deutsch-französisches Theaterprojekt - diesmal wird "Malala - Die afghanische Jungfrau von Orléans" als Uraufführung am DNT in Weimar gezeigt. Außerdem gibt es zahlreiche Theater- und Tanzprojekte mit Kindern und Jugendlichen aus der Region: Der Verein "WE-Dance" führt mit "GrenzbeWEGnung" einen Mix aus Tanz, Rap und Percussion auf. Jugendliche verschiedener Herkunft zwischen zwölf und 18 Jahren stellen sich dabei tänzerisch die Frage nach dem Umgang mit Grenzen. Bei der deutschen Erstaufführung von "Horses" erwartet das Publikum die Auseinandersetzung mit dem jeweils konträren Kind- bzw. Erwachsen-sein-wollen von Erwachsenen bzw. Kindern. Die Darbietung wird live mit der Gitarre und dem Saxophon begleitet. Um Goethe und dem von ihm letztlich fallengelassenen Freund Lenz geht es bei der uraufgeführten szenischen Installation "Camera Obscura :: Lenz". Außerdem begeben Ongoing-Projekt und das Stellwerk Weimar mit dem uraufgeführten Theaterprojekt "Die Revolution und ihre Enkel" auf die Spuren des Sozialismus. Doch mit diesen Beispielen ist das Kunstfest-Programm noch lange nicht erschöpft.

Was sind weitere Höhepunkte?

Wie schon im vergangenen Jahr wird es auch in diesem Jahr wieder eine Lesereihe geben. Bei "Völker, hört die Signale!" werden an fünf Terminen Texte von Bertolt Brecht, Christa Wolf, Heiner Müller oder Maxie Wander gelesen. Die Texte stammen alle aus den vergangen 100 Jahren und befassen sich alle mit dem Thema "100 Jahre Kommunismus - ein Experiment".

Außerdem werden in der Filmreihe "Film Ihrer Wahl" gewünschte Streifen gezeigt. Dabei gibt es dann den meistgenannten und den ungewöhnlichsten Film zu sehen. Zudem wird der am häufigsten genannte Kinderfilm gezeigt.

Was kostet das Kunstfest?

Dafür stehen insgesamt rund 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. Knapp die Hälfte sind eigene oder Drittmittel von Stiftungen und Sponsoren. 37 Prozent gibt das Land, 14 Prozent bzw. 250.000 Euro die Stadt Weimar.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 25.04.2017 | ab 19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2017, 08:15 Uhr

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2 Kommentare

26.04.2017 09:23 Ich 2

freue mich auf das Kunstfest und hoffe nur, dass es objektiv organisiert und dargestellt wird. Nicht, dass es so abläuft, wie leider heute in dieser Gesellschaft üblich, dass Leuten, die auch die Zeit erlebt haben, von 20 jährigen gesagt wird wie sie gelebt haben(hätten). Frei nach dem Motto - die Geschichte deuten immer die "Gewinner". Aber warten wir es ab, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

25.04.2017 21:30 Normalo 1

Liebes Weimar frage bloß deine Bürger welche Projekte du umsetzt. Ansonsten ergeht es dir wie der bedauernswerten Stadt Dresden, die sich mit keifendem Pegida- und AfD Pöbel wegen Kunst rumschlagen muss. Langsam wird einem Himmelangst bei den Zukunftsperspektiven für den zivilisierten Menschen.

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