Thüringen

Erfurt und Rudolstadt : Proteste gegen Sparprogramm bei Siemens

An den beiden Siemens-Standorten in Thüringen haben Beschäftigte am Donnerstag gegen ein geplantes Sparprogramm protestiert. Die Aktionen in Erfurt und Rudolstadt seien Teil eines bundesweiten Aktionstags, sagte ein Sprecher der IG Metall. Nach Angaben der Gewerkschaft will der Konzern bundesweit rund sechs Milliarden Euro einsparen. Vor dem Werk in Erfurt hätten nahezu alle Mitarbeiter der Nacht- und der Frühschicht ein Gegenkonzept der Arbeitnehmer-Vertreter unter dem Titel "Siemens 2020" unterschrieben. In Rudolstadt sei es zu kleineren Rangeleien gekommen, weil der Arbeitgeber die Protestierenden vom Platz verweisen wollte.

In Thüringen sind bei Siemens rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Etwa 700 von ihnen arbeiten im Generatoren-Werk in Erfurt, das Strom-Generatoren für Abnehmer in der Industrie sowie beispielsweise für Biogas-Anlagen produziert. Der Betriebsratsvorsitzende Mario In der Au sagte MDR INFO, die Belegschaft sei sehr verstört, da man bislang die Gesamtstrategie des Programms "Siemens 2014" nicht kenne. "Wenn der Vorstand sagt, Sparmaßnahmen, denkt man gleich an Mitarbeiterabbau", sagte er. Dabei seien die Beschäftigten eine wichtige Ressource in der Siemens AG.

Auch im Rudolstädter Siemens-Werk ist die Belegschaft nach Angaben von Betriebsrat Axel Patze verunsichert. Man habe bereits in den vergangenen Jahren verkürzte Arbeitszeiten und Kurzarbeit gehabt, sagte er. In dem Werk sind derzeit 240 Mitarbeiter beschäftigt. Es gehört zur Medizintechnik-Sparte.

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2013, 21:39 Uhr

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