Sojabohnen
Thüringen ist noch nicht ihre Lieblingsregion. Bildrechte: Colourbox.de

Hoffnung auf robusten "Exoten" Land wirbt für mehr Soja-Anbau

Thüringen ist beim Anbau von Sojabohnen ein Entwicklungsland. Schade, sagt die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL). Denn sie wirbt seit einigen Jahren für den "Exoten", da Sojabohnen reich an Nährstoffen sind und Temperaturen aushalten, bei denen heimische Gewächse schlapp machen.

Sojabohnen
Thüringen ist noch nicht ihre Lieblingsregion. Bildrechte: Colourbox.de

Sabine Wölfel, Sojaexpertin bei der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) zieht Bilanz: Wölfel sagte MDR THÜRINGEN, die Anbaufläche für die Soja habe sich seit 2013 nicht erhöht. Sie liege weiterhin bei nur 350 Hektar, auf denen 15 landwirtschaftliche Betriebe die Hülsenfrucht  anbauen. Zum Vergleich: Die heimische Erbse wurde laut Landesamt für Statistik im vergangenen Jahr in Thüringen auf über 13.000 Hektar ausgesät, selbst Sonnenblumen inzwischen auf rund 700 Hektar. Insgesamt bewirtschaften Thüringens Agrarbetriebe 609.000 Hektar.

Ein Grund für die Zurückhaltung der Landwirte bei Soja ist die (noch) unsichere Ertragslage. Die wärmeliebende Sojabohne wachse in südlichen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg deutlich besser, sagt Wölfel. Dass sich die Landwirte bisher wenig für Anbaumethoden interessieren, führt sie auch auf fehlende Züchtungen aus Deutschland zurück. Verfügbare Sorten kämen bisher aus Österreich, der Schweiz, Kanada, Frankreich oder der Ukraine. Der Import sei kostspielig.

Land will mehr

Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft will - auch mit Blick auf den Klimawandel - den Sojaanbau in Thüringen vorantreiben. Dazu prüft die TLL beispielsweise, wie sich die Soja-Sorten unter den hiesigen Wetter-Bedingungen verhalten, wann sie erntereif werden, welche Erträge sie erzielen können und - wie viel Eiweiß die Körner enthalten.

Landwirte, die Sojabohnen anbauen, sind im bundesweiten "Soja-Netzwerk" organisiert und werden  vom Bund im Rahmen des Projekts "Eiweiß-Pflanzenstrategie" unterstützt. Ziel des Netzwerkes ist es, den Anbau und die Verwertung von Sojabohnen auszuweiten, um unabhängiger von teuren Importen zu sein. Die neuesten Erkenntnisse aus der Sojaforschung stellt die TLL am Dienstag bei einer Feldbegehung auf ihrem Lehr-, Prüf- und Versuchsgut in Buttelstedt im Weimarer Land vor.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12.09.2017 | 05:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 20:45 Uhr

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3 Kommentare

13.09.2017 14:43 Stefanie 3

Wir haben einheimische Züchter, die Sojasaatgut anbieten. Das hat mit verteufelter Gentechnik nichts zu tun. Ich finde es gut, dass Landwirte sich informieren und ihren Anbau optimieren. Das ist auch Umweltschutz!

12.09.2017 18:09 martin 2

Mit dem Klimawandel den Soja-Anbau in Thüringen begründen? Am ersten April hätte ich über einen so schlechten Scherz noch nicht mal müde gelächelt.

Ich finde es richtig, wenn unsere Landwirte nicht jeden Sch*** mitmachen. Das genmanipulierte Kraut brauchen wir hier nicht!

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