Thüringen

Solarwirtschaft : Solarprodukte sollen eigene Marke bekommen

Das Thüringer Wirtschaftsministerium will die Solarbranche im Land stärker unterstützen. "Wir brauchen Ideen, die die Solarbranche fördern", sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig am Montag bei der Vorstellung eines gemeinsamen Strategiepapiers von Ministerium und Solarbranche. Gerade in den neuen Ländern sei mit Milliardenaufwand eine Zukunftsindustrie aufgebaut worden, sagte er. Ziel müsse es nun sein, dass Forschung, Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland blieben.

In Thüringen ist eine erste Solar-Großanlage auf Lärmschutzwällen an der Autobahn in Betrieb genommen worden. Die Anlage wurde von einem privaten Betreiber für mehr als fünf Millionen Euro an der A 4 bei Kraftsdorf errichtet. Sie ist zunächst auf drei Megawatt ausgelegt, soll später aber auf bis zu sechs Megawatt erweitert werden.
Photovoltaik-Anlage an der Autobahn 9 in Ostthüringen

Wie in anderen Bundesländern auch leidet die Solarbranche in Thüringen unter einem starken Preisdruck auf dem Weltmarkt, der nach Angaben aus der Industrie vor allem durch Produzenten aus China mit ihren preisgünstigeren Produkten erzeugt wird. So sagte der Vorstandsvorsitzende des Thüringer Kompetenznetzwerks SolarInput, Hubert Aulich, am Montag: "Die Photovoltaikmärkte wachsen weltweit und der Anteil des deutschen Marktes am Gesamtmarkt wird kleiner." Deshalb sei es wichtig für die Thüringer Photovoltaikbranche, sich weiter international Märkte zu erschließen, ihre Kräfte zu bündeln und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Förderung und günstige Kredite

In dem Strategiepapier wird darauf hingewiesen, dass die Thüringer Solarbranche im Jahr 2010 rund 5.000 Menschen beschäftigt habe und alle Glieder der Wertschöpfungskette beinhalte. Jedoch seien vor allem produzierende Unternehmen von dem massiven Preisverfall der vergangenen zwei Jahre betroffen und seien dadurch in ihrer Existenz bedroht.

Um die Unternehmen zu unterstützen, werden in dem Papier verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen. So soll sich die Förderung von Installationskosten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) künftig nicht nur an Preisen der Produkte orientieren, sondern auch an Aspekten wie Lebenszyklen und Recycling der eingesetzten Materialien. Außerdem soll die KfW temporäre Kredite für Unternehmen bereitstellen, da der Zugang zu Fremdkapital, so heißt es, derzeit nahezu unmöglich sei. Auch sollten lokale Programme zum Ausbau der Erneuerbaren Energien ausgebaut werden. Desweiteren wird vorgeschlagen, für die Thüringer Solarprodukte eine einheitliche Marke zu gründen. Diese solle Qualitäts-, Produktions- und Umweltstandards stärker herausstellen.

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2012, 20:36 Uhr

1. Observer:
Als der Kuchen schon längst verteilt war, da entdeckt man im Thüringer Wirtschaftsministerium die Solarbranche als die Zunkuftsbranche. Dabei war beim Start doch schon längst abzusehen, daß man Überkapazitäten geschaffen hat, die zu Preisdruck und Suventionsverschwendung führen werden. Jetzt kommt man mit der Idee eine gemeinsame Marke zu schaffen. Ein solcher Vorschlag zeigt doch allenfalls die Hilflosigkeit und Inkompetenz der Akteure im Wirschaftsministerium. Diese Maßnahme erinnert doch stark and die neue Imagekampagne, die Thüringen durch das Austauschen von neuen Landesgrenzenschildern und Werbespots nach vorne bringen soll. Welch ein Armutszeugnis! Aber was will man von Beamten und Politikern, die mit Hosenträger und Gürtel festgeschnallt im Vollkaskostuhl sitzen auch anderes erwarten!? Das jährliche Schwarzbuch der Steuerverschwenung ist doch ein eindeutiger Beweis. Diese Klientel kann es nicht und ist für nichts, aber auch gar nichts zu gebrauchen!!!!
24.09.2012
23:46 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK