Ein Elektroauto an einer Ladesäule.
Im kommenden Jahr wird das Tanken an öffentlichen E-Ladesäulen kostenpflichtig. Bildrechte: dpa

Energiewirtschaft Streit um Abrechnung bei E-Ladesäulen

Ab Januar soll Strom aus der E-Ladesäule kostenpflichtig werden. Für jeden Tankvorgang wird dann eine Pauschale zwischen 3 und 3,50 Euro fällig. Eine Abrechnung auf Basis der getankten Menge haben die Eichämter verboten.

von Matthias Thüsing

Ein Elektroauto an einer Ladesäule.
Im kommenden Jahr wird das Tanken an öffentlichen E-Ladesäulen kostenpflichtig. Bildrechte: dpa

Ab Januar wird das Tanken an öffentlichen E-Ladesäulen kostenpflichtig. Über die Abrechnung sind sich Eichämter und Energiewirtschaft jedoch noch uneins. "In jeder Ladesäule befinden sich drei geeichte Zähler", sagt Martin Schreiber, Pressesprecher der Thüringer Energie AG (TEAG). Rund 120 E-Ladesäulen hat Thüringens größter Energiekonzern auf die Straße gebracht. Was jedoch immer noch fehle, sei eine einfache gesetzliche Regelung, auf welche Weise der in den Säulen gemessene Stromverbrauch zur Abrechnungsstelle gelangt und wie lange die Daten dort gespeichert werden sollen. Die TEAG hofft auf eine Lösung dieses bundesweiten Problems im ersten Halbjahr 2018.

Im Augenblick sieht es allerdings nicht danach aus. Denn schon über die Ursache der Panne gehen die Meinungen zwischen Eichämtern und Stromwirtschaft deutlich auseinander. "Es liegt kein Fehler vor, den die Eichämter zu verantworten hätten", so die Ansage aus dem Thüringer Sozialministerium, der übergeordneten Behörde des freistaatlichen Mess- und Eichwesens. "Die Hersteller der E-Tankstellen haben es versäumt, die benötigte Technik samt Zusatzeinrichtungen zu entwickeln." Technisch seien die Ladesäulen in Ordnung. Doch was fehle, sei eine manipulationssichere und für den Kunden nachvollziehbare Datenübertragung zur Abrechnungsstelle in den Stromkonzernen. So lange hier keine Lösung gefunden wurde, sei es nicht möglich, Rechnungen zu stellen, die im Falle eines Rechtsstreits mit den Kunden auch Bestand hätten. Der Schwarze Peter liegt für das Sozialministerium eindeutig bei der Industrie. "Es hat für die Hersteller keine Marktanreize gegeben."

Stromtankstellen sind Zuschussgeschäft

Noch sind die Stromtankstellen ohnehin ein Zuschussgeschäft - nicht nur weil der Strom bis Jahresende noch an die Kunden verschenkt wird. Was fehlt, ist im Grunde genommen der Markt für ein flächendeckendes Netz an E-Ladesäulen. Inklusive der Hybridfahrzeuge sind nach Angaben der TEAG gerade einmal 1.200 E-Autos in Thüringen unterwegs. Viele Halter laden ihre Fahrzeuge daheim oder auf Arbeit. Da bleibt der Andrang an den öffentlichen Stromtankstellen überschaubar. Und die sind nicht billig. Anschaffung und Installation einer Ladesäule kosten den Energieanbieter etwa 50.000 Euro.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20. November 2017 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2017, 05:00 Uhr

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7 Kommentare

22.11.2017 09:19 Heiner 7

Ich kann Alt-Chemnitzer nur recht geben! Wer so einen Quatsch verbreitet, sollte lieber die Finger von lassen!
-Es gibt einige eichrechtskonform zertifizierte Abrechnungsprozesse von u.a. be.ENERGISED!
- Für 50k € bekommt die TEAG heute 5 AC-LS!!!
- Die nicht vorhandenen Bestimmungen der Eichrechtskonformität sind nicht den Herstellern, sondern der noch immer hinkenden Gesetzgebung anzulasten!
- Das Übertragungsprotokoll setzt auf den Daten aus der LS auf!
@ Herr Graf v.H.: Abrechnung per Datenübertragung ist ja wohl das einfachste Zahlmittel oder möchten Sie auf Ihre sicher mannigfaltig vorhandenen EC- und/ oder Kreditkarten verzichten???
Liebe Leute, Halbwissen macht viel kaputt. Lieber erst richtig informieren und dann mitreden!

22.11.2017 06:48 Berta 6

Warum sollte Berta Benz heute um 10€ Benzin tanken, wenn sie auch um 2-3€ Strom tanken kann?

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