Thüringen

380-Kilovolt-Starkstromleitung : Stromtrassen-Gegner reichen Klage ein

Gegner der umstrittenen 380-Kilovolt-Starkstromleitung durch den Thüringer Wald klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss. Nach eigenen Angaben wurde die Klage am Montag beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht. Die Stadt Großbreitenbach und drei Privatleute wenden sich damit gegen das Baurecht für die Leitung.

Die Großbreitenbacher Bürgermeisterin Petra Enders und der Rechtsanwalt Hans Neumeier hatten angekündigt, dass etwa ein halbes Dutzend Grundstückseigentümer Klage einreichen werde. Das Landesverwaltungsamt hatte vor vier Wochen Planfeststellungsbeschluss gefasst und damit Baurecht erteilt.

Kritiker vermissen Entscheidungsgrundlage

Enders und Neumeier gehen davon aus, dass es noch nicht mal eine Entscheidungsgrundlage für den Bau der Trasse gibt. So fehle bisher eine Lastenflussanalyse, die belegt, dass die 380-Kilovolt-Trasse den durch Windenergie produzierten Strom überhaupt aufnimmt. Der Netzbetreiber, die 50 Hertz Transmission GmbH, widersprach und meinte, die Analyse liege seit Mai 2011 vor.

Das Landesverwaltungsamt hatte den Bau der Trasse vom Umspannwerk Erfurt-Vieselbach zum Umspannwerk Altenfeld (Ilm-Kreis) vor wenigen Wochen genehmigt. Gegen die oberirdische Leitung protestieren seit Jahren Bürgerinitiativen und betroffene Kommunen. Der Abschnitt ist Teil einer Trasse, die von Sachsen-Anhalt nach Bayern führen soll.

Geplante Starkstromtrasse durch Thüringen

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2012, 19:00 Uhr

5. Jens-Peter:
Kaum zu glauben: von den betroffenen Kommunen klagt nur Großbreitenbach. Und dabei wird die Stadt am wenigsten von dem Vorhaben tangiert . Ist ja noch nicht mal in der Übersichtskarte dargestellt. Nach meiner Recherche stehen gerade mal 2 Strommasten am Rand der Großbreitenbacher Gemarkung. Meine Meinung ist, dass die Bürgermeisterin Frau Enders nur aus politischem Kalkül den Streit vor Gericht sucht. Sie will sich als Kandidatin im Vorfeld der Landratswahl ins Gespräch bringen. Wer kommt eigentlich für die Kosten des Verfahrens auf? Teile des Kommentars wurden wegen Unterstellungen entfernt. Online-Redaktion.
06.03.2012
20:22 Uhr
4. Peer Schulze:
Schon wieder wird gewettert, man könne nicht gegen alles sein. Warum hat der Gesetzgeber die Genehmigungsverfahren eingeführt, wenn diese ihrer Funktion nicht gerecht werden? Satt objektiver Prüfung aller Gesichtspunkte werden Projekte politisch durchgepeitscht, in diesem Fall ohne die ernsthafte Prüfung von Alternativen. Also eine Vergewaltigung unserer viel gepriesenen Demokratie. Bezahlen werden alle im Durchleitungsgebiet für überteuerte Lösungen, also voraussichtlich auch Heinicke. Im Falle der Realisierung der Stromleitung ein kleiner Trost...
06.03.2012
08:27 Uhr
3. Steuerzahler:
zur Stromtrasse als Alternative, kann man die nicht um Kosten zu sparen über den kürzesten Weg nach Bayern ausbauen und eine erneute Waldschneise durch den Thüringer Wald, mit einen erneuten Eingriff in die Natur vermeiden. Von Bad Lauchstädt- Jena- Pössnek -Saalfeld- Lehsten nach Kronach, dort liegen Orte mit einen weit höheren Energiebedarf und nicht einfach quer über Umwegen,wo Dörfer liegen mit weit unter 1000 Einwohnern bei diesen der Stromverbrauch und Einwohnerzahl ständig sinken. Bei uns im Ort hat sich die Einwohnerzahl seit der Einheit bereits unter die Hälfte halbiert und 2011 sind im Ort,22 Bürger verstorben und gerade einmal 7 Kinder geboren. Haben unsere Politiker zur Sache vielleicht die Realität in Thüringen total verloren ? Steht bei diesen nur das Abkassieren zur Tagesordnung?
05.03.2012
11:36 Uhr
2. Klaus-Dieter:
Hallo alle Zusammen, im Bezug zur Stromtrasse durch Thüringen, kann ich jetzt die ständigen Abwanderungen- und den Einwohnerrückgang in der Thüringer Region verstehen. Hier im Thüringer Land besonders in Südthüringen (Gebirge) herrscht wahrlich ein Raubbau in der Natur und die Bürger werden immer mehr zum Armutszeugnis abgestempelt, durch die Verursacher der Thüringer Landesämter. Ich glaube deren ihre Löhne und Altersabfindungen schießen dabei ständig in die Höhe. Es kommen schon lange keine großartigen Urlaubsgäste mehr in die Region. Ich frage mich, wem soll der Strom nützen auf Grund der sinkenden Einwohnerzahl? Ich wünsche den Stromtrassen - Gegenern viel Erfolg aber die arrogante Macht wird wie immer Siegen.
05.03.2012
09:27 Uhr
1. Heinicke:
Wenn in diesem Lande eine Energiewende stattfinden soll, dann müssen wir auch mit solchen Leitungen leben. Stellt den Klagenden doch mal ein Atomkraftwerk bei Erfurt oder Suhl in Aussicht, mal sehen, was dann passiert. Da wird gegen Straßen(lärm), Stromtrassen, Eisenbahn(lärm) - eigentlich alles geklagt, was die Infrastruktur ausmacht. Aber nutzen wollen es die Kläger bestimmt auch, bloß nicht in deren Höhr- und Sehweite. Den Klägern sei empfohlen: "Ab auf die Bäume, zurück in die Steinzeit!" Da schreit nur der Säbelzahntieger und nachts ist es kälter als draußen.
05.03.2012
09:15 Uhr

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