Sonneberg 3.000 Menschen demonstrieren gegen Gebietsreform

Rund 3.000 Menschen haben am Montagabend in Sonneberg für den Erhalt des Landkreises und der Kreisstadt demonstriert. Bürgermeister Heiko Voigt (parteilos) sprach von einem überwältigenden Votum und einem unüberhörbaren Signal. Er warnte vor dem Verlust des Kreisstadt-Status, weil sonst die Wirtschaft und die Infrastruktur geschwächt würden. Ab sofort solle es jeden Montag eine solche Demonstration geben. Voigt sagte wörtlich: "Wir machen so lange weiter, bis aus Erfurt Signale kommen, dass mit diesem Blödsinn aufgehört wird."

Zahlreichen Menschen demonstrieren auf einem Marktplatz
Der Rathausplatz in Sonneberg war voll. Bildrechte: MDR/Bert Weber

Zum Demo-Auftakt lieferten 20 Feuerwehrfahrzeuge aus dem gesamten Kreis ein ohrenbetäubendes Sirenengeheul. Mehrere Demonstrationsteilnehmer sagten MDR THÜRINGEN, sie wollten weiterhin für den Erhalt der Kreisstadt kämpfen. Landrätin Christine Zitzmann (parteilos) forderte die Regierung auf, erst eine Aufgaben- und Finanzreform auf den Weg zu bringen, ehe Gebietsgrenzen verschoben werden. Sie rief der Menge zu, sie werde nicht zulassen, dass der Landkreis Sonneberg im 150. Jahr seines Bestehens aufgelöst wird und erhielt tosenden Beifall.

Die Thüringer Landesregierung plant im Zuge ihrer Kreisgebietsreform einen Südkreis mit den jetzigen Kreisen Sonneberg, Hildburghausen und der Stadt Suhl. Neue Kreisstadt soll die Stadt Hildburghausen werden.

Zahlreichen Menschen demonstrieren auf einem Marktplatz
Die Stadt Sonneberg verliert nach Willen der Landesregierung ihren Status als Kreisstadt. Bildrechte: MDR/Bert Weber

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08.052017 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Mai 2017, 20:52 Uhr

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13 Kommentare

10.05.2017 13:13 Graf von Henneberg 13

Regierungen sind Dienstleister an des Volkes Willen. Des Volkes Wille kann nur durch Befragung bzw. Volksabstimmung erkannt werden. Es muß eine Volksabstimmung herzu, aus deren Ergebnis das Weitere entschieden werden kann. Aber, das Vermögen unserer Regierungen in Bund und Land, des Volkes Willen zu erkennen, ist beschränkt. Was gilt schon der Volkswille? Hat das Volk überhaupt etwas zu wollen. Weiter so mit der Regierungsherrlichkeit.

10.05.2017 11:56 Jürgen 12

3000 plus / minus Menschen in Sonneberg bei der Demo gegen diese Gebietsreform mögen manche als zu wenig befinden. Ich kann bis dato keine Demo mit 3000 Menschen weit und breit für eine Zustimmung dieser Gebietsreform finden !!!!!!! Das sagt doch vieles aus. Auch die Demos bei der Wende fingen so an, bis sich die Leute ihrer Macht bewusst waren und es dann zum Sturz der kommunistischen Diktatur kam. Weiter so, bis diese aktuelle Regierung in Thüringen Geschichte ist.

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