Medizin Klinik Schmalkalden macht Geburtsstation dicht

Schwangere können ab 1. Juli nicht mehr im Elisabeth-Klinikum Schmalkalden entbinden. Wie die Geschäftsleitung mitteilte, wird die Geburtshilfe-Station geschlossen, weil nicht genügend Hebammen verfügbar sind. Die bisher für das Krankenhaus tätigen vier freiberuflichen Hebammen seien nicht mehr bereit, auf Honorarbasis zu entbinden. Als Festangestellte hätten die vier Geburtshelferinnen zwar weitergemacht, dafür wären aber mindestens vier weitere Hebammen nötig, um die Arbeitszeitregeln einzuhalten und Krankheits- und Urlaubszeiten abdecken zu können. Diese vier zusätzlichen Hebammen seien trotz einer aufwändigen Suche nicht zu finden gewesen.

Das Elisabeth-Klinikum Schmalkalden
Demnächst ohne Geburtshilfe: Das Elisabeth-Klinikum Schmalkalden Bildrechte: Elisabeth Klinikum Schmalkalden GmbH

Eine Sprecherin der Krankenhaus-Muttergesellschaft Kreisswerke sagte am Freitag, die vier bisher tätigen Hebammen würden auf eigene Rechnung weiter Geburtsvorbereitung und Geburtsnachsorge anbieten, allerdings keine Geburtshilfe. Damit würden sie die enormen Kosten jener Haftpflichtversicherungen nicht mehr tragen müssen, die auch Entbindungen abdecken. Im Schmalkalder Klinikum kamen im vergangenen Jahr 270 Kinder zur Welt. Die nächstgelegenen Geburtskliniken sind in Meiningen, Bad Salzungen und Suhl.

Zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2016, 11:41 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

22.05.2016 09:50 Politik mit Scheuklappen 9

Das gab es im fast 1150 Jahre alten Schmalkalden noch nie, dass keine "Schmalkalder" mehr geboren werden.
Die Groko-Gesundheitspolitik macht nicht nur die Gesundheit der Menschen zur Ware, sondern jetzt
auch bereits ihre Geburt.
Das wirtschaftlich bedingte Absterben des Berufsstandes der Hebamme wird einerseits stimuliert, indem den Versicherungskonzernen freie Hand gelassen wird, andererseits fordert der Gesetzgeber, dass bei jeder Geburt eine Hebamme beteiligt sein muss. Das ist, mit Verlaub, politischer Bockmist.
Es gibt grundsätzliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, die den Konzernen, Finanzhaien und Zockern niemals zum Fraß hätten vorgeworfen werden dürfen.
Die Ulla Schmidt zB. "war so frei".

21.05.2016 21:59 ich 8

Warum finden noch Entbindungen in Meiningen, Suhl und Bad Salzungen statt?
Kann es sein, dass es nicht an den Hebammen liegt sondern an der Geschäftsführung des Elisabeth Klinikums.

21.05.2016 10:38 Wen wundert's? 7

Heißes Thema "Leiharbeiter"...
Ansonsten schließe ich mich Kerstin an. Dem Kind ist es schließlich egal, ob es in einer schönen Entbindungsstation oder im heimischen Wohnzimmer zur Welt kommt.

20.05.2016 23:36 Thurix 6

Hat die Geschäftsleitung des Elisabeth Klinikum wirklich interessiert nach weiteren Hebammen gesucht ??? Ein Krankenhaus der Regelversorgung ohne Entbindungsstation ??? Ist das nicht ein ökonomisches Eigentor mit finanziellen Nachwehen ???? Bauen wir dafür jetzt die Geriatrie auf ???? Es ist nicht zu verstehen, welche Kurbeln da verkehrt herum gedreht werden

20.05.2016 23:36 An Ma 5

Irene W. hast du den Artikel nicht gelesen oder einfach nur nicht verstanden: es gibt keine Hebammen mehr. Die freiberuflichen Hebammen, die auch für die Klinik gearbeitet haben, machen keine Geburtshilfe mehr, weil die Versicherung zu teuer ist. Deshalb wird man auch bei einer Hausgeburt große Probleme haben, eine Hebamme zu finden!
Ein Kind ist sicherlich keine Krankheit, aber eine Geburt ist schon ein schwerer Vorgang, der nie planbar ist!

20.05.2016 21:01 Sun Shine 4

Irene W. ich weis ja nicht in welcher Sekte du lebst! In meiner SS verlief alles normal! Beim Geburtsvorgang setzten immer wieder die Herztöne meines Kindes aus! Nach 6stunden Notkaiserschnitt! Mein Kind hat sich mit der Nabelschnur selbst stranguliert! Hätten die nicht so schnell eingegriffen wäre mein Kind jetzt wahrscheinlich behindert oder tot! Also erzähl nicht so ein Müll! Kann ja jeder für sich entscheiden! Medizinisch ist es sicherer im Krankenhaus!

20.05.2016 20:19 Kerstin 3

Ich finde eine Entbindung sollte im Krankenhaus stattfinden. Hier sind die besten Möglichkeiten für Mutter und Kind und schnelle medizinische Hilfe ist vor Ort. Jeder kann ja ambulant entbinden und dann heim gehen. Aber die Tage im Krankenhaus sind für Mutter und Kind gut.

20.05.2016 18:05 Sebastian 2

@ Irene es wird keine Frau gezwungen ins KH zu gehen. Das hat was mit Sicherheit zu tun. Es kann auch während des Geburtsvorgang zu Komplikationen kommen und wo ist man da besser aufgehoben als in einen Kreissaal ?

20.05.2016 13:39 Irene W. 1

Diese Logik dahinter, warum also gesunde Frauen im Normalfall zu einer Entbindung eines Kindes in ein KRANKEN-haus sollen, verstehe ich sowieso nicht. Kinder als Krankheit... Willkomen in Deutschland.