Energiegewinnung Hildburghausen holt mehr aus Klärschlamm heraus

In der Kläranlage Hildburghausen wird erstmals in Thüringen ein innovatives Verfahrung zur Energiegewinnung aus Klärschlamm angewandt. Nach Angaben des Betreibers Wasser- und Abwasserverband Hildburghausen ist die Anlage im Bau und Betrieb kostengünstiger und wesentlich kleiner als vergleichbare Anlagen. In ganz Deutschland gebe es bisher nur etwa zehn solcher Anlagen.

Sogenannte Hochlastfaulung in der Kläranlage Hildburghausen.
Die neue Anlage zur Klärschlammbehandlung in Hildburghausens Kläranlage mit Eindicker (kleines Silo), Faulreaktor (dahinter) und Gasspeicher. Bildrechte: MDR/Mirjam Winzer

Klärschlamm setzt Faulgase wie Methan frei, die sich zur Energiegewinnung nutzen lassen. In Hildburghausen dauert dieser Prozess nur zwölf Tage statt wie im Standardverfahren 100 Tage. Der Reaktor dafür ist deswegen viermal kleiner ist als ein herkömmlicher Fauturm. Weil der Schlamm zudem weniger umgewälzt werden muss, ist weniger Strom beim Betrieb nötig.

Die Anlage mit Reaktor, Gasspeicher, Gasturbine und weiteren Komponenten kostete nach Verbandsangaben 2,6 Millionen Euro. Ein Großteil der Summe kam als zinsgünstiger Kredit von der Förderbank KfW. Pro Monat sollen 40.000 Kilowattstunden Strom produziert werden, was 60 Prozent des Strombedarfs der gesamten Kläranlage entspricht. Die Anlage in Hildburghausen läuft jedoch noch nicht unter Volllast.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15. September 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017, 20:36 Uhr

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1 Kommentar

15.09.2017 14:56 Uwe 1

Wie rechnet sich das? 40.000 kWh monatlich kosten selbst bei optimistischer Schätzung höchstens 10.000 €, also ergeben sich maximal 120.000 € Einsparungen beim Stromverbrauch jährlich. Gegenüber 2,6 Mio. € Kosten ist das eher bescheiden.

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