Übernahme Insolvente Reha-Klinik in Masserberg wird gerettet

von Isabelle Fleck

Die Reha-Klinik in Masserberg ist gerettet. Ein Grundsatzbeschluss legt fest, dass der Klinikverbund Regiomed die insolvente Reha-Klinik übernehmen wird.

Von Grünflächen umgebener Weg zur Klinik in Masserberg.
Die Reha-Klinik in Masserberg ist gerettet. Bildrechte: Gemeinde Masserberg

Der Klinikverbund Regiomed wird die Reha-Klinik in Masserberg übernehmen. Das hat der Aufsichtsrat am Mittwoch nach vielen Monaten Verhandlungen per Grundsatzbeschluss entschieden. Wie Hildburghausens Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Müller (CDU) mitteilte, sind die Verträge fast fertig. Am Tisch dafür saßen der Freistaat Thüringen, die Gemeinde Masserberg, der Klinikverbund sowie der Insolvenzverwalter der insolventen Rennsteig-Kur- und Touristik GmbH (RKT). Ihr gehört die Reha-Klinik - und sie ist selbst wiederum eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde Masserberg. Das hatte die Verhandlungen nicht einfacher gemacht. 

Masserbergs Bürgermeister Dennis Wagner (Freie Wähler), der seit anderthalb Jahren mitverhandelt, zeigte sich erleichtert über die Grundsatzentscheidung. Wagner sagte MDR THÜRINGEN, die komplizierten Verhandlungen seien erfolgreich gewesen. Er sei dankbar, dass sich alle Beteiligten so engagiert hätten - besonders das Thüringer Wirtschaftsministerium. Damit sei die Gemeinde eine große Sorge los. Jetzt seien nur noch kleinere Knackpunkte zu klären. Wagner geht davon aus, dass Regiomed die Klinik frühestens zum 1. Januar 2018 übernimmt.

Ohne Klinik kein Badehaus, ohne Badehaus keine Touristen, ohne Touristen kein Tourismus - und dann eine tote Region

Dennis Wagner

Ohne Betreiber hätte die Klinik leer gestanden und wäre irgendwann abgerissen worden, ist sich Wagner sicher. Das hätte sich womöglich über Jahrzehnte hingezogen - nicht gut für den Traditionskurort, so der Bürgermeister. Schließlich machen die Kurpatienten mit ihren 80.000 bis 100.000 Übernachtungen pro Jahr etwa 40 Prozent der Besucher in Masserberg aus. Sie und ihre Angehörigen übernachten in den Hotels und essen in den Gaststätten. Und sie würden auch das Badehaus besuchen. Dieses ist seit 2015 geschlossen. Das Land Thüringen hatte im Frühjahr 2017 angekündigt, Geld für das Badehaus zu geben. Allerdings nur, wenn der Kurbetrieb in der Reha-Klinik weitergeht.

Dann stünden acht Millionen Euro Fördermittel für das Bad in Aussicht. Laut Aufsichtsrat  soll nun auch über die Finanzierung notwendiger Arbeiten an der Kurklinik verhandelt werden. "Ende 2019/ Anfang 2020 können wir dann in Masserberg wieder von einem 'richtigen' Kurtourismus sprechen", so Wagner. Er betonte allerdings, dass die Klinik auch jetzt alle Angebote für ihre Kurpatienten abdecken könne.

Zu Regiomed Dem länderübergreifenden Verbund Regiomed gehören zwölf kommunale Krankenhäuser, Medizinische Versorgungszentren, Behinderten-Einrichtungen und Altenheime sowie der Rettungsdienst im Landkreis Sonneberg an. Eine Reha-Klinik gehört bisher nicht dazu. In vier Landkreisen ist der Klinikverbund aktiv: Coburg, Hildburghausen, Lichtenfels und Sonneberg.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. September 2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2017, 21:09 Uhr

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3 Kommentare

29.09.2017 10:52 Krankenkasse 3

Eigentlich müssen die Krankenkassen den Ausbaubeitrag von acht Millionen übernehmen, da diese ihre Mitglieder dorthin überweisen. Die Abkassierung bei circa 150 Krankenkassen in Deutschland an ihren Mitgliedern ist nicht klein, zumal die Krankenkassenbosse sich unaufhaltsam sonnig bereichern. Hier sind doch wieder wie immer die Thüringer Steuerzahler gefordert auf Fehlinvestitionen. Mein Kurantrag wurde wie immer abgelehnt.

28.09.2017 08:26 Achtung! 2

Für gute und preiswerte Kuren sollte man nicht ins Ausland fahren müssen.
Kapazitäten sind auch in Thüringen vorhanden. Nutzt sie!

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