Ein Wolf im Wald.
Ein Wolf im Wald. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Natur Thüringen hat laut Ministerium "kein Wolfsproblem"

Lebt ein zweiter Wolf in Thüringen? Fotos und Proben im Raum Eisfeld könnten darauf hindeuten. Eine Untersuchung soll nun Klarheit bringen. Im Fall der gerissenen Schafe vom Jonastal sind ebenfalls noch Fragen offen. Laut Umweltministerium stellen Wölfe aber in Thüringen kein Problem dar. Das zeigt auch die verhaltene Nachfrage nach Fördergeld zum Herdenschutz.

Ein Wolf im Wald.
Ein Wolf im Wald. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Schäfer in Thüringen haben im vergangenen Jahr insgesamt rund 21.000 Euro vom Land für den Schutz ihrer Herden vor Wolfsangriffen erhalten. Das Geld wurde für den Bau von Elektrozäunen und Zubehör gewährt. Für gerissene Tiere wurden einige Hundert Euro Entschädigung gezahlt. Damit wurden die finanziellen Mittel des entsprechenden Landesprogramms im vergangenen Jahr etwa zur Hälfte ausgeschöpft. Dies zeige, dass Thüringen derzeit kein Wolfsproblem habe, sagte der Sprecher des Thüringer Umweltministeriums, Jeffrey Ludwig, MDR THÜRINGEN. Die "Förderrichtlinie Wolf" gilt in Thüringen seit Juli 2015.

Bislang ist in Thüringen nur ein Wolf nachgewiesen, der hier sein festes Revier hat. Es handelt sich um eine Wölfin, die auf dem Truppenübungsplatz bei Ohrdruf lebt. Ob das Tier für den Vorfall im Juli im Jonastal verantwortlich war, bei dem elf Schafe gerissen worden sind, ist laut Umweltministerium unklar. Sicher ist nur, dass die Schafe von einem Wolf getötet wurden.

Keine sicheren Erkenntnisse im Fall Jonastal

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN konnte das Senckenberg-Institut für Wildtiergenetik auch mit weiteren Tests nicht klären, ob die Ohrdrufer Wölfin die Schafe getötet hat oder ob weitere Wölfe beteiligt waren. Die sichergestellten Genproben würden nicht ausreichen, um Geschlecht oder Individuum festzustellen, teilte das Umweltministerium mit. Anfang Juli waren in Gossel im Jonastal elf tote Schafe gefunden worden, die offensichtlich einem Wolf zum Opfer gefallen waren.

Das Umweltministerium untersucht derzeit auch, ob ein zweiter Wolf in Thüringen lebt. Sprecher Jeffrey Ludwig sagte dem MDR, dass im Raum Eisfeld Spuren gesichert wurden. Trittsiegel und Kotproben würden nun vom sogenannten Wolfskompetenzzentrum des Bundes untersucht. Außerdem hätten die Experten ein Foto begutachtet, auf dem ein wolfsähnliches Tier zu sehen sei, sagte Ludwig. Es konnte aber nicht ermittelt werden, ob es sich um einen Wolf oder einen Wolfshund - also einen Mischling aus Wolf und Hund - handelt.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29.07.2017 | ab 05:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2017, 10:55 Uhr

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5 Kommentare

30.07.2017 23:50 Part 5

Das eigentliche Problem für die Schafhalter liegt ganz woanders: Viehdiebe, Diebstahl von Weide- Akkus oder die Nichtvergabe/ Nichtverpachtung von Weideflächen gepaart mit einem Anstig der Bürokratie. Die EU subventioniert heute lieber für Blühflächen an Randstreifen statt für abgweidete Streuobstwiesen, möchte man meinen...die paar durchziehenden Wolfe, die sich lieber von den Abfällen der Trucker ernähren sollten wohl nicht so sehr ins Gewicht fallen.

30.07.2017 09:58 Liberaler 4

Die Grünen würden auch noch sagen, es gebe kein Wolfsproblem, wenn neben jedem Dorf ein Rudel hauste. Zumindest sollten die Landwirte, insbesondere die Schäfer, mehr Unterstützung vom Staat für dieses nicht vorhandene vom Staat geförderte Problem bekommen. Von Wölfen gerissene Schafe und Ziegen sind ein wirtschaftlicher Schaden, der in Zukunft immer häufiger auftreten wird.

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