Süd-Thüringen

Suhl: Hess kritisiert Informationspolitik

Die Thüringer Ausländerbeauftragte Petra Hess hat die Informationspolitik des Landes zum Asylbewerberheim in Suhl kritisiert. Hess sagte bei einem Vor-Ort-Termin, zwar habe das Land schnell reagieren müssen, ein Runder Tisch sei aber auch schnell einberufen. Bei guter Information werde Spekulationen und falschen Behauptungen der Nährboden entzogen. Der Suhler Oberbürgermeister Jens Triebel rief dazu auf, jetzt alle Kraft und Aufmerksamkeit den Flüchtlingen aus Eritrea zu widmen. Sie seien Menschen, die durch die Hölle gegangen seien und die ebenso wie alle anderen ein Recht auf ein würdiges Leben hätten. Nach Angaben des Landesverwaltungsamtes sind derzeit 150 Flüchtlinge in Suhl untergebracht. Sie bleiben höchstens drei Monate und werden dann auf andere Unterkünfte verteilt. Das Asylverfahren dauert etwa ein Jahr.

Suhl: CDU beantragt Sondersitzung des Stadtrates

Die CDU hat eine Sondersitzung des Suhler Stadtrates zu den Flüchtlingen aus Eritrea beantragt. Ein Fraktionssprecher teilte mit, dort solle auch Innenminister Jörg Geibert (CDU) Rede und Antwort stehen. Zugleich forderte die CDU ein Umdenken staatlicher Behörden. Die Aufnahme weiterer Asylsuchender müsse besser kommuniziert werden, heißt es in dem Schreiben, das MDR THÜRINGEN vorliegt. In einem entsprechenden Beschlussantrag fordert die Stadtratsfraktion den Zugang der Flüchtlinge zu einer zentralen medizinischen Versorgung, zu sozialer und juristischer Beratung, zu psychologischen Untersuchungen und zu freiwilligen Deutsch-Kursen. Außerdem schlägt die Fraktion einen Runden Tisch mit Innenminister, Ausländerbeauftragten, Oberbürgermeister und den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates vor. Auf dem Suhler Friedberg sind seit wenigen Tagen 100 afrikanische Flüchtlinge untergebracht. Im August sollen weitere folgen.

Arnstadt: Ilm-Kreis-Landrätin fordert Stopp der Wald-Stromtrasse

Nach dem möglichen Aus der Süd-Ost-Stromtrasse durch Ostthüringen fordert die Landrätin des Ilm-Kreises, Petra Enders, auch Konsequenzen für die Thüringer-Wald-Leitung. Für den Weiterbau der 380-kv-Leitung von Altenfeld zur Landesgrenze Bayern sei noch keine Baugenehmigung vom Thüringer Landesverwaltungsamt erteilt. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht habe es daher noch in der Hand, den Bau zu verhindern, sagte Enders. Zur Süd-Ost-Trasse sagte Enders, erst wenn die Leitung aus der Netzentwicklungsplanung herausgenommen wird, sei gesichert, dass sie nicht gebaut werde. Am Dienstag hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erklärt, er halte die umstrittene Süd-Ost-Stromtrasse in ihrer jetzigen Form für nicht durchsetzbar. Der Widerstand der Bürger sei zu groß. Lieberknecht hatte sich darüber erleichtert gezeigt.

Suhl: Hochbetrieb in Notfallaufnahme

Das schwül-warme Wetter sorgt in der Notaufnahme des Suhler Zentralklinikums für Hochbetrieb. Wie ein Sprecher MDR THÜRINGEN sagte, sind die Krankheitsbilder je nach Wetterlage verschieden. An einem Tag seien vermehrt Menschen mit Kreislaufproblemen gekommen, gestern und heute klagten viele Patienten über Asthma. Während der derzeitigen Wetterphase würden bis zu 20 Prozent mehr Patienten behandelt als an normalen Tagen.

Eisfeld: Drei Menschen bei Unfällen verletzt

Gleich zwei Unfälle mit Personenschaden haben sich gestern Abend auf der Autobahn 73 bei Eisfeld im Kreis Hildburghausen ereignet. Zunächst war ein Autofahrer durch die Wassergischt von einem anderen Fahrzeug so erschrocken, dass er in die Leitplanke fuhr. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Knapp eine Stunde später kam eine Autofahrerin von der Straße ab und prallte gegen mehrere Leitpfosten. Sie und ihr Beifahrer wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Bei beiden Unfällen entstanden 37.500 Euro Schaden.

Steinach: Betrunken auf dem Fahrrad

Mit mehr als zwei Promille Alkohol ist ein Fahrradfahrer in Steinach im Landkreis Sonneberg in falscher Richtung in eine Einbahnstraße gefahren und dort mit einem entgegenkommenden Auto zusammengeprallt. Nach Angaben der Polizei hatte der 28-Jährige am Abend großes Glück und wurde nur leicht verletzt. Ein Polizeisprecher sagte wörtlich: Der Mann konnte wegen seines Alkoholkonums kaum noch laufen.

Meiningen: Projektförderung für Toleranz-Programm

Für das Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken" können für das laufende Jahr noch bis Ende August Projektanträge gestellt werden. Das teilte das Landratsamt in Meiningen mit. Im Mittelpunkt des Programms stehen Kinder und Jugendliche. Gefördert werden Projekte, die sich mit Demokratie- und Toleranzerziehung auseinandersetzen, die die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen in Kommunen sowie das interkulturelle Miteinander stärken.

Hellingen: "Alte Post" soll abgerissen werden

Die baufällige "Alte Post" in Hellingen im Kreis Hildburghausen soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Möglich werde das durch Fördermittel des Flurneuordnungsamtes in Meiningen, teilte Bürgermeister Christopher Other (CDU) mit. Der Anteil der Gemeinde an den Abrisskosten wird auf 20.000 Euro geschätzt. Später will der Gemeinderat entscheiden, wie die freie Fläche bebaut werden soll.

Hildburghausen: Geschichtsverein benennt sich um

Nach dem Film über die Dunkelgräfin von Hildburghausen hat sich der Interessenkreis Madame Royale in Interessenkreis Dunkelgräfin umbenannt. Die Mitglieder sagten, das sei die erste Konsequenz nach Bekanntwerden, dass es sich bei der Dunkelgräfin nicht um Madame Royale, die französische Königstochter Marie Thérèse gehandelt habe. Außerdem mache das Ergebnis den Blick frei für das wahre Schicksal der besonderen Frau aus Hildburghausen. Die Vereinsmitglieder kündigten an, bisher nicht ernsthaft verfolgte Theorien zu untersuchen und sich so gut wie möglich dabei einzubringen, doch noch zu klären, wer die Dunkelgräfin war.

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2014, 23:45 Uhr

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