Nachrichten Süd-Thüringen um 18:30 Uhr


Sonneberg: Junge brutal zu Boden geschlagen

Drei Jugendliche haben am Donnerstagnachmittag in Sonneberg einen 14-Jährigen brutal zu Boden geschlagen. Wie die Polizei mitteilte, schlugen die Angreifer dem Jungen mehrfach ins Gesicht, bis er auf die Straße fiel. Die drei Jugendlichen flüchteten, zwei von ihnen konnten später festgenommen werden. Dabei handelt es sich nach Polizeiangaben um 15 und 13 Jahre alte Asylbewerber. Der dritte Tatverdächtige konnte bisher nicht gefunden werden. Das 14-jährige Opfer brasilianischer Herkunft kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Gegen die mutmaßlichen Schläger wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.


Rhönblick: Trassengegner begrüßen Geschlossenheit

Die Bürgerinitiative gegen die Stromtrasse Südlink hat das gemeinsame Vorgehen von Regierungskoalition und CDU begrüßt. Der Bürgermeister der Gemeinde Rhönblick, Christoph Friedrich, sagte, es sei wichtig, dass sich die Landespolitik parteiübergreifend gegen die Stromtrasse positioniere. Außerdem begrüßte er, dass die Landespolitiker noch stärker mit den regional betroffenen Kommunen, Landkreisen und Bürgern sowie der Bürgerinitiative zusammenarbeiten wollten. Wichtig sei es nun, den Willen in die Tat umzusetzen. Die Thüringer Bundestagsabgeordneten forderte Friedrich auf, dem Beispiel der Landtagsabgeordneten zu folgen und auf Bundesebene die Trasse zu verhindern. Die geplante Stromtrasse durch West-Thüringen hatte am Vormittag den Landtag beschäftigt. Ein Antrag der Koalitionsfraktionen und der CDU fordert die Landesregierung auf, gegen die umstrittene Trasse vorzugehen. Die so genannte Südlink-Trasse soll Windkraft-Strom von der Nordsee nach Süddeutschland führen. Die AfD hatte sich dem Antrag nicht angeschlossen.


Hildburghausen: Neue Wahlkreise in Südthüringen

Der Thüringer Landtag hat am Freitag eine Neuordnung der Landtagswahlkreise beschlossen. Demnach wechselt die Stadt Eisfeld aus dem Wahlkreis 18 (Hildburghausen I/Schmalkalden-Meiningen III) in den Wahlkreis 20 (Hildburghausen II/Sonneberg II). Grund dafür ist die veränderte Einwohnerzahl. Nach dem Landeswahlgesetz muss jeder der 44 Landtagswahlkreise in etwa gleich viele Wahlberechtigte haben. An der Gesamtzahl der Wahlkreise ändert sich nach dem Beschluss aber nichts.


Ilmenau: Rennsteigshuttle soll weiter rollen

Land und Kommunen in Thüringen ringen weiter um den Erhalt des so genannten Rennsteigshuttles. Bei einem Treffen mit Vertretern der Landesregierung schlugen die Landkreise Ilm-Kreis und Hildburghausen vor, eine Zweckvereinbarung zu schließen. Auf Basis dieser Vereinbarung könnte das Land Fördergelder für die Schienenstrecke Ilmenau-Schmiedefeld-Themar freigeben, sagte Petra Enders (parteilos), die Landrätin des Ilm-Kreises, MDR THÜRINGEN. Die Landesregierung hatte bei einem Treffen vergangene Woche angeboten, bis zu acht Millionen Euro für das Instandhalten und Sanieren der Strecke von Ilmenau bis Themar bereitzustellen. Das Land kann das Geld allerdings aus rechtlichen Gründen nur an einen kommunalen Zweckverband ausreichen.


Schmalkalden: Brandursache geklärt

Nach dem Brand eines Einfamilienhauses am Dienstag in Schmalkalden steht die Ursache zweifelsfrei fest. Wie die Polizei mitteilte, brach das Feuer am Elektroverteilerkasten des Gebäudes aus. Dort sei ein Transformator sehr heiß geworden und habe Isolationsmaterial angeschmort, das sich dann entzündete. Brandstiftung könne damit ausgeschlossen werden. Die 88-jährige Bewohnerin des Hauses im Herrengrund hatte sich selbstständig in Sicherheit gebracht. Der Schaden beträgt mehr als 50.000 Euro.


Benshausen: Landtagsabgeordnete gegen Kreisfusion

Mehrere Landtagsabgeordnete haben sich gegen die Fusion des Kreises Schmalkalden-Meiningen mit dem Wartburgkreis und Eisenach ausgesprochen. Nach einem Treffen in Benshausen hieß es, mit dieser Fusion entstünde ein wirtschaftlich sehr starkes Gebilde. Sonneberg und Hildburghausen sowie Suhl blieben dagegen auf der Strecke. Vielmehr müssten künftige Landkreise um die Zentren Suhl/Zella-Mehlis sowie Eisenach entwickelt werden. Die Landesregierung hatte für Südthüringen einen Großkreis aus Schmalkalden-Meiningen, Suhl, Hildburghausen und Sonneberg vorgeschlagen. An dem Treffen nahmen sechs Parlamentarier der Linken und ein fraktionsloser Abgeordneter teil. Elf Bürgermeister - vornehmlich aus Schmalkalden-Meiningen - hatten die Fusion ihres Landkreises mit dem Wartburgkreis und Eisenach gefordert, um den vom Land vorgeschlagenen Südthüringer Großkreis zu verhindern.


Eisfeld: Bahnhofstraße jetzt Ritzmann-Straße

Nach langer Debatte ist am Freitag in Eisfeld im Kreis Hildburghausen eine Straße nach dem Gründer des Rasierklingenwerks benannt worden. Die Straße Am Bahnhof heißt nun offiziell Albin-Ritzmann-Straße. An der feierlichen Zeremonie nahmen Ritzmanns Enkel Hans Neumeier, die Geschäftsleitung des Rasierklingenwerks sowie Eisfelder Stadträte und Geschichtsinteressierte teil. Die Straßenumbenennung war im Vorfeld heftig diskutiert worden. Im Stadtrat stimmten Abgeordnete von SPD und Linke dagegen, da Ritzmann NSDAP-Mitglied war. Außerdem habe er Zwangsarbeiter beschäftigt. Der Fabrikant hatte seine Ritzma-Werke 1920 in Eisfeld gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er wegen seiner Nähe zu den Nazis verhaftet und zwangsenteignet. Bürgermeister Sven Gregor (Freie Wähler) sagte, nach Zeitzeugenberichten seien einige der Anklagepunkte falsch gewesen. Natürlich sei die NSDAP-Mitgliedschaft kritisch zu sehen, aber dieser Partei hätten damals viele Menschen angehört. Für ihn überwiege, was Ritzmann als Geschäftsmann für Eisfeld geleistet habe. Die Fertigung von Rasierklingen hatte nach Kriegsende der Volkseigene Betrieb "Feintechnik Eisfeld" übernommen, der die Marke Croma etablierte. Nach der Wende wurde die Fabrik privatisiert und firmierte als Feintechnik GmbH Eisfeld. Im Januar 2014 übernahm ein US-amerikanisches Startup-Unternehmen die Eisfelder Firma für 100 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen Harry's beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter und verkauft seine Rasierklingen ausschließlich im Internet.

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2017, 18:45 Uhr