Ermittlungsergebnisse Täterschaft Böhnhardts im Fall Peggy ausgeschlossen

Knapp ein Dreivierteljahr nach dem Fund von DNA des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der Knochen der Schülerin Peggy aus dem oberfränkischen Lichtenberg liegen nun die Ermittlungsergebnisse vor. Wie die Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch in Bayreuth bei einer Pressekonferenz bekannt gaben, ist eine Täterschaft Böhnhardts am Tod des Mädchens auszuschließen. Es gibt also keinen Zusammenhang zwischen dem Mordfall Peggy und dem NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt. Damit bleibt weiter unklar, wer das aus dem oberfränkischen Lichtenberg stammende Mädchen tötete. Die Ermittlungen im Fall Peggy sollen "in aller Form und aller Tiefe" weitergeführt werden.

Gefundene DNA ist "Trugspur"

Der Grabstein von Peggy und Uwe Böhnhardt
Am Fundort von Peggys Leiche waren am Fundort war eine DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt sichergestellt worden. Bildrechte: dpa/IMAGO

Bei der gefundenen DNA handelt es sich um eine sogenannte Trugspur, sagte Staatsanwalt Daniel Götz. Die DNA stammt von einem Textilteilchen von Böhnhardts Kopfhörer, das im Zeitraum der Spurensicherung übertragen wurde. Das haben Gutachten bestätigt. Weder das Baumwollgewebe des Teilchens noch die DNA hätten in Qualität und Quantität einen Zeitraum von 15 Jahren überstehen können. Der Chef der Kriminalpolizei Bayreuth und Leiter der SOKO "Peggy" Uwe Ebner sagte, der Kopfhörer sei im ausgebrannten Wohnmobil gefunden worden, in dem Böhnhardts Leiche entdeckt worden war.

Ob das Textilteilchen mit einem Zollstock übertragen wurde, ist noch unklar. Die Untersuchungen zur genauen Übertragung dauern noch an. Daran sind verschiedene rechtsmedizinische Institute, auch aus Thüringen, beteiligt. Ebner betonte in der Pressekonferenz, dass nach diesen Erkenntnissen die Tatortarbeit hinterfragt werden müsse.

Die damals neunjährige Peggy war 2001 verschwunden. Ihre Leiche wurde im vergangenen Sommer von einem Pilzsammler in Thüringen gefunden. Am Fundort wurde auch die DNA des Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt festgestellt, mit dem Zschäpe rund 13 Jahre im Untergrund lebte. Der Fundort der Knochen und der Heimatort von Peggy liegen nur etwa 20 Kilometer auseinander.

Böhnhardt hatte fast 14 Jahre mit Beate Zschäpe und Uwe Mundlos im Untergrund gelebt. Während dieser Zeit sollen die beiden Männer zehn Morde aus überwiegend rassistischen Motiven verübt haben.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08.03.2017 | 12:00 Uhr
MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2017, 11:12 Uhr

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18 Kommentare

10.03.2017 13:51 martin 18

Bei manchen Kommentaren frage ich mich, wann denn endlich behauptet wird, dass RRG oder die Flüchtlinge Schuld sind ...

Bemerkenswert finde ich allerdings, dass aus der Einstufung als "Trugspur" gleich auch geschlossen wird, dass Böhnhardt nicht als Täter in Frage kommt. Falls die Ermittler das tatsächlich so behaupten, ist das schlichter logischer Blödsinn.

Und ja, es ist einfach auf die Justiz zu schimpfen. 350 Verhandlungstage kosten viel Geld. Aber wenn es die Richter auf der einen Seite mit Verteidigern zu tun haben, für die jede Verfahrensverschleppung ein Erfolg ist. Und auf der anderen Seite Behörden handeln, die Vernebelung noch intensiver als die Verteidigung zu betreiben scheinen, braucht man sich über 350 Verhandlungstage nicht zu wundern, wenn die Richter versuchen ihrem Auftrag gerecht zu werden, dass sie sich der Wahrheit so weit wie möglich zu nähern haben.

09.03.2017 09:19 Stefan 17

Ich kann nur mit dem Kopf schütteln wie sich manche hier über Arbeit der Polizei btw Forensik lustig machen. Sowas passiert, macht es doch besser. Keine Ahnung manche Leute hier