Sonneberg Ermittlungen nach Pfefferspray-Einsatz

Nach dem Einsatz von Pfefferspray auf einer Demonstration in Sonneberg ermittelt die Polizei in ihren eigenen Reihen. Hintergrund sind mehrere Strafanzeigen von Demonstranten.

Mehrere Demonstranten sitzen zusammengehakt auf einer Straße, mehrere Polizisten stehen um sie herum - einer von ihnen sprüht aus nächster Nähe Pfefferspray auf die Sitzenden.
Darum geht es: Ein Polizist setzt in Sonneberg Pfefferspray gegen Teilnehmer einer Sitzblockade ein. Bildrechte: Lionel C. Bendtner

Die Demonstranten waren am Freitag bei einer Sitzblockade von Polizisten mit Pfefferspray besprüht worden. Einem Sprecher der Landeseinsatzzentrale (LEZ) zufolge wird nun von einer unabhängigen Stelle intern ermittelt. Die vorliegenden Fotos seien eindeutig. Jetzt müsse das Geschehen davor und danach untersucht werden. Laut LEZ sollen deshalb Betroffene angehört werden.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kündigte bei Twitter an, sich ebenfalls zu dem Vorfall informieren lassen zu wollen. Die Demonstranten saßen auf der Straße, um einen Aufzug der rechtsextremen Gruppe "Thügida" zu blockieren.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02.04.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. April 2017, 18:23 Uhr

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70 Kommentare

04.04.2017 23:30 Janes 70

@ralf meier 68: Ja, sie vermuten wieder wild durchs Programm. Das gleiche könnte ich ihnen unterstellen. Ich hab aber ne klare Idee, auf welcher Seite sie (jetzt kommt der Hinweis:) gelaufen sind. Und irgendwie drängt sich mir dann das Sprichwort mit dem Sozialismus auf...wie passend.

04.04.2017 22:44 Petra Stein 69

@Ralf Meier, heute schreiben Sie etwas anders als gestern, durchdachter. Sind Sie der gleiche Schreiber? Doch möchte ich Ihrer pauschalen Einschätzung, es handle sich bei den Sitzenden um "Antidemokraten", widersprechen. Woher wollen Sie das wissen?

2007(?) fand eine Nazidemo in Erfurt statt, die an der Synagoge vorbeiführen sollte. Auch damals gab es eine Sitzblockade, worauf der Verlauf der Demonstration von der Polizei geändert wurde. Es war immer noch eine Demo und das Demonstrationsrecht bestand weiterhin, ebenso wie in Sonneberg. Dass Wege und Orte auf Demonstrationen nicht frei gewählt werden können, ist üblich. Daher wurde in S. niemand am Demonstrieren gehindert und die Nazis konnten immer noch Transparente tragen oder Parolen schreien.
Zum Thema Gesetze: Glauben Sie, dass die Gesetze der BRD 100%ig perfekt sind? In zwanzig Jahren wird sich womöglich wieder eine Regierung entschuldigen, vielleicht dann sogar für manche Abschiebungen nach Afghanistan. Wir werden sehen.

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