Landgericht Meiningen : Mutmaßlicher Raub-Komplize bestreitet Tat
Ein vor dem Landgericht Meiningen Angeklagter hat bestritten, an dem Überfall auf das Postamt in Geisa vor rund 20 Jahren beteiligt gewesen zu sein. Zum Prozessauftakt sagte der 44-Jährige, er habe weder etwas mit dem Überfall, noch mit der Flucht zu tun gehabt. Stattdessen sei er nur zufällig und spontan in Geisa gewesen. Der Prozess wird Ende Februar fortgesetzt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann schwere räuberische Erpressung vor. Er hatte laut Anklage zwei Mittäter in einem Kleinbus an den Tatort gefahren. Der Mann floh jedoch, bevor die Räuber wieder zurückkamen.
Angeklagter will von Plänen nichts gewusst haben
Der Angeklagte bestritt am Mittwoch frühere Aussagen seiner mutmaßlichen Komplizen. Diese hatten ihn nach der Festnahme als Drahtzieher bezeichnet. Er sagte, er habe lediglich zwei Arbeitskollegen auf ihren Wunsch mitgenommen. Von einem Überfall habe der Mann nichts gewusst. Auch Waffen oder Masken habe er nicht gesehen.
Beim Überfall auf das Postamt Geisa im Dezember 1992 hatten zwei maskierte Männer mit Waffengewalt mehr als 10.000 D-Mark erbeutet. Unmittelbar nach der Tat zwangen die beiden Räuber einen Lkw-Fahrer, sie mitzunehmen. Die Täter konnten jedoch an einer Straßensperre gestoppt und festgenommen werden. Einer der Räuber wurde 1995 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der nun Angeklagte hatte sich nach der Tat nach Spanien abgesetzt und konnte erst im Sommer 2011 mit internationalem Haftbefehl gefasst und anschließend nach Deutschland ausgeliefert werden. Der Dritte Verdächtige ist noch immer auf der Flucht.
