Neuer Fahrplan Zukunft des Rennsteig-Shuttles unklar

Die Zukunft des Rennsteig-Shuttles ist ab Dezember 2017 ungewiss. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN ist die beliebte Wochenendverbindung zwischen Ilmenau und Bahnhof Rennsteig im Entwurf des neuen Fahrplans der Nahverkehrsservice-Gesellschaft (NVS) nicht enthalten. Nach Angaben des Thüringer Verkehrsministeriums sind dort jene Verbindungen aufgeführt, die definitiv beauftragt sind.

Kosten noch ungeklärt

Eine Menschenmenge steht neben einem Triebwagen der Südthüringen-Bahn mit der grünen Aufschrift "Rennsteig-Shuttle".
Vor dem Aus? Der Rennsteigshuttle ist seit 2014 unterwegs. Bildrechte: MDR/Rolf Dieter Lorenz

Nach Auskunft des Betreibers, der Erfurter Bahn GmbH, ist noch offen, ob das Angebot im neuen Fahrplan aufrechterhalten werden kann. Sprecherin Hella Tänzer sagte, das Unternehmen sei noch in Verhandlungen mit der Nahverkehrsservice-Gesellschaft (NVS). Diese verhandele im Auftrag des Landes über den Bestellung des Nahverkehrs in Thüringen.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte, ob die Strecke vom Land bestellt werde, sei wegen der Kosten noch offen. Darüber hinaus sei zu klären, woher das Geld kommen soll, um die Bahnverbindung betriebssicher zu halten. Das sei Aufgabe der privaten Rennsteigbahn. Allein in diesem Jahr sei dafür mit Kosten von 1,6 Millionen Euro zu rechnen, so das Ministerium. Von der Rennsteigbahn war am Donnerstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Dauerhafte Linienverbindung im Gespräch

Die Bahnstrecke wird seit 2014 von der Erfurter Bahn betrieben. An Wochenenden und Feiertagen bringt der Zug Touristen und Wanderer zum Rennsteig. Anfangs waren pro Zug etwa 36 Fahrgäste gezählt worden, später waren es ein paar weniger. Laut Erfurter Bahn wurden die Prognosen dennoch deutlich übertroffen. Mitte des vergangenen Jahres waren dem Verkehrsministerium zufolge die Chancen für die dauerhafte Linienverbindung gestiegen.

Petra Enders
Petra Enders Bildrechte: dpa

Hintergrund war der Kompromiss für die Finanzierung des Öffentlichen Schienennahverkehrs. Mit den bereitgestellten, zusätzlichen Mitteln in Höhe von rund 30 Millionen Euro für Thüringen müssten keine Linien abbestellt werden, erklärte Ministerin Birgit Keller (Linke) zuletzt.

Kommunalpolitiker in Südthüringen fordern seit langem, die Bahnstrecke in den Regelbetrieb zu überführen und sie von Schmiedefeld über Schleusingen nach Themar zu verlängern. Petra Enders, Landrätin des Ilm-Kreises, sagte am Donnerstag, ansonsten gefährde das Land seine eigene Tourismuskonzeption "Zukunft Thüringer Wald" und das Rennsteigticket. Enders zufolge wurden allein vergangenes Wochenende 1.000 Fahrgäste gezählt. Seit Streckenstart im Jahr 2014 seien es 70.000 gewesen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | 18:00 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2017, 08:14 Uhr

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6 Kommentare

10.02.2017 10:01 Bahnverbindung muss her 6

Von Ilmenau zum Bahnhof Rennsteig hat die Deutsche Reichsbahn schon zu DDR-Zeiten mehr Luft transportiert als Touristen. Hier war doch die Bahnschließung der Bahnverbindung nach Allzunah und Frauenwald (Name der Bahn "Laura") der entscheidende Untergang. Die Naturbühne in Steinbach-Langenbach (Schleusegrund) circa 7Km hinter Frauenwald hätte auch davon profitieren können. Wahrscheinlicht haben diese Verantwortlichen zur Tourismusregion keinen Sinn dafür,zumal im letzten Jahr die Besucherzahlen um die Hälfte, zur Naturbühne, deren Veranstaltungen bereits zurück gegangen sind. Hier steht doch auch der touristische totes Stoß im Thüringer Wald kurz bevor.

09.02.2017 17:55 Palikewitz 5

Die Meldung, dass das Rennsteig-Shuttle nicht gesichert ist, passt perfekt zur aktuellen Verkehrspolitik im Thüringer Wald.

Schienenverkehr zählt wohl nichts mehr?! Der Bahnhof Oberhof soll ja auch dicht gemacht werden.

Völlig irre! Aus Richtung Erfurt ist man dann pro Fahrt 10 Minuten länger unterwegs, weil man erst nach Zella-Mehlis fahren muss, um dort in einen Bus umzusteigen. Hin- und Rückfahrt zusammen gezählt ist man dann 20 Minuten (!) länger unterwegs als jetzt mit dem Zug. Das soll Fortschritt sein?!

09.02.2017 17:24 Tourismus im Thüringer Wald 4

Von wegen Naturschutz im Thüringer Wald, wie die Grünen und die Umweltschützer gerne hätten mit Ihrer R2G- Regierung, genau das Gegenteilige ist doch der Fall. Eine Bahnverbindung zum Tourismus ist auf alle Fälle Naturschutz freundlicher als der Autokolonenverkehr mit seinen Abgasen durch den Thüringer Wald. Zumal der Rennsteig zur Straßenanbindung in Masserberg und in Oberhof endet. Die Parkplätze entlang der Straße am Rennsteig stellen sich auch als Mangelhaft dar. Wahrscheinlich kommen deshalb auch so wenige Touristen in den Thüringer Wald. Hier hat doch das Dorfsterben, durch die letzte wirtschaftliche Instanz im Tourismus ihren Geltungsbereich bereits verloren. Die Bahnverbindung muss nun endlich her zum Rennsteig und zum Tourismus im Thüringer Wald. Ansonsten "Gute Nacht" Freunde.

09.02.2017 11:10 Martin 3

Für Oberhof und sonstige Schneekanonen gibt das Land zweistellige Millionenbeträge. Aber eine touristisch sinnvolle Bahnverbindung wird eingestampft. Vermutlich sollen lieber die Parkplätze ausgebaut werden, damit die Autofahrer nicht nur im Kolonnenverkehr gen Rennsteig fahren, sondern auch noch mit Parkgebühren abgezockt werden können. Ob die dann wirklich noch auf den Rennsteig kommen? Aber dafür kann man dann ja aus Steuergeldern die nächste Studie in Auftrag geben. Die Fortführung von etwas bewährtem ist offensichtlich zu einfach ...

09.02.2017 10:16 Blamage 2

Hätte die Landrätin Petra Enders vom Ilm-Kreis lieber auf mich gehört, im Bezug zum Rennsteigshuttle, wäre ihr diese Blamage erspart geblieben. Mit dem Rennsteigticket ist es doch auch nicht besser.
Hier muss ganz einfach zum Tourismusaufschwung am Rennsteig im Thüringer Wald die Bahnlücke vom Bahnhof Rennsteig (Erfurt- Arnstadt-Ilmenau) nach Neuhaus am Rennweg-Ernstthal (Sonneberg-Saalfeld- Bayern) circa 40 Km geschlossen werden. Die Bahnlücke von Neuhaus am Rennweg (Stadt)zum Anschluss Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn (Cursdorf) circa 5 Km hätte schon längst erledigt sein müssen. Auch vom Bahnhof Rennsteig nach Oberhof zur Wintersportarena am Grenzadler und Kanzlersgrund zu den Sprunganlagen, ist durch die Schließung des Bahnhofes Oberhof sofort erforderlich. Ansonsten wird weiter der Tourismus im Thüringer Wald zum Aussterben höchste Priorität haben.

09.02.2017 09:39 Rot-Rot-GRÜNE (?) Verkehrspolitik - 1

nur was ist daran grün? Hier die Einstellung des Eisenbahnverkehrs (Buttstädt - Großheringen zum Fahrplanwechsel im Dezember), da keine Zusicherung eines weiteren Betriebs am Rennsteig, der in den Vorjahren gegen Carius durch die Linken-Landrätin des Ilmkreis eingefordert wurde und wiederum keine verbesserte Anbindung von Weimar und Jena (Gera) an den neuen ICE-Knoten in Erfurt - zwar verkehrt mehr Nahverkehr nach Erfurt, aber nicht mit passenden Anschlüssen in Richtung Frankfurt/München. Stimmt! Das Verkehrsministerium ist ja auch nicht grün, sondern allein rot-desinteressiert. Da lief es unter Rot-schwarz allerdings besser. Sehr enttäuschend!

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