Neuer Fahrplan Zukunft des Rennsteig-Shuttles unklar

Die Zukunft des Rennsteig-Shuttles ist ab Dezember 2017 ungewiss. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN ist die beliebte Wochenendverbindung zwischen Ilmenau und Bahnhof Rennsteig im Entwurf des neuen Fahrplans der Nahverkehrsservice-Gesellschaft (NVS) nicht enthalten. Nach Angaben des Thüringer Verkehrsministeriums sind dort jene Verbindungen aufgeführt, die definitiv beauftragt sind.

Kosten noch ungeklärt

Nach Auskunft des Betreibers, der Erfurter Bahn GmbH, ist noch offen, ob das Angebot im neuen Fahrplan aufrechterhalten werden kann. Sprecherin Hella Tänzer sagte, das Unternehmen sei noch in Verhandlungen mit der Nahverkehrsservice-Gesellschaft (NVS). Diese verhandele im Auftrag des Landes über den Bestellung des Nahverkehrs in Thüringen.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte, ob die Strecke vom Land bestellt werde, sei wegen der Kosten noch offen. Darüber hinaus sei zu klären, woher das Geld kommen soll, um die Bahnverbindung betriebssicher zu halten. Das sei Aufgabe der privaten Rennsteigbahn. Allein in diesem Jahr sei dafür mit Kosten von 1,6 Millionen Euro zu rechnen, so das Ministerium. Von der Rennsteigbahn war am Donnerstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Dauerhafte Linienverbindung im Gespräch

Die Bahnstrecke wird seit 2014 von der Erfurter Bahn betrieben. An Wochenenden und Feiertagen bringt der Zug Touristen und Wanderer zum Rennsteig. Anfangs waren pro Zug etwa 36 Fahrgäste gezählt worden, später waren es ein paar weniger. Laut Erfurter Bahn wurden die Prognosen dennoch deutlich übertroffen. Mitte des vergangenen Jahres waren dem Verkehrsministerium zufolge die Chancen für die dauerhafte Linienverbindung gestiegen.

Hintergrund war der Kompromiss für die Finanzierung des Öffentlichen Schienennahverkehrs. Mit den bereitgestellten, zusätzlichen Mitteln in Höhe von rund 30 Millionen Euro für Thüringen müssten keine Linien abbestellt werden, erklärte Ministerin Birgit Keller (Linke) zuletzt.

Kommunalpolitiker in Südthüringen fordern seit langem, die Bahnstrecke in den Regelbetrieb zu überführen und sie von Schmiedefeld über Schleusingen nach Themar zu verlängern. Petra Enders, Landrätin des Ilm-Kreises, sagte am Donnerstag, ansonsten gefährde das Land seine eigene Tourismuskonzeption "Zukunft Thüringer Wald" und das Rennsteigticket. Enders zufolge wurden allein vergangenes Wochenende 1.000 Fahrgäste gezählt. Seit Streckenstart im Jahr 2014 seien es 70.000 gewesen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | 18:00 Uhr
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Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2017, 08:14 Uhr

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6 Kommentare

10.02.2017 10:01 Bahnverbindung muss her 6

Von Ilmenau zum Bahnhof Rennsteig hat die Deutsche Reichsbahn schon zu DDR-Zeiten mehr Luft transportiert als Touristen. Hier war doch die Bahnschließung der Bahnverbindung nach Allzunah und Frauenwald (Name der Bahn "Laura") der entscheidende Untergang. Die Naturbühne in Steinbach-Langenbach (Schleusegrund) circa 7Km hinter Frauenwald hätte auch davon profitieren können. Wahrscheinlicht haben diese Verantwortlichen zur Tourismusregion keinen Sinn dafür,zumal im letzten Jahr die Besucherzahlen um die Hälfte, zur Naturbühne, deren Veranstaltungen bereits zurück gegangen sind. Hier steht doch auch der touristische totes Stoß im Thüringer Wald kurz bevor.

09.02.2017 17:55 Palikewitz 5

Die Meldung, dass das Rennsteig-Shuttle nicht gesichert ist, passt perfekt zur aktuellen Verkehrspolitik im Thüringer Wald.

Schienenverkehr zählt wohl nichts mehr?! Der Bahnhof Oberhof soll ja auch dicht gemacht werden.

Völlig irre! Aus Richtung Erfurt ist man dann pro Fahrt 10 Minuten länger unterwegs, weil man erst nach Zella-Mehlis fahren muss, um dort in einen Bus umzusteigen. Hin- und Rückfahrt zusammen gezählt ist man dann 20 Minuten (!) länger unterwegs als jetzt mit dem Zug. Das soll Fortschritt sein?!

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