Süd-Thüringen

Stromtrasse : Netzbetreiber will Bauarbeiten jetzt fortsetzen

Der Netzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH will den Bau der umstrittenen Starkstromtrasse durch den Thüringer Wald jetzt fortsetzen. Am 3. September würden die Bauarbeiten wieder aufgenommen und beschleunigt fortgesetzt, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Technische Geschäftsführer Frank Golletz erklärte, der zügige Weiterbau der "Südwestkuppelleitung" sei enorm wichtig für die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien in der Stromversorgung sowie für die Versorgungssicherheit insgesamt. Er begründete das unter anderem mit der geplanten Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld in Bayern im Jahr 2015.

Geplante Stromtrasse durch Thüringen
Der geplante Verlauf der Starkstromleitung

Golletz sagte weiter, erste Arbeiten an dem Abschnitt Vieselbach-Altenfeld im Ilmkreis seien unmittelbar nach dem Erhalt des Planfeststellungsbeschlusses Ende Januar begonnen, dann jedoch wegen des Eilverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig unterbrochen worden. Dabei hatten Gegner der Trasse einen vorläufigen Baustopp verlangt. Dies hatte das Gericht im Mai abgelehnt. Nach Golletz' Angaben hat 50Hertz seitdem weitere privatrechtliche Erlaubnisse erhalten und kann deshalb weiterbauen.

Die 380-Kilovolt-Leitung soll Teil des Strom-Fernübertragungsnetzes werden und führt von Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt durch Thüringen nach Redwitz in Bayern. 57 Kilometer der oberirdischen Leitung führen durch den Thüringer Wald. Wegen der dafür notwendigen Schneise im Wald befürchten Gegner des Projekts, darunter die Gemeinde Großbreitenbach sowie eine Reihe von Privatleuten, Nachteile für den touristischen Wert der Region. Außerdem kritisieren sie die damit verbundenen massiven Eingriffe in die Natur. Außerdem gibt es nach Ansicht der Gegner bisher keinen schlüssigen Beweis, dass die neue Trasse wirklich notwendig ist.

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2012, 18:09 Uhr

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