Stromtrasse "Südlink" Thüringen schlägt Trasse weiter westlich vor

Die umstrittene Gleichstromtrasse "Südlink" soll nach dem Willen der Thüringer Landesregierung am Freistaat vorbeiführen. Ein vom Infrastrukturministerium am Dienstag vorgelegter Trassenvorschlag sieht einen Verlauf deutlich weiter westlich als bisher geplant vor. Thüringen soll die Trasse nicht berühren.

Der Vorschlag orientiere sich am Gebot der Gradlinigkeit für die von Nord nach Süd verlaufende Leitung, sagte Ministerin Birgit Keller bei einer sogenannten Antragskonferenz in Ilmenau. Die vorliegenden Planungen der Bundesnetzagentur widersprächen diesem Gebot. Das Land erwarte nun, dass der Vorschlag von der Behörde geprüft werde.

Eine Karte
Rote Linien: vom Thüringer Infrastrukturministerium vorgeschlagene Trassenverläufe Bildrechte: Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Nach den derzeitigen Plänen des Netzbetreibers Tennet soll die Stromleitung im Erdreich verlegt und streckenweise durch Nord- und Westthüringen verlaufen. Das Unternehmen begründet diesen Verlauf mit den günstigeren geologischen Bedingungen in Thüringen. Eine Verlegung etwa durch die Kasseler Berge in Hessen sei deutlich aufwändiger und teurer.

Menschen protestieren gegen die Stromtrasse Südlink
Besonders in der Region zwischen Eichsfeld und Rhön lehnen viele Thüringer den geplanten Stromtrassenverlauf ab. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera

Gegen die Stromtrasse gibt es in Thüringen sowohl auf landespolitischer Ebene als auch in den betroffenen Regionen scharfe Kritik. Die rot-rot-grüne Landesregierung lehnt die Trasse ebenso wie die in Ostthüringen geplante Leitung "Südostlink" mit der Begründung ab, Thüringen habe seinen Beitrag zur Energiewende und dem Ausbau der Stromnetze schon mit der Thüringer "Strombrücke" geleistet, die durch den Thüringer Wald führt. Die ursprünglich als Freileitung geplante Gleichstromtrasse Südlink sollte laut Tennet ursprünglich auch nicht durch Thüringen führen. Die vom Bundestag im vergangenen Jahr beschlossene Priorität für eine Erdverlegung neuer Stromtrassen veranlasste den Netzbetreiber jedoch zu einer Umplanung.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN JOURNAL| 09.05.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2017, 08:14 Uhr

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6 Kommentare

11.05.2017 00:36 klaus p 6

Sobald eine genuegende Entschaedigung mittels monatlicher Miete an den Grundstueck Besitzer gezahlt wird ist es doch egal was man da im Erdboden verscharrt!
Je mehr KW Strom da durchfliessen, je hoeher die finanzielle Entschaedigung and den Grundstueckinhaber...!
Stomleitung? Ruhig, keine Umweltstoerung !

10.05.2017 10:48 Quantix 5

@part: Weil "dezentrale, erneuerbare Energie" alles ist, aber nicht "dezentral". Wind weht an den Küsten und in den Bergen, daher wird ganz Deutschland mit neuen Trassen durchpflügt. Wo früher ein Großkraftwerk (oft ein KKW) mit 1 GW Leistung direkt neben dem Großverbraucher stand, muss nun dieses eine Gigawatt erst im Norden durch etwa 300 Windräder erzeugt und dann nach Süden geleitet werden. Dabei geht soviel Energie durch Leitungsverluste verloren, dass im Norden eher 400 Windräder gebraucht werden. Für ein einziges Großkraftwerk. In Bayern bräuchte man dagegen etwa 1000 Windräder für die gleiche Leistung. Daher der immense Aufwand. Dank garantierter EE-Einspeisevergütung lohnt sich übrigens auch kein Gaskraftwerk mehr.