Karneval Tausende Menschen bei großem Umzug in Wasungen

Die Thüringer Karnevalshochburg Wasungen hat am Sonnabend mit einem großen Umzug den Höhepunkt der "fünften Jahreszeit" gefeiert. An dem Umzug, der von Tausenden Menschen angeschaut wurde, beteiligten sich zahlreiche Wasunger mit Motivwagen. Etwa 2.000 Männer, Frauen und Kinder wirkten in dem Umzug mit.

Ein Karnevalsumzug wird von zahlreichen Zuschauern angeschaut.
Gestatten? Prinz Michael I. von Wasungen auf seinem Triumphzug durch die Südthüringer Stadt - begleitet von zwei Dienerinnen und allerlei Gefolge. Seine närrische Hoheit führte am 6. Februar den großen Karnevalsumzug in der Südthüringer Stadt an. Bildrechte: MDR/Heinz Diller

Neben regionalen Themen griffen die Narren im Zug vor allem die Bundespolitik auf. Anders als im vergangenen Jahr waren Landespolitiker diesmal kaum Ideengeber für die Wagen. Rot-Rot-Grün sei diesmal außen vor geblieben, sagt der Präsident des Wasunger Carneval Clubs, Martin Krieg, der Nachrichtenagentur dpa.

Ein Wagenbauer griff Kanzlerin Angela Merkels Aussage zur Flüchtlingspolitik auf und schrieb neben deren Zitat "Wir schaffen das" das Wort "Schaumschläger". Eine riesige nachempfundene Lokomotive sollte den sogenannten Balkan-Express darstellen.

Unter der Überschrift "Wir stemmen das" zeigten andere Narren ein VW-Zeichen in Anspielung auf den Abgasskandal bei dem Wolfsburger Autobauer. In einem Käfig lag ein Zettel mit Aufschrift "Reserviert Fifa". Damit erinnerten die Jecken an die Affäre um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Ein anderer Wagen symbolisierte die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland mit dem Spruch "Piraten des 21. Jahrhunderts - Raub der Halbinsel Krim".

Wasungen war am Sonnabend aber nicht der einzige Ort in Thüringen, wo Karneval gefeiert wurde. In Erfurt stürmten Karnevalisten das Rathaus und "entführten" Oberbürgermeister Andreas Bausewein. In Stadtilm, Bad Langensalza und anderen Orten wurden Umzüge veranstaltet.

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2016, 16:48 Uhr

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51 Kommentare

09.02.2016 16:39 Lustig 51

Sorry, Falklandkrieg 1983 war es.

09.02.2016 16:34 Lustig 50

Hatten schon in den Siebzigern zum Falklandkrieg Wagen gebaut. (Jüchsen) Mussten beim ABV antreten. Und heute wird die kleinste Kritik nach Nazimuster gebastelt. Merkelt euch, nach dem alten Lied: Die Partei hat immer recht.

08.02.2016 19:22 rumtata 49

Wer Menschen als Heuschrecken darstellt, ist den Nazis und Rassisten näher, als er/sie wahrhaben will. Und darf sich dann nicht beschweren, dass diese freie Meinungsäußerung entsprechend bewertet wird: Als Menschenverachtung. Der "Stürmer" und seine Leserschaft fanden die antisemitischen Karikaturen des Blatts damals auch witzig. Vielleicht sollten die "Heuschrecken"-Fans einfach die Gegenprobe machen: Wollen sie selbst als Insektenplage, Ungeziefer charakterisiert werden?

08.02.2016 18:22 ascanier 48

@ 14, Wenn ich micht recht erinnere wurde vor ein paar Jahren amerikansiche Grossinvestoren als Heuschrecken bezeichnet. Von den Gewerkschafften, von der Presse und von allem was rosarot geleuchtet hat. Seltsam, damals sprach niemand von Nazi Jargon! Aber das waren ja auch "die Guten", die dürfen das. Das Volk (Pack) ist dann perse rechts............................ gute nacht Deutschland

08.02.2016 15:51 Hubert 47

Ergänzung zu Kommentar 45, gelöschter Link In Spiegel Online schrieb Volker Kitz am 03.02.2016 folgenden Artikel: Meinungsfreiheit: Das wird man doch wohl mal sagen dürfen - oder? Foristen, die sich hier so penetrant auf ihre Meinungsfreiheit berufen, bitte ich, den Artikel zu lesen.

08.02.2016 14:58 martin 46

Wehret den Anfängen!

08.02.2016 13:45 Hubert 45

@44 Nein, ich habe das Thema nicht verfehlt sondern nur umgeleitet. Vorweg: Menschen, die vor Krieg flüchten, als Heuschreckenplage zu bezeichnen ist widerlich und auf Stürmerniveau. (Die Lok mit der Beschriftung "Balkan-Express" ist für mich akzeptabel.) Jetzt zu meiner "Umleitung": 1989/1990 die gleiche Situation: Willkommenskultur, Begrüßungsgeld (heute sind das Bahnhofsklatscher). Kurze Zeit später: die Mauer muß wieder her, der Zaun muß höher werden! Hat nur noch gefehlt, die Ossis sind eine Rattenplage. Oft habe ich mich als Wessi für diese dumpfen Wessisprüche geschämt. @ einige hier im Forum: wer denkt wie ein Nazi, wer spricht wie ein Nazi - der ist ein Nazi! @ einige hier im Forum betreffend Meinungsfreiheit: Vor einigen Tagen im Spiegel: [...] Externen Link gelöscht MDR.DE_Redaktion

08.02.2016 12:07 Wo könnte der Zusammenhang sein? 44

@42. Hubert: (Was wäre wenn - ich (aus einem "alten" Bundesland) die Lokomotive gegen einen Trabi austausche, mit "Ossi-Express" und "jetzt kömmt die Plooch" beschrifte und dann Heuschrecken hinterher laufen lasse?) Dann hätten Sie das Thema verfehlt.

08.02.2016 11:55 Stefan (Der) 43

Im Karneval ist so etwas natürlich erlaubt, auch wenn der Panzer aus dem Ilmtal (Bayern!) etwas geschmacklos ist. Gwünscht hätte ich mir bei der Kreativität auch einen Wagen mit Rattenfänger Bernd und einigen Ratten hinterher. Evtl. sollte ich nächstes Jahr auch mal etwas mitgestalten. Mal sehen, ob das auch alle so lustig finden. Aber der Karneval kommt auch immer so schnell.

08.02.2016 11:24 Hubert 42

Was wäre wenn - ich (aus einem "alten" Bundesland) die Lokomotive gegen einen Trabi austausche, mit "Ossi-Express" und "jetzt kömmt die Plooch" beschrifte und dann Heuschrecken hinterher laufen lasse? Sind die 2 Mio "Ossis", die seit der Wende in den Westen gingen, auch Heuschrecken? Ungeziefer? Ich finde dieses Wagenmotiv widerlich.

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