Streit um 1. Mai in Suhl und Erfurt Schneider findet verkaufsoffenen Sonntag "zynisch"

Die Pläne der Stadtverwaltungen von Suhl und Erfurt für einen verkaufsoffenen Sonntag am 1. Mai sorgen weiter für Kritik. Der Erfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider erklärte am Donnerstag, einen verkaufsoffenen Sonntag ausgerechnet am Tag der Arbeit zu erlauben, grenze an Zynismus. Er bezog sich in seiner Erklärung allerdings ausschließlich auf die Pläne in Suhl.

Carsten Schneider
Carsten Schneider Bildrechte: dpa

Schneider verwies darauf, dass der 1. Mai für die Arbeiterbewegung ein bedeutendes Datum sei. "Weltweit wird an diesem Tag auf die Belange von Arbeitnehmern hingewiesen." Er unterstütze ausdrücklich die Forderung des Deutschen Gewerkschafts-Bundes (DGB), diesen Tag als Tag der Arbeit zu schützen. Stadtverwaltung und Stadtmarketing in Suhl sollten ihre Entscheidung überdenken, forderte der Abgeordnete.

Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel sagte am Donnerstag, er habe nach Recht und Gesetz gehandelt. Der 1. Mai sei, anders als Ostern und Weihnachten, in Thüringen nicht besonders als Feiertag geschützt. Den DGB und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief er auf, Chancen eines verkaufsoffenen Tages in Suhl zu nutzen. Am 1. Mai gebe es Rummel, Automeile und offene Läden. Die Stadt werde voller Menschen sein. Davon könnten auch die Gewerkschaften profitieren.

Nach Angaben des Thüringer Handelsverbandes wird es im Einkaufszentrum "Thüringen-Park" in Erfurt ebenfalls einen verkaufsoffenen 1. Mai geben. Die Erfurter Stadtverwaltung habe die Genehmigung dafür erteilt, so der Verband am Donnerstag.

Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2016, 17:53 Uhr

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21 Kommentare

19.02.2016 11:18 Rademacher 21

Das ist doch pure Heuchelei, bei allen anderen und weit wichtigeren Feiertagen, wie den Adventssonntagen, hat die SPD doch damit auch kein Problem. Nur weil der 1. Mai für die Sozis eine ideologische Bedeutung hat, soll es da nun eine Ausnahme geben?! Verkaufsoffene Sonntage braucht es allgemein nicht! Übrigens wurde der 1. Mai hier in Deutschland von den Nazis als Feiertag eingeführt und vom SED- Regime 40 Jahre lang für ihre sozialistische Agitation missbraucht!

19.02.2016 09:01 insider 20

Es ist schon sehr verwunderlich das ausgerechnet in einer RRG Regierung die quasi Abschaffung eines Feiertages(auch noch des Arbeiterfeiertages) klammheimlich zu Gunsten des Profits umgesetzt werden soll. Das wäre so als wenn die CDU die Abschaffung des Ostersonntags beschließt. Also manche aus der RRG Koalition müssen wirklich nen Brett vorm Kopf haben um nicht zu erkennen was da passiert. Das beitragsfreie KITA Jahr scheint ja auch passe` zu sein. Einzig eine Gebiets und Theaterreform(wobei hier die Frage ist, ob Reform etwas Positives ist) will mann mit aller Macht durchsetzen. Über die Sinnhaftigkeit darf spekuliert werden. Herr Schneider tut gut daran seine Leute mal wieder auf Linie zu bringen und Ihnen klar zu machen warum Sie die letzte Landtagswahl quasi gewonnen haben. Vermissen tu ich hier auch mal nen Machtwort von Herrn Rammelow als ehemaliger Gewerkschafter. Er darf sich ruhig auch mal äußern wenn es mal nicht um Flüchtlinge geht.

19.02.2016 01:42 Ikarus 19

Wo und wann hat Herr S mal richtig gearbeitet?????

19.02.2016 01:37 Sanitäter 18

Feiertag sollte Feiertag bleiben. OK. Jedoch mag ich den schneidigen Herrn Schneider nicht mehr, er hat seine Authentizität verloren. In Potsdam im Villenviertel leben und hier den Wahlkreis vertreten wollen, nur um noch 50 Jahre im Bundestag für 10 Scheine im Monat zu bleiben und sich seine Pensionspfründe zu sichern. Das stinkt mir irgendwie.

18.02.2016 23:32 Stellen wir uns mal wieder dümmer als wir sind? 17

@14. Wessi: (Warum meckert man eigentlich über jemanden, der trotz vieler Unterschiede mal was Richtiges sagt? Nur um zu meckern?) Meckert? Stellen wir uns mal wieder dümmer als wir hoffentlich sind? Der Mann ist SPD-Politiker, vom rechten Rand der SPD - also noch weit rechts der FDP. Man muß Späne im Neokortex haben, um einem Mann mit diesem Background auch nur ein Wort zu glauben. Es war, wie andere schon richtig angemerkt haben, die SPD, die für die Zustände im Lande verantwortlich ist. Es verursacht mir einen Waschzwang, wenn ich diese substanzlose Gerede der zeitgenössischen SPD-Politiker höre. Was diese Partei tatsächlich vertritt, ist seit 2004 klar und zwar ohne jeden begründeten Zweifel.

18.02.2016 22:53 Mustermann 16

Wäre doch schön, wenn einfach jeder Sonntag verkaufsoffen ist, so wie in vielen anderen europäischen Ländern. Aber in Deutschland funktioniert die Trennung von Staat und Kirche anscheinend nicht so richtig.

18.02.2016 21:40 mueller 15

Herr Schneidern schon vergessen wer in Erfurt das Sagen hat? Hier macht rrg im Stadtrat Politik. Dann reden Sie Ihren Genossen mal ins Gewissen!

18.02.2016 20:40 Wessi 14

@ 13 Das ist nun aber unsere Verfassung und C.Schneider hat keine Schuld daran.Es ist das Wahlvolk, denn die Verfassung kann nur mit 2/3 Mehrheit geändert werden. Und die Mehrheit scheint dagegen zu sein. Warum meckert man eigentlich über jemanden, der trotz vieler Unterschiede mal was Richtiges sagt? Nur um zu meckern?Diese Schwarz-Weiß Denkerei!!!Der 1. Mai gehört übrigens nicht mißbraucht wie man das in Suhl vor hat.B.Ramelow ist gefordert diesen Feier - Tag in Thüringen wieder einzuführen, er als Linker!

18.02.2016 19:30 Herr Schneider ist übrigens 13

seit zwei Wahlperioden nicht mehr vom Wahlvolk, sondern von der Partei in den BT gewählt worden...via Listenplatz! Oder liege ich da falsch?
Jetzt hat der gute Mann finanziell ausgesorgt, beneidenswert! Der Rest musss leider schuften gehen, oder mit HARTZ IV aufstocken. Danke Herr Schneider!

18.02.2016 19:27 Irmgard Klose 12

Der 1.Mai ist so wichtig. Es ist der einzige Tag, wo die Arbeinehmer ihre Gemeinsamkeit demonstrieren können.