Arbeitsagentur-Chef in Nordhausen Weise: Jobsuche von Asylbewerbern dauert Jahre

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamtes für Migration, Frank-Jürgen Weise, hat Erwartungen an eine schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gedämpft. So etwas koste Zeit und Geld, sagte Weise am Donnerstag in Nordhausen. Statistiken zeigten, dass lediglich zehn Prozent der erwerbsfähigen Asylbewerber nach einem Jahr in Arbeit seien. Erst nach fünf Jahren habe die Hälfte einen festen Job, nach zehn Jahren seien es 70 Prozent. Eine der Hürden bei der Arbeitssuche von Asylbewerbern ist laut Weise die Sprachbarriere.

Flüchtlinge stehen zwischen Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (l, Die Linke) und dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise (r), am 07.01.2016 in einem Autohaus in Nordhausen (Thüringen), dazwischen der Geschäftsführer der Autohaus Peter Gruppe, Helmut Peter (M hinten).
In Nordhausen wurde am Donnerstag ein Projekt zur Vorbereitung von Flüchtlingen auf eine Berufsausbildung gestartet. Im Bild: Die künftigen Praktikanten mit BA-Chef Frank-Jürgen Weise (re.) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (li.) Bildrechte: dpa

Weise nahm in Nordhausen gemeinsam mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow am Start eines Pilotprojekts teil, bei dem zwölf Flüchtlinge in den nächsten Monaten in drei Nordthüringer Betrieben ein Praktikum absolvieren und gleichzeitig die deutsche Sprache lernen sollen. Verträge dazu wurden bei dem Besuch unterschrieben. Laut Arbeitsagentur sollen die jungen Flüchtlinge mit dem Projekt auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Sie erhalten dafür von der Agentur monatlich 216 Euro. Der Chef der Nordthüringer Arbeitsagentur, Karsten Froböse, sagte, man wolle Fachkräfte ausbilden und keine Hilfskräfte. Die Thüringer Wirtschaft benötigt Prognosen zufolge bis zum Jahr 2025 rund 280.000 Fachkräfte.

Bundesagentur-Chef Weise rechnet damit, dass von den im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommenen Flüchtlingen etwa 70 Prozent erwerbsfähig sind. Eine erste Befragung der Agentur habe ergeben, dass jeder dritte Syrer ein Gymnasium oder eine Hochschule mit Abschluss verlassen habe. Unter Flüchtlingen aus Afrika sei die Schulbildung allerdings schlechter. In Thüringen besuchen laut Regierungschef Ramelow derzeit rund 700 junge Asylbewerber spezielle Kurse an den Berufsschulen.

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2016, 20:56 Uhr

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20 Kommentare

10.01.2016 07:50 Thomas 20

@ Realist: Gehen Sie bitte auch nochmal zur Schule. Wenn es dann nach 6 Monaten mit Ihrer Rechtschreibung nicht besser wird, müssen Sie Thüringen leider verlassen !

09.01.2016 04:31 sws 19

Mein Sohn mußte nach 4 Monaten Schule in Frankreich - ALLE Klausuren und Prüfungen IN FRANZÖSISCH genauso wie seine französischen Mitschüler schreiben. Geht doch! Wenn ich eine Sprache lernen WILL, dann klappt das und wenn ich ohne ob bin, dann habe ich 24h am Tag Zeit, um diese Sprache zu lernen! Jüdische Einwanderer nach Israel haben genau 6 Monate Zeit, um Hebräisch zu lernen! Wo ist hier das Problem?

08.01.2016 15:21 Realist 18

die Märchenonkel und Tanten werden nicht weniger... warum in drei teufels Namen sollten ausgerechnet die in Deutschland angekommenen ,,Fachkräfte" entgegen JEDER Erfahrung aus dem In- und Ausland hier Arbeit bekommen. Nemen wir Dänemark, dort sagt die Statistik das nach 10!!!! Jahren immernoch 70 Prozent auf Sozialleistungen angewiesen sind. In deutschland sieht es doch realistisch betrachtet nicht anders aus. Also liebe träumer, dann fankt schon einmal an Euch die Ausreden einfallen zu lassen warum der ,,tolle Plan" irgendwie nicht funktioniert hat. Ala Merkel ,,jetzt sind sie nunmal da"

08.01.2016 11:26 Michael Möller 17

ich habe eine Frage an den MDR und auch an unsere Politiker ,vor fst ein halbes Jahr wurde behautet es wären alles ausgebildete Asylbewerber wieso brauchen diese Personen da jetzt eine Ausbildung ,wer lügt jetzt hier oder war es damals schon alles gelogen. merkt ihr nicht das ihr mit euern Halbwahrheiten die Menschen immer mehr gegen auch aufbringt und euch nicht mehr glauben. sagt endlich die Wahrheit oder halten absofort euren Mund.dasist meine meinung zu diesen und andern Themen

08.01.2016 11:10 Fellinghauer 16

Herr Weise, Ihre Aussagen erinnern mich an Göbels Rede: das Volk täglich belügen, etwas wird geglaubt. Oder denken Sie in dieser Frage auch positiv u. sagen ,wir schaffen das. Ist das nicht eine neue Art von Größenwahn.

08.01.2016 10:27 Frank 15

Wie wäre es erst einmal mit einem "Benimm-Kurs" und der Vermittlung unserer Normen und Gesetze - Köln grüßt.... Lieber mdr - bitte berichtet in drei Monaten über diese Ausbildung mit Zahlen - da wird niemand mehr dabei sein!

08.01.2016 10:10 Manfred 14

Eigentlich gilt das Asylrecht nur für die Dauer des Bürgerkrieges, beispielsweise in Syrien oder rechnet man damit dass dieser nie endet?

08.01.2016 09:46 M.W. 13

Was für eine Milchmädchenrechnung! Flüchtlinge decken den Fachkräftebedarf und retten unsere Sozialkassen.Wer das noch glaubt nach diesen Zahlen, lügt sich selbst in die Tasche oder ist ideologisch verblendet. Man kann nur noch Angst bekommen, vor einer Zukunft, die von den politisch Verantwortlichen vollkommen vor die Wand gefahren wird.

08.01.2016 08:36 Norweger 12

Sind doch alles Fachkräfte die kommen?!?! Die müssen doch gar nicht mehr ausgebildet werden. Oder war das doch eine große Lüge aus Berlin? Dann sofort R=ü=c=k=t=r=i=t=t Frau Merkel.

08.01.2016 06:56 Zweifler 11

Nach 10 ! Jahren 70 % woher diese Zahl? 7 von 10 Eingewanderte von vor 10 jahren haben jetzt einen Job? Damals waren die Zuwandererzahlen aber viel geringer! Aus eigener Erfahrung weiß ich, das wenn man alleine in einem fremden Land ist, strengt man sich viel mehr an, Sprache, Job und Umgang zu finden u. zu erlernen. In Gruppen steht das alles im Hintergund. Das ist kein Vorwurf an die Flüchtenden, es ist eine Tatsache, das man sich ehr zusammenschließt und für sich bleibt, anstatt die anstehende Schwierigkeit in Angriff zu nehmen. Und sich in die Gesellschaft zu integrieren.