Generelle Geschwindigkeitsbegrenzung Thüringen gegen Tempo 30 in der Stadt

Ein Tempo 30-Limit auf allen Straßen in Städten lautet die Forderung des Umweltbundesamtes. In Thüringen findet diese Idee keine Unterstützung.

Birgit Keller spricht bei der Regierungsmedienkonferenz der Thüringer Landesregierung am 8. Dezember 2015 in der Thüringer Staatskanzlei.
Thüringer Verkehrsministerin Birgit Keller Bildrechte: IMAGO

Verkehrsministerin Birgit Keller (Die Linke) sagte auf dpa-Anfrage, die Fachleute ihres Hauses befürchteten, dass Autofahrer dann verstärkt den kürzesten Weg suchen und dazu von Haupt- auf Nebenstraßen durch Wohngebiete ausweichen würden. "Generelle Tempo-30-Zonen befürworten wir nicht", so die Ministerin weiter. Zusätzlich könne es zu Frustration bei den Fahrern führen, wenn sie auf Straßen, die für höhere Geschwindigkeiten ausgebaut wurden, nur 30 Kilometer pro Stunde fahren dürften. Die Strecken müssten dann baulich an die niedrigere Geschwindigkeit angepasst werden.

Das Umweltbundesamt dagegen sieht zahlreiche Vorteile, wenn Städte zur Tempo-30-Zone würden. Präsidentin Maria Krautzberger sagte, "Tempo 30 bringt bessere Luft, flüssigeren Verkehr und weniger Unfälle - und man ist in der Regel genauso schnell unterwegs". Deshalb fordere sie, dass auf allen Straßen in der Stadt Tempo 30 gelten sollte. Zwar könnten auf bestimmten Straßen auch höhere Geschwindigkeiten erlaubt werden, aber 30 Stundenkilometer sollten die Regel sein.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Nachrichten | 14.04.2017 | ab 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. April 2017, 13:24 Uhr

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16 Kommentare

16.04.2017 11:18 Diddy 16

Haben die ihre Hausaufgaben nicht gemacht? Von der reinen Logic her bin ich mit 30 Km/h länger in der Stadt unterwegs, als mit 50 Km/h. Da ist es bei 30 Km/h unmöglich mit dem gleichen Gang zu fahren, wie mit 50 Km/h. Auch wenn die Drehzahl fast gleich sein sollte, habe ich durch die längere Fahrzeit insgesamt einen höheren Kaftstoffverbrauch und damit höhere Schadstoffe in der Luft. Mehr Kraftstoffverbrauch ist nur für die
Steuereinnahmen gut. ;-) Schlecht abgestimmte Ampeln ist auch ein Problem. Auf gerader Strecke in einigen Städten muss ich fast an jeder Ampel anhalten, weil man es nicht schafft mit dem erlaubten Tempo über die nächste Ampel zu kommen. Das ständige Anfahren kostet unnötigen
Kraftstoff und belastet die Umwelt zusätzlich. Da denkt wahrscheinlich keiner darüber nach. Wer 30 Km/h im 5. Gang fährt, fährt untertourig, das ist bestimmt gut für den Motor. ;-)

16.04.2017 06:49 beyer 15

@12
Ich fahr bei 30km/h in der Regel im fünften Gang. Wo soll denn da die Drehzahl im unwirtschaftlichen Bereich sein? Mir scheint, falls Sie Auto fahren dann Automatik oder haben das mit den Gängen nicht so recht begriffen...
Natürlich ist das beste Spritverbrauch/Leistungsverhältnis auf der freien Autobahn im höchsten Gang zwischen 80 und 120km/h.

15.04.2017 00:49 Petra Stein 14

Ach Gottchen!!: Keller: "Zusätzlich könne es zu Frustration bei den Fahrern führen, wenn sie auf Straßen, die für höhere Geschwindigkeiten ausgebaut wurden, nur 30 Kilometer pro Stunde fahren dürften."

Die armen, armen frustrierten Autofahrer, müssen sie dann zum Psychologen?

Spöttelei beiseite: jedes Kind, das nicht überfahren wird, und weniger Abgase, vor allem in den Städten, sind doch das Opfer der angeblichen "Frustration" einiger Raser wert, oder?

Man könnte es doch im Vorfeld der Entscheidung zumindest ausprobieren, zumindest in ausgewählten Städten und Gebieten. Probeweise für ein Jahr und danach neu entscheiden (lassen).

Andere Vorschläge, die hier gemacht wurden, wie etwa kostenlosen ÖPNV finde ich auch bedenkenswert. Das spart mittel- und langfristig Investitionen im Straßenbau.

15.04.2017 21:45 part 13

Wo die Kommunen und Landkreise immer weniger Geld von Bund erhalten, weil der den Aufruf von Trump und v. d. Leyen sowie den Nutznießer folgt, da ist natürlich auch kein Geld mehr vorhanden für die Reparatur und den Ausbau des Straßensystems, Umgehungsstraßen inbegriffen. Doch statt die wirklichen Emmisionsverursacher zu belangen wird versucht die Hand an den Individualverkehr zu legen bei gleichzeitiger Abwesenheit von funtionierenden ÖPNV. Weiterhin dürfen Kohlekraftwerke, Schiffsdiesel, Panzer, Militärtransporter oder SUV, s in immer größer werden Ausführungen bestehen ohne das sie in Frage gestellt werden. Oder soll einfach nur wieder gerade von wirklich wichtigen Themen im Weltgeschehen abgelenkt werden?

15.04.2017 17:46 Frank 12

@ 11: Mit Ihrem letzten Satz irren Sie. Bei 30 km/h laufen Motoren in einem unwirtschaftlichen Drehzahlbereich und stossen mehr Schadstoffe aus. Wohl selbst kein Kraftfahrer?

15.04.2017 14:36 beyer 11

@10
War auch meine erste Intuition, da werden für ein Haufen Geld die Schilder getauscht und ändern tut sich nichts. Es soll aber auch Ortschaften geben, wo die Autofahrer durchrasen - für die wäre es schon wünschenswert.
@8
Im Tagesbetrieb ist es natürlich besser zwischen den roten Ampeln nur mit 30 zu fahren. Zeitlich egal aber besser für die Umwelt.

14.04.2017 18:47 Thorsten Keil 10

Naja, spielt für Thüringen eh keine Rolle, hier gibt es ja keine Städte. Ansonsten, ist das Quatsch, es gibt ja schon jetzt genug Schilder mit unterschiedlichsten Geschwindigkeiten, die müsste man dann großteils ändern oder neue weitere Aufstellen.

14.04.2017 18:16 pkeszler 9

@Jan Knies
"Was für eine Schnapsidee?"
Ob die wieder aus der CSU kommt? Immerhin stammt die Präsidentin des Umweltbundesamtes Maria Krautzberger aus Bayern.

14.04.2017 17:39 Demkse 8

"Tempo 30 bringt bessere Luft, flüssigeren Verkehr und weniger Unfälle - und man ist in der Regel genauso schnell unterwegs". - Unsinn, wer regelmäßig in Weimar unterwegs ist, weiß, dass das mitnichten zutrifft. Der Verkehr ist nicht flüssig, sondern verläuft im Schneckentempo (einige Verkehrsteilnehmer fahren dann in der Regel noch langsamer) und die Fahrer werden aggressiv und drängeln. Der Steuer zahlende Pöbel braucht dann noch länger auf Arbeit. Na, vielen Dank, lieber SPD Umweltministerin. Wie immer sehr arbeitnehmerfreundlich, diese Partei

14.04.2017 17:22 pkeszler 7

"Wichtig ist, dass der Verkehr flüssig gehalten wird und die Kontrolle der Geschwindigkeit verstärkt wird."
Das kann man zum Beispiel auch durch eine variable grüne Welle erreichen, mit der der Verkehr flüssig gehalten und gleichzeitig Einfluss auf die Geschwindigkeit genommen wird. Außerdem wird hier auch mehr dem Umweltschutzgedanken Rechnung getragen.

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