Thüringen Kommunale Blitzer erwirtschaften Millionen

Zwölf Thüringer Städte haben eigene Radarfallen installiert. Die Einnahmen lagen im vergangenen Jahr bei mehr als 10,2 Millionen Euro. Und die Summe dürfte in den nächsten Jahren weiter steigen.

Die zwölf Thüringer Städte mit eigenen Blitzern haben im vergangenen Jahr Millioneneinnahmen erzielt. Wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine kleine Anfrage der CDU hervor geht, meldeten die Kommunen Blitzereinnahmen von insgesamt mehr als 10,2 Millionen Euro. Spitzenreiter war dabei die Stadt Erfurt, die allein rund 3,3 Millionen Euro verzeichnete. Das war fast zweieinhalb Mal mehr als 2015 (1,35 Millionen Euro).

Außer Erfurt kontrollieren inzwischen auch Eisenach, Gotha, Gera, Greiz, Jena, Mühlhausen, Nordhausen, Saalfeld, Sondershausen, Suhl und Weimar in Eigenregie die Geschwindigkeit der Autofahrer. Das sind vier Städte mehr als noch vor fünf Jahren. Grundlage ist eine Thüringer Verordnung (ZustVOVOWi § 2 Abs.2). Demnach könnten noch neun weitere Kommunen eigene Blitzer aufstellen, unter anderem Apolda und Rudolstadt. Wo genau, muss dabei mit der Polizei abgesprochen werden. Als Richtlinie gilt, dass bevorzugt zum Beispiel Unfallschwerpunkte und gefährliche Streckenabschnitte ausgewählt werden sollen.

An einer Straße steht eine Blitzersäule. Auf der Straße fahren mehrere Autos.
Stationäre Blitzersäule - hier in Suhl Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Erhöhen Blitzer die Verkehrssicherheit?

Die Städte begründen die Radarfallen mit sichereren Straßen, weniger Lärm und geringerer Umweltbelastung. Ähnlich sieht es die Landesregierung. Durch die kommunalen Blitzer erhöhe sich die Kontrolldichte und damit die Sicherheit im Straßenverkehr, heißt es in der Antwort des Innenministeriums auf die Kleine Anfrage. "Außerdem wird die Polizei entlastet".

Immer wieder gibt es aber auch Kritik an den städtischen Geschwindigkeitsmessungen. Zuletzt musste sich Saalfeld im Frühjahr den Vorwurf gefallen lassen, es handele sich um Abzocke. Unter anderem war aus Fenstern heraus geblitzt worden. Bürgermeister Mathias Graul hatte MDR THÜRINGEN erklärt, die Stadt habe sich für die neue Technik entschieden, weil sich Anwohner über Raser beklagt hatten. Ein Blitzer sei für drei Jahre gemietet und werde an schwer zugänglichen Stellen im Stadtgebiet eingesetzt. Er solle aber nicht nur in Fenstern, sondern auch andernorts zum Einsatz kommen.

Ein mobiles Blitzgerät wurde in einem Haus aufgebaut und aus dem Fenster auf die Straße ausgerichtet
Der "Fensterblitzer" von Saalfeld. Bildrechte: Felix/Facebook-Seite "Blitzer Saalfeld und Umgebung"

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Nachrichten | 02.07.2017 | ab 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2017, 10:00 Uhr

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18 Kommentare

03.07.2017 12:20 Wolpertinger 18

@03.07.2017 10:43 Untermensch aus Dunkeldeutschland
Wenn Sie etwas nachdenken, werden Sie feststellen, dass Ihre Behauptung ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist. Ich gebe Ihnen mal das Stichwort "Kausalzusammenhang" mit auf den Weg.

03.07.2017 12:16 beyer 17

@15 Bunter Mensch
Bitte beim Thema bleiben.
Sowohl die Knöllchen als auch die hier angesprochenen Geschwindigkeitskontrollen haben nix mit der Polizei zu tun. Macht beides das Ordnungsamt.
Im Übrigen zwingt Sie ja keiner zu schnell zu fahren.

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