Thüringer Umweltministerium Wolfsmischlinge sollen umgesiedelt werden

Die sechs Wolfs-Hund-Mischlinge von Ohrdruf sollen eingefangen und in den Bärenpark Worbis umgesiedelt werden. Das teilte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund am Mittwoch in Erfurt mit. Die Entnahme der Jungtiere, die mit ihrer Wolfsmutter auf dem Bundeswehr-Übungsplatz bei Ohrdruf leben, solle schon in den nächsten Tagen beginnen, sagte die Grünen-Politikerin. Dafür sei das Wolfsbüro "Lupus" aus Sachsen vorgesehen. Dieses solle die Aufenthaltsorte der Tiere ermitteln und die Hybriden einfangen. Vorher müssten jedoch die notwendigen Genehmigungen vom Landesverwaltungsamt in Weimar erteilt werden. Die Wölfin, die seit einigen Jahren auf dem Übungsplatz lebt, soll dort laut Siegesmund bleiben.

Wolf in freier Wildbahn von einer Fotofalle aufgenommen
Die Wölfin und ihre Jungtiere Bildrechte: Bundesforst

Die Ministerin sagte weiter, dass die Jungtiere bis Ende Februar 2018 eingefangen sein müssen. Sollte das bis zu diesem Zeitpunkt nicht gelingen, sei auch ihr Abschuss nicht auszuschließen. Siegesmund begründete das damit, dass die Hybride nach Einschätzung von Experten spätestens im Frühjahr 2018 damit beginnen dürften, sich eigene Reviere zu suchen. Die Präferenz des Ministeriums liege aber eindeutig beim Lebendfangen. Um eine Vermehrung der Hybride zu verhindern, sollen diese sterilisiert werden.

Die Ohrdrufer Wölfin und ihre Jungtiere sollen in den vergangenen Monaten Dutzende Schafe und Ziegen in der Region gerissen haben. Nachgewiesen wurde ihre "Täterschaft" bisher in zwei Fällen. Die Vorfälle hatten heftige Debatten über den Umgang mit der Wölfin und ihren Jungtieren ausgelöst. So hatte sich der Thüringer Schäferverband für das Töten der Raubtiere ausgesprochen und auf die schon entstandenen Schäden in den Beständen der betroffenen Schäfer hingewiesen. Diese können allerdings für Verluste durch Wölfe vom Land Entschädigungen erhalten.

Ausreichend Lebensraum für Hybride in Worbis

Anja Siegesmund mit Exemplar des Wolfmanagementplans im Vordergrund bei Pressekonferenz
Umweltministerin Anja Siegesmund: Wölfin wird nicht abgeschossen Bildrechte: MDR/Michael Hesse

Siegesmund betonte am Mittwoch, dass die Hybride aus artenschutzrechtlichen Gründen nicht im Revier Ohrdruf bleiben könnten. Das Ministerium habe gemeinsam mit Experten vom Kompetenzzentrum Wolf, dem Schäferverband, dem Bundesforst und der Bundeswehr die möglichen Maßnahmen geprüft und sich schließlich für den zweistufigen Plan - Umsiedlung plus Option des Abschusses - entschieden. Für den Bärenpark Worbis als neuen Lebensraum der Hybride habe man sich entschieden, weil dieser über großräumige und naturbelassene Gehege sowie die nötige fachliche Kompetenz verfüge.

Nach Angaben von Bärenpark-Geschäftsführer Rüdiger Schmiedel sollen die Hybride in ihrem neuen Domizil in einem 1,5 Hektar großen Gehege leben. Sie würden nicht in andere Rudel integriert, denn "die Tiere würden sich dann gegenseitig umbringen", sagte er.

Die Ohrdrufer Wölfin soll laut Siegesmund zunächst zusammen mit ihren Jungtieren eingefangen werden. Sie werde mit einem Sender versehen und dann wieder freigelassen. Der Sender soll Daten zum Bewegungsradius des Tieres sammeln. Davon erhofft sich das Ministerium auch, rechtzeitig Hinweise darauf zu bekommen, ob sich die Wölfin wieder paart. Siegesmund betonte, dass Wölfe streng geschützt sind. Ein Abschuss der Wölfin komme daher nicht in Frage.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 08. November 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2017, 13:28 Uhr

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21 Kommentare

10.11.2017 16:32 Ekkehard Kohfeld 21

Wolpertinger 20 Na, wieviel kommt denn da zusätzlich auf jeden einzelnen Steuerzahler zusätzlich zu ?##Ändert aber nicht daran das es Steuergelder sind und nicht ihr Geld.Haben sie über Steuergelder zu entscheiden?

10.11.2017 11:42 Wolpertinger 20

@10.11.2017 11:27 Ekkehard Kohfeld
Na, wieviel kommt denn da zusätzlich auf jeden einzelnen Steuerzahler zusätzlich zu ?

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