Abschuss in bestimmten Fällen CDU will "Schutzjagd" auf Wölfe

Jäger in Thüringen sollen Jagd auf Wölfe machen dürfen - in bestimmten Fällen. Das fordert die CDU-Fraktion im Landtag. Deren agrarpolitischer Specher Egon Primas sagte am Mittwoch, seine Fraktion fordere von der Landesregierung eine Wolfsverordnung, die auch eine sogenannte Schutzjagd vorsehe. Sie könnte der Vertreibung von Wölfen aus bestimmten Gebieten dienen und damit zum Schutz von Nutztieren und Menschen beitragen. Der Naturschutzbund (NABU) Thüringen nannte diese Forderung "Aktionismus". Der Verband der Schafzüchter begrüßte sie.

Ein Wolf im Wald.
Ein Wolf Bildrechte: Colourbox.de

Die "Schutzjagd" soll nach den Vorstellungen der CDU den Abschuss von Wölfen erlauben, die ein problematisches Verhalten zeigen. In den vergangenen Monaten waren mehrfach Schafe und Ziegen vor allem im Kreis Gotha von Raubtieren gerissen worden. In einigen Fällen ergaben Untersuchungen von Genproben, dass es sich um Wölfe handelte. Ob es sich dabei um "einheimische" Wölfe handelte oder um durchziehende, ist unklar. Bislang ist in Thüringen nur ein weibliches Tier sesshaft, das sein Revier auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf hat. In der Region ist ein Wolfsgebiet mit einem Radios von 30 Kilometern ausgewiesen.

Der NABU erklärte hingegen, Tierhalter in dem Gebiet sollten den Schutz ihrer Herden vor Angriffen verbessern. Die meisten Schäfer rund um den Truppenübungsplatz hätten sich mittlerweile auf die dort lebende Wölfin eingestellt. NABU-Sprecher Silvester Tamás verwies auf die Möglichkeit für Tierhalter, für die Anschaffung von Herdenschutzhunden und den Bau von Zäunen finanzielle Unterstützung des Landes zu bekommen.

Der Vizepräsident des Thüringer Schafzüchterverbandes, Jürgen Hoffmann, begrüßte hingegen die Forderung der CDU. Bereits jetzt gebe es Probleme mit den Wölfen, sagte er MDR THÜRINGEN. Alle zwei Woche gebe es Meldungen über gerissene Schafe und Ziegen. Das könne nicht so weitergehen. Es drohe die Gefahr, dass der Wolf allmählich die Scheu vor dem Menschen verliere und irgendwann auch nachts durch die Dörfer laufe, sagte Hoffmann.

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Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 23.08.2017 | Fazit | 18:05 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2017, 08:36 Uhr

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21 Kommentare

24.08.2017 18:21 Rademacher 21

@Wolfsmensch: Sie haben demnach Ihr Haus sicherlich schon freiwillig als Wolfshöhle bereitstellt???.@Rasselbock: Komisch ist in der Regel immer nur der Realitätsverlust der Linksgrünen.

24.08.2017 17:55 Realist2014 20

@Ariane Falter: Sie schaffen es in einem kurzen Kommentar gegen Juden, Muslime, Jäger und Schafszüchter zu hetzen. Gratulation! Ohne Jäger sehe es für die deutsche Landwirtschaft (und damit auch für Ihr Essen) ziemlich übel aus. Das kann jeder Mensch, der ein bisschen Ahnung von Landwirtschaft hat, bestätigen. Wenn Wildschweine überhand nehmen und in die Städte kommen, ist das Geschrei auch immer groß. Was den Spruch mit den Schafzüchtern angeht: Ich hoffe, wenn eines Tages Ihre Existenz bedroht ist, kommt auch jemand daher und bringt einen derart zynischen-dü... Spruch.

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