Forstwirschaft in Thüringen : Minister sieht Landesanstalt als Erfolgsmodell
Ein Jahr nach der Gründung der Landesforstanstalt "Thüringenforst" wertet Forstminister Jürgen Reinholz das Modell als Erfolg. Die Umwandlung in eine Anstalt öffentlichen Rechts zum 1. Januar 2012 habe den Weg für Neueinstellungen geebnet, die vorher nicht möglich gewesen wären, sagte Reinholz am Montag am Rande einer Festveranstaltung zum einjährigen Bestehen der Anstalt in Erfurt. Damit sei auch der Weg frei gewesen für die seit Jahren anstehende Einstellung von jungem Fachpersonal. Etwa 25 der 1.500 Dienstposten in der Landesforstanstalt seien bisher noch unbesetzt.
Reinholz sagte weiter, mit der Landesforstanstalt werde der Haushalt des Landes bis zum Jahr 2018 im Vergleich zur alten Struktur um 20 Prozent entlastet. "Das muss erstmal ein anderes Ministerium aufweisen", sagte der CDU-Politiker. Nach Reinholz' Angaben hat der "Thüringenforst" im vergangenen Jahr Erlöse von 107 Millionen Euro erzielt. In den kommenden Jahren sollen die Erlöse weiter gesteigert werden, etwa durch mehr Effizienz bei der Holzgewinnung.
Zu den Aufgaben der Anstalt gehören neben der Hege und Pflege der landeseigenen Wälder die Betreuung und Beratung kommunaler und privater Waldbesitzer sowie der Naturschutz. Mehr als 100.000 Euro seien beispielsweise im vergangenen Jahr in die Renaturierung der Hochmoore geflossen, sagte Vorstand Volker Gebhardt. Das Schützenbergmoor im Thüringer Wald habe sich so zu einem "Erlebnismoor" gemausert, in dem Besucher die zerstörenden Eingriffe vergangener Jahrhunderte und deren Beseitigung besichtigen können. Außerdem betreut die Anstalt Schutzprojekte für Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind. Das gilt etwa für Feuersalamander und Auerhühner. In Programme zum Schutz dieser beiden Arten wurden nach Gebhardts Angaben jeweils 300.000 Euro investiert.
Anstaltsgründung war umstritten
Der Thüringer Landtag hatte im Herbst 2011 die Gründung der Forstanstalt und die Überführung der bisher in der staatlichen Forstverwaltung tätigen Mitarbeiter in diese Anstalt beschlossen. Diese Neuorganisation war von Protesten der Beschäftigten und von Kritik aus Opposition und Umweltverbände begleitet. Im Fokus der Kritik standen vor allem die erwarteten Einspareffekte, die - so die Sorge der Kritiker - vor allem zu Lasten der Beschäftigten gehen würden.
In Thüringen ist eine Fläche von rund 550.000 Hektar von Wald bedeckt. Etwa 198.000 Hektar davon sind landeseigene Wälder.
