Thüringen

Tiefenort : Land soll härter gegen Laugenverpressung vorgehen

Die Linke in Thüringen fordert von der Landesregierung ein härteres Vorgehen gegen  die Versenkung von Kalilauge. Hintergrund sind die Ergebnisse einer Tiefenbohrung nach einem Erdfall in Tiefenort.

Linke: Lauge aus Tiefenbohrung ähnelt K+S-Abwasser

Draufsicht auf den Krater nach Erdfall in Tiefenort
Im Januar 2010 sackte in Tiefenort die Erde ab

Linken-Umweltexpertin Katja Wolf sagte am Freitag, bei den Bohrungen sei in 200 Meter Tiefe Salzlauge im Kalk- und Gipsgestein gefunden worden. Deren Zusammensetzung ähnle dem Abwasser des Düngemittelherstellers Kali und Salz (K+S). Wolfs Fraktionskollege Thilo Kummer ergänzte, die Lauge sei auch nicht aus dem vorhandenen Werrasteinsalz entstanden. Das Auftreten der Lauge bedeute zwar momentan keine aktuelle Gefahr für die Region. Längerfristig sei aber die Standfestigkeit von Grubengebäuden gefährdet und mit weiteren Erdfällen zu rechnen.

Erdfall bislang laut Gutachten natürlichen Ursprungs

In Tiefenort hatte sich im Januar 2010 ein Erdfall ereignet. Die Erde war um zwei Meter abgesackt. 13 Menschen mussten aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen. Der Ort liegt in einem ehemaligen Bergbaugebiet, in dem früher vor allem Kalisalz abgebaut wurde. Ein im Auftrag der Landesregierung erstelltes Gutachten kam damals zu dem Schluss, dass der Erdfall eine natürliche Ursache habe. Der salzhaltige Untergrund werde durch Wasser ausgespült und sei deshalb löchrig, hieß es damals.

Hessen erlaubt weiter unterirdische Verpressung

Der Kalikonzern K+S darf seit dem vergangenen Jahr auf thüringischer Seite kein Laugenabwasser mehr in die unterirdischen Gesteinsschichten versenken. Die hessische Landesregierung genehmigte dagegen K+S im November 2011 weitere Versenkungen im Werratal trotz Bedenken des Thüringer Verwaltungsamtes.

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2012, 22:55 Uhr

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