Diskussion um Urwald "Es wird Debatten geben, wenn nicht sogar eine Krise"

Der kleine Parteitag der Thüringer Grünen in Weimar hat das Thema Urwald einmal mehr diskutiert: Umweltministerin Siegesmund rechnet mit Widerstand auch innerhalb der Koalition gegen ihre Urwald-Pläne.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund von den Grünen rechnet in der Diskussion um einen Urwald in Nordthüringen mit Gegenwind innerhalb der Landesregierung. Siegesmund sagte am Sonnabend beim kleinen Parteitag in Weimar, es werde Debatten, wenn nicht sogar eine Krise in der Koalition geben. Siegesmund sprach von einer "Baumkahlschlags-Lobby", die unterwegs sei.

Geschlossener Buchenwald mit Lichtung.
Der Buchenwald Possen bei Sondershausen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Grünen setzen sich dafür ein, dass sich der Possen rund um Sondershausen zu einem Urwald entwickelt. "Wir wollen, dass unsere Kinder und Kindeskinder durch wertvolle Buchenwälder gehen", sagte sie. "Der Possen ist nicht die Fläche, wo der Forst Raubbau an der Natur treiben kann."

Thüringen will bis 2020 rund 26.200 Hektar Wald aus der Bewirtschaftung durch den staatlichen Thüringenforst herauslösen. Das sind fünf Prozent der Waldflächen. Die Forstverwaltung befürchtet, dass der Possen dazu kommt, sie das 2.500 Hektar große Gebiet zusätzlich aus der Nutzung nehmen muss.

Die CDU-Fraktion im Landtag lieferte am Sonnabend via Twitter einen Vorgeschmack auf die anstehende Urwald-Debatte. "Wertvolle Wirtschaftswälder zu 'Wildnisgebieten' umzufunktionieren ist ein rein ideologisches Konzept", schrieben die Christdemokraten. Wenn Wald nachhaltig bewirtschaftet werde, sichere das Arbeitsplätze und Wertschöpfung für die Region. Die CDU behauptet zudem, Wildnisgebiete in Deutschland förderten die Abholzung echter Urwälder andernorts.

Über dieses Thema berichtet das MDR FERNSEHEN: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11.03.2017 | ab 19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2017, 17:19 Uhr

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8 Kommentare

13.03.2017 22:24 Christian 8

Es ist schon erstaunlich, mit welchen Mitteln Minister in der Thüringer Regierung arbeiten. Frau Siegesmund prophezeit eine Kriese in der Regierung. Das zeigt doch nur eins, wie stark ihr Machtstreben ist. Ihr sollte mal bewust sein welcher Anteil Wähler eigentlich auf die Partei der Grünen entfällt. Zum anderen überrascht die fachliche Unkenntnis der primären Produktion und seiner Begrifflichkeiten. Hier ligt der Verdacht der Stimmungsmache von höchster Stelle nahe, denn an dem Wald bei uns gibt es nichts zu retten, der wird sofern es das Klima zu lässt weiter bestehen, weil es dafür bereits Gesetzte gibt. Und Kahlschläge werden bei uns schon lange nicht mehr gemacht, höchstens in den Ländern von denen wir unsere Holzrohstoffe beziehen weil wir mehr verbrauchen als bei uns eingeschlagen wird. Die Verantwortlichen gebrauchen falsche Informationen um ihre Macht zu sichern und betreiben einen Ablasshandel mit dem schlechten Gewissen der Rohölverbraucher. Schutz durch Nutzung.

12.03.2017 18:36 theo 7

... nutzt die Chance für den Urwald. Meine Freunde aus den Ballungszentren der Republick kommen gerne nach Thüringen - der guten Luft und dem vielen Grün wegen. Wir sollten Stolz darauf sein was wir hier noch haben. Allen Unkenrufen zum Trotz ist z.B. der Hainich mit seinem Baumwipfelpfad ein voller Erfolg und ein wichtiges touristisches Ausflugsziel geworden. Um Ackerflächen zu bestaunen, kommt uns keiner besuchen!