Tagung in Erfurt Verfassungsschützer besorgt über bisher unbekannte Täter

In Deutschland gibt es weiterhin eine hohe Zahl von Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte in der ersten Hälfte dieses Jahres mehr als 560 Straftaten gegen Unterkünfte, darunter zahlreiche Brandanschläge. Im vergangenen Jahr waren es rund 1.005 laut neuen Zahlen, die am Montag auf einem Symposium des Verfassungsschutzes in Erfurt genannt wurden. Demnach beobachten Polizei und Verfassungsschutz, dass ein Drittel der Täter bisher nicht mit Straftaten aufgefallen sei.

"Reines Glück, dass es bisher keine Todesopfer gab"

Der BKA-Beamte Marc Schmitz sagte, es sei reines Glück, dass es bisher keine Todesopfer gegeben habe. Dabei meint Schmitz besonders die steigenden Zahlen bei Gewalttaten gegen Flüchtlingsunterkünfte. Denn allein in den sechs Monaten seit Jahresbeginn zählte das BKA 177 solcher Gewaltdelikte. Im gesamten Vorjahr waren es knapp 100. Als erschreckend bezeichnete Schmitz auch die Zahl der Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb der Unterkünfte - also etwa an Bushaltestellen oder vor Supermärkten. Demnach gab es seit Januar dieses Jahres 824 Straftaten, davon 142 Gewaltdelikte.

Viele Täter erstmals auf dem Schirm

Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer äußerte sich vor allem besorgt, dass viele der Täter "aus einem Dunkelfeld" kämen und bisher nicht bekannt seien. Die Hälfte der Angriffe werde von Einzeltätern verübt. Davon kämen mehr als drei Viertel aus der Nachbarschaft. Die Verfassungsschutzämter versuchten derzeit herausfinden, ob dahinter auch organisierte Strukturen zu finden seien, sagte Kramer.

Syrische Oppositionelle als mögliches Spionageziel

Stephan J. Kramer
Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan J. Kramer Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Bei dem Symposium zu Migration und Sicherheit sagte Kramer, dass nach seiner Auffassung unter den nach Deutschland kommenden Flüchtlingen auch Spione seien. Unter den eingereisten Personen befänden sich etwa ehemalige Mitarbeiter von Nachrichtendiensten und Militärangehörige, die desertiert seien, um sich nicht an Verfolgung und Kriegsverbrechen beteiligen zu müssen. Es sei davon auszugehen, dass angesichts der vielen Flüchtlinge aus Syrien auch die dortigen Nachrichtendienste ein höheres Interesse an Deutschland hätten. Das beziehe sich vor allem auf in Deutschland lebende syrische Oppositionelle.

Thüringens Verfassungsschutz-Präsident Stephan Kramer
Bildrechte: MDR/Karina Heßland

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2016, 19:54 Uhr

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4 Kommentare

21.06.2016 17:27 Schlaffhut 4

Vielleicht sollte sich Herr Kramer erstmal über die nachrichtendienstlichen Verbindungen seines Arbeitgebers zu den syrischen Kollegen schlau machen. So klingt er jedenfalls eher, vermutlich auf Grund mangelnder persönlicher Kenntnisse des betreffenden Landes, wie ein Karl May der Geheimdienstler.

21.06.2016 10:14 Alex 3

Dieser Stephan J. Kramer ist eine fragwürdige Personalie, sein offener Hass auf deutsche Selbstbestimmung ist hinreichend bekannt. Sehr bezeichnend, dass diese Person ein offizielle Amt innehält.

21.06.2016 10:11 guantche 2

Der Innenminister lügt. Die deutsche Bundeskanzlerin hat eindeutig erklärt, daß nur Menschen nach Deutschland kommen, die vor dem Krieg fliehen.
Hier belügen sich die Politiker
gegenseitig.

20.06.2016 20:27 dentix07 1

>Demnach beobachten Polizei und Verfassungsschutz, dass ein Drittel der Täter bisher nicht mit Straftaten aufgefallen sei.<
Dies, wie auch die hohe Steigerung, ist auch darauf zurückzuführen, daß neuerdings auch bloße, friedliche Demonstrationen vor Heimen, meist von eigentlich unpolitischen Nachbarn und Anwohnern, als "Übergriff" gezählt werden, somit als Straftat! Und hoffentlich hat das BKA wenigstens die Fälle (nicht so wenige) in denen Bewohner selbst die Brandstifter waren, herausgerechnet!