Flüchtlingspolitik Thüringen führt Gesundheitskarte ab 1. Januar ein

Thüringen führt zum 1. Januar 2017 die Gesundheitskarte für Flüchtlinge ein. Nach langen Verhandlungen konnte eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit den Krankenkassen verabredet werden, hieß es dazu am Mittwoch aus dem Migrationsministerium. Beide Seiten versprächen sich davon einen einfacheren Zugang der Flüchtlinge zu ärztlicher Versorung und einen deutlichen Abbau des bisherigen Verwaltungsaufwands.

Eine fünfköpfige Familie steht in einem Raum. Vor der Familie steht ein Mann. Er gibt einem Kind aus der Familie eine Plastikkarte.
Thüringens Migrationsminister Dieter Lauinger übergab am Mittwoch die ersten Gesundheitskarten an zwei Familien aus Afghanistan. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Bislang müssen Asylbewerber eine medizinische Behandlung bei der zuständigen Behörde des Kreises oder der kreisfreien Stadt beantragen, wo sie untergebracht sind. Die jeweilige Verwaltung entscheidet, ob der Antragsteller den Arzt aufsuchen kann. Dieser wiederum rechnet seine Kosten bei der zuständigen Kreis- oder Stadtverwaltung ab, die sich dann das Geld vom Land erstatten lässt. Problematisch und aufwändig wird die Abrechnung beispielsweise dann, wenn der Patient zwischenzeitlich in einen anderen Landkreis verlegt worden oder umgezogen ist. Die neue Gesundheitskarte ermöglicht es nun den Ärzten, ihre Kosten direkt beim Land abzurechnen.

Vor allem die Landkreise und kreisfreien Städte hatten auf die Einführung der Karte gedrängt. Allein im Ilm-Kreis sei bisher ein Mitarbeiterin nur mit den Anträgen von Flüchtlingen auf einen Arztbesuch und deren Abrechnung beschäftigt gewesen, erklärte Landrätin Petra Enders am Mittwoch. Laut Migrationsministerium werden etwa 7.000 Menschen im kommenden Jahr die Karte erhalten. Sie darf nur an Asylbewerber ausgegeben werden, die nicht länger als 15 Monate im Land sind und deren Asylantrag noch nicht entschieden ist oder die eine Duldung genießen.

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2016, 20:41 Uhr

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8 Kommentare

29.12.2016 19:42 Butterwiese 8

Ich finde es gut. das flüchtlinge Zugang zu medizinischer Behandlung bekommen. Nur leider ist der Neid immer da. Ich zahle jeden Monat eine Miete an Krankenkassenbeiträge und hab auch noch eine Selbstbeteiligung. Ist sicher nicht Nett so zu denken. Ist aber leider so... :/

28.12.2016 00:25 P. Koch 7

Es ist falsch, dass die Landkreise und kreisfreien Städte die Kosten der Krankenbehandlung vom Land erstattet bekommen würden. Die Landesregierung will jeden Asylberwerber als angeblichen Flüchtling ins Land holen und zahlt dann nur ab 1000 € pro Jahr und Asylbewerber: gutmenschenpolitik aus Erfurt auf Kosten der Kommunen.