Bürgermeisterwahlen in Thüringen Polizeichef wird Bürgermeister in Leinefelde-Worbis

In mehr als 500 Thüringer Städten und Gemeinden sind am Sonntag Bürgermeister gewählt worden. In vielen Kommunen konnten Amtsinhaber ihre Posten verteidigen, in anderen wurden neue Gemeinde- oder Stadtoberhäupter gewählt. In vier der 543 beteiligten Kommunen wurden hauptamtliche Bürgermeister gewählt. Einen Wechsel auf dem Chefsessel im Rathaus gab es dabei in Leinefelde-Worbis im Eichsfeld. Hier setzte sich der bisherige Heiligenstädter Polizeichef Marko Grosa (CDU) klar mit zwei Drittel der gültigen Stimmen durch. Er gewann gegen Sigrid Hupach von den Linken und die Einzelbewerberin Susann Mai. Der bisherige Bürgermeister Gerd Reinhardt (CDU) war aus Altersgründen nicht mehr angetreten.

Neuer hauptamtlicher Bürgermeister in Wasungen im Kreis Schmalkalden-Meiningen ist Thomas Kästner von der Bürgerbewegung Freie Wähler. Kästner erhielt 71 Prozent der abgegebenen Stimmen und setzte sich damit gegen den Einzelbewerber Heiko Gärtner durch. Der bisherige Bürgermeister Manfred Koch (parteilos) war nicht mehr zur Wahl angetreten. Während in Dermbach im Wartburgkreis Thomas Hugk sein Amt als hauptamtlicher Bürgermeister verteidigen konnte - er war der einzige Kandidat und erhielt 92 Prozent der Stimmen -, wird es in Amt Wachsenburg eine Stichwahl geben. Bei der Wahl am Sonntag verfehlte CDU-Kandidat Uwe Möller mit 49,7 Prozent knapp die erforderliche absolute Mehrheit. Nach dem vorläufigen Ergebnis wird er gegen den Zweitplatzierten Mario Drehkopf (Straßen-Schulen-Bürger/ SSB) antreten. Insgesamt hatten sich vier Kandidaten zur Wahl gestellt. Knapp 60 Prozent der Berechtigten gaben ihre Stimmen ab.

Insgesamt hatten sich bei den Bürgermeisterwahlen 652 Kandidatinnen und Kandidaten um die Stimmen der Wähler beworben. Der jüngste Kandidat war mit 22 Jahren Lucas Gürtler von der CDU. Er verlor allerdings in Emleben im Kreis Gotha gegen Silke Sauerbier, die für "Bürger für Emleben" antrat. In Tröbnitz im Saale-Holzland-Kreis verteidigte der CDU-Landtagsabgeordnete Wolfang Fiedler das Bürgermeisteramt. Er erhielt 90,2 Prozent der abgegebenen Stimmen und setzte sich damit klar gegen zwei Konkurrenten durch.

Mehrzahl der Bürgermeister ist parteilos

Einwohner geben bei der Kommunalwahl in Thüringen ihre Stimmen ab.
In einem Wahllokal in Schmiedefeld geben Wähler ihre Stimmen ab. Bildrechte: dpa

Die Wahllokale in den insgesamt 713 Stimmbezirken waren von 8 bis 18 Uhr geöffnet. In Gemeinden mit wenigen Einwohnern war das Ergebnis schon wenige Minuten nach 18 Uhr ausgezählt - etwa in Etzelsrode im Kreis Nordhausen, wo nur knapp 60 Stimmzettel ausgewertet werden mussten. Das vorläufige amtliche Endergebnis stand kurz vor 21 Uhr fest: Demnach gingen 386 der Bürgermeisterposten an parteilose Bewerberinnen oder Bewerber, 106 Bürgermeister werden von der CDU gestellt, neun von der SPD, fünf von der Linken und einer von der FDP. In 36 Gemeinden wird es am 19. Juni Stichwahlen geben, weil keiner der dort angetretenen Kandidaten am Sonntag die absolute Mehrheit erzielt hatte.

Bei den Wahlen am Sonntag gab es auch eine Neuheit: Erstmals durften Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren an den Wahlen teilnehmen. Diese Senkung des Wahlalters bei Kommunalwahlen hatte der Landtag im vergangenen Jahr beschlossen. Damit waren am Sonntag rund 6.000 Jugendliche in dieser Altersgruppe wahlberechtigt. Wie viele davon ihr Stimmrecht nutzten, war am Sonntagabend noch unklar.

Etwa zwei Drittel der 652 Bürgermeister-Kandidaten waren Einzelbewerber oder von Vereinen, Feuerwehren und anderen Wählervereinigungen. In 44 Gemeinden standen gar keine Bewerber auf den Stimmzetteln. Hier konnten die Wähler auf den leeren Zetteln Personen notieren, die ihrer Meinung nach das Amt übernehmen sollen. Vor allem in kleineren Gemeinden ist das nicht unüblich. Auf diese Weise spare man sich das aufwändige Verfahren zur Kandidatenaufstellung, so Landeswahlleiter Günter Krombholz.

Die Wahlbeteiligung lag bei 52,4 Prozent und damit ein wenig unter der von 2010. Für einen reibungslosen und ordnungsgemäßen Ablauf der Wahlen am Sonntag sorgten rund 4.500 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2016, 22:19 Uhr

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6 Kommentare

06.06.2016 11:12 Lisa 6

Liebe Frau Sonntag,

informieren Sie sich doch mal bitte warum da "sonstige Parteien" steht. In vielen Gemeinden waren viele Kandidaten parteilos oder wurden per Name auf dem Stimmzettel vorgeschlagen.

06.06.2016 10:29 Fritz von B. 5

05.06.2016 00:17 Otto von H.
Es beginnt schon mit der Wahlbeteiligung, diese muss mindestens 50,01 % betragen.
Wer glaubt schon das die grünen in Sachsen-Anhalt 5,2 % der Stimmen bekamen?