Kreisgebietsreform Neuer Innenminister hält Verwaltungsbezirke für denkbar

Thüringens neuer Innenminister Georg Maier (SPD) hält an der Gebietsreform fest, will aber einzelne Schritte nochmals überdenken. Maier bestätigte einen entsprechenden Bericht der Thüringer Allgemeinen, nach dem auch ein Fortbestehen der bisherigen Kreisstruktur denkbar sei. Der Zeitung sagte er, das sei dann möglich, wenn mehr Aufgaben an die vier Planungsregionen übertragen würden. Diese könnten dann zu Verwaltungsbezirken ausgebaut werden. Damit greift der neue Innenminister einen Vorschlag von SPD-Landräten auf, die sich zuletzt vehement gegen die ursprünglichen Pläne der Kreisgebietsreform gewehrt hatten.

17 Landkreise, vier Planungsregionen

 Innenminister Georg Maier
Der neue Innenminister Georg Maier möchte noch einmal einiges überdenken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Ende könnte es somit immer noch 17 Landkreise mit 17 Landräten geben, die allerdings deutlich weniger Aufgaben übernehmen. Dadurch würde die Verwaltung in den Landratsämtern deutlich abgespeckt werden. Diese Vorstellung hatte auch schon Regierungschef Bodo Ramelow geäußert und den Freistaat Bayern als Vorbild genannt. Auch aus CDU-Kreisen ist ähnliches zu hören. Befürworter rechnen diesem Modell an, dass der Kreis klein und überschaubar bleibe und demokratisches Ehrenamt im Kreistag weiter machbar sei. Gleichzeitig ließen sich komplizierte Verwaltungsaufgaben zentraler und effizienter organisieren.

Muss Gera wieder zittern?

Auch bei der Kreisfreiheit ist das letzte Wort offenbar noch nicht gesprochen. Maier sagte, im Falle Geras liege der Fall längst nicht so klar. Man müsse sich die Entscheidung, die Stadt nicht einzukreisen, "noch einmal anschauen“, sagte er. Der kürzlich entlassene Innenminister Holger Poppenhäger hatte in seinem ersten Entwurf zur Gebietsreform neben Erfurt und Jena die Kreisfreiheit Weimars und Geras noch vorgeschlagen. An der geplanten Kreisfreiheit Weimars werde sich aber nichts ändern, so Maier. Bis zum Jahresende wolle das Innenministerium einen überarbeiteten Entwurf der Kreisgebietsreform vorlegen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02.09.2017 | 12:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN / Thüringer Allgemeine

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2017, 12:36 Uhr

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10 Kommentare

04.09.2017 06:42 Steuerzahler 10

Also wenn man schon noch mal nachdenkt, sollte man auch mal überlegten, ob man die Stadt Erfurt dem Landkreis Gotha zuschlägt. Herr Bausewein ist ja ganz doll für die Gebietsreform, sodass er diesen Vorschlag nicht ablehnen kann.

02.09.2017 23:58 Martin Truckenbrodt 9

Lieber Matthias Großherr #5,
die Verwaltungsbezirke müssen selbstverwalteter Teil der Oberen Kommunalen Ebene (Landkreise und kreisfreie Städte), eine Art Verwaltungsgemeinschaft, sein. Diese würden dann auch die Auflösung der Mittleren Verwaltungsebene in Thüringen ermöglichen und so auch das Subsidiaritätsprinzip fördern. Damit wird sozusagen die Sache rund. Dann sind tatsächlich Einsparungen möglich.

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