Unterschriftensammlung in Weimar gestartet "Bürgeraufruf" soll Stimmung zur Gebietsreform erkunden

Die Initiatoren des Volksbegehrens gegen die Gebietsreform haben am Montag in Weimar einen sogenannten Bürgeraufruf gestartet. Initiator ist der Verein "Selbstverwaltung für Thüringen". Er will in den kommenden drei Monaten 200.000 Unterschriften gegen die Reformpläne der Landesregierung sammeln.

Die Bürger beschäftige das Thema, sie wollten mitentscheiden, sagte Vereinsvorsitzende Constance Möbius MDR THÜRINGEN. Möbius spielte damit auf die Klage der Landesregierung gegen das von dem Verein initiierte Volksbegehren an. Dafür hatte der Verein 40.000 Unterschriften gesammelt. Die Landesregierung hat jedoch Zweifel an dessen Verfassungsmäßigkeit.

Ein Mann steht an einem Tisch und unterschreibt auf einer Liste. Zwei andere Männer stehen daneben und warten darauf, ebenfalls zu unterschreiben.
Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf unterschreibt den Bürgeraufruf. Neben ihm warten die Landräte des Weimarer Landes, Hans-Helmut Münchberg, und des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann. Bildrechte: MDR/Maria Socolowsky

Mit ihrer neuen Unterschriftensammlung wollen die Initiatoren nach eigener Aussage ein Meinungsbild der Bevölkerung einholen - unabhängig vom Streit über die Zulässigkeit eines Volksbegehrens. Unterschreiben kann jeder Thüringer, der mindestens 18 Jahre alt ist. Als erste setzten in Weimar viele Kommunalpolitiker - unabhängig ihrer Parteizugehörigkeit - ihre Namen auf die Liste. Darunter waren Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) und die Landräte von Weimarer Land und Saale-Orla-Kreis, Hans-Helmut Münchberg (parteilos) und Thomas Fügmann (CDU).

Die Linksfraktion im Thüringer Landtag will die Unterschriftenaktion nutzen, um für die Gebietsreform zu werben. Deren kommunalpolitischer Sprecher Frank Kuschel sagte, das zusätzliche Interesse, das nun geweckt werde, eröffne mehr Möglichkeiten für Gespräche und Informationen.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 20.03.2017 | 14:30 Uhr
MDR THÜRINGEN Journal | 20.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2017, 11:44 Uhr

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28 Kommentare

23.03.2017 09:41 Wieland der Schmied [0693] 28

Ich bin begeistert, welch eine Bürgerbewegung und welch eine Bild. Vor der Statue der deutschen Heroen der Kulturgeschichte Friedrich Schiller und Johann Wolgang von Goethe und der Fassade des Deutschen Nationionaltheathers steht das breite Bündnis ehrbarer Bürger samt Bürgermeistern und Landräten unterschiedlicher Parteizugehörigkeit – das ist absolut neu und erfordert Respekt. Sie verlangen, daß ihre Stimme gehört wird und holen so ein weiteres Stück Demokratie zurück, was unter Ultratot-Rot-Grün und der Ägide der Neostalinisten Ramelow wie Schnee in der Sonne dahinschmolz. Diese weltbekannte Stadt Weimar würde nach den Plänen Ramelows zu einer beliebigen Provinzstadt ohne Eigenkompetenzen heruntergewirtschaftet, so wie er das Land Thüringen insgesamt verhunebibelt. Thüringer, weiter so!

22.03.2017 16:56 andre 27

@Liberaler - Das ist ja die Krux, die einen haben Studien und Gutachten die belegen, dass die Reform notwendig ist und die anderen haben ebenfalls Studien und Gutachten, die das Gegenteil belegen?! Und welche Parteien die größte Klappe haben, ist auch müßig, darüber zu streiten aber CDU in Opposition, egal ob auf Bundes - oder Landesebene geht meistens unter die Gürtellinie der anderen! Und nach Lieberknecht konnte es ja nur besser werden, da war man ja auf dem absoluten Tiefpunkt und hatte es noch nicht einmal gemerkt. Aber wie schon gesagt, ich habe nichts gegen andere Meinungen aber das "WIE" ist für mich sehr wichtig, denn Populisten haben wir heute leider genug bei uns!