Bundestagswahl 2017 | Wahlkreis 189 Eichsfeld- Nordhausen-Kyffhäuserkreis Kersten Steinke (Die Linke)

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Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis 189: Kersten Steinke
Bildrechte: MDR/Kersten Steinke

Allgemein

Name: Kersten Steinke
Alter: 59
Schulbildung: POS, Ausbildung zum Agrotechniker/Mechanisator mit Abitur, Studium Wirtschaftswissenschaften Halle, Fernstudium mit Abschluss Agraringenieur der Tierproduktion
Familienstand: verheiratet, 2 Kinder, 5 Enkelkinder
Wohnort: Bad Frankenhausen
politischer Werdegang: 1981-1989 Mitglied der SED; 1990-2010 Mitglied des Kreistages Artern/Kyffhäuserkreis; 1989-1991 Kreisvorsitzende der PDS Artern; 1995-1998 stellv. Landesvorsitzende der PDS Thüringen; 1998-2002 Mitglied des Deutschen Bundestages; 1998-2006 Sprecherin des Bundesparteirates der PDS; 2004-2005 Mitglied des Thüringer Landtages; seit Oktober 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages; seit Dezember 2005 beratendes Mitglied des Fraktionsvorstandes der Bundestagsfraktion "Die Linke"; 2006-2010 Mitglied des Parteivorstandes; 2008-2010 Mitglied des Geschäftsführenden Parteivorstandes; seit 2014 Mitglied des Kreistages Kyffhäuserkreis

Privat

Was ist Ihre größte Stärke?

  • Auf die Menschen zugehen und zuhören können und mich um die kleinen Dinge und Probleme von Menschen in meinem Wahlkreis kümmern.

Was ist Ihre größte Schwäche?

  • Meine größte Schwäche ist wohl Ungeduld. Ich kann gelegentlich ein Dickkopf sein. Das verleiht mir allerdings auch die Fähigkeit, einer Sache beharrlich nachzugehen.

Welchem thüringischen und welchem nichtthüringischen Sportverein drücken Sie die Daumen?

  • Ich drücke nicht Vereinen sondern Sportlern, wie z.B. beim Biathlon oder bei der Leichtathletik die Daumen. Da ist es mir egal aus welchem Verein sie kommen.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

  • Zu Hause in Bad Frankenhausen und im "Hotel am Wald" in Elgersburg.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

  • Ein gutes Buch, mein Kopfkissen und Bilder von meiner Familie.

Sind Sie derzeit Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen?

  • Nein.

Befinden Sie sich derzeit in der Privatinsolvenz?

  • Nein.

Politisch

Warum haben Sie sich Ihrer Partei zur Verfügung gestellt?

  • Ich habe mich nicht zur Verfügung gestellt, sondern ich engagiere mich in und für meine Partei und meine Wählerinnen und Wähler. "Die Linke" ist die einzige Partei, die konsequent für soziale Gerechtigkeit, eine friedliche Welt und mehr Demokratie kämpft.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?

  • Wie an unserem Wahlprogramm zu sehen ist, sind noch sehr viele Reformen in unserem Land notwendig. Bisherige Reformen zeichneten sich meistens durch Verschlechterungen im sozialen Bereich aus. Aus diesem Grund warte ich noch auf die Reform, die ich auch wirklich bewundern kann.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel (für die kommende Legislaturperiode?) 

  • Meine Ziele sind klar definiert - dieses Land braucht mehr soziale Gerechtigkeit und keine Armut, mehr Arbeitsplätze und eine sanktionsfreie Mindestsicherung, statt Hartz-IV. Ich werde mich unter anderem für die Einführung bundesweiter Volksbegehren sowie die Reformierung des Renten- und Petitionsrechtes einsetzen.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen…

  • …im Bereich Bildung: Bildungspolitik ist Ländersache, trotzdem müssen Bund und Länder in der Bildung zusammenarbeiten können. Dies ist seit 2006 nicht möglich. Das sogenannte Kooperationsverbot ist ein Hindernis für gleiche und vergleichbare Bedingungen beim Lernen und Lehren. Zwischen den Bundesländern bestehen dadurch bei Bildungsinfrastruktur, Bildungsabschlüssen und Bildungswegen große Unterschiede. Wir wollen das Kooperationsverbot ganz aufheben und Bildung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern.
  • …im Bereich Forschung und Entwicklung: Seit mehr als 15 Jahren werden die Hochschulen nach neoliberalen Vorgaben umgebaut. Das Ziel ist, Wissen, Bildung und Forschung wirtschaftlich verwertbar zu machen. Auf der Strecke bleibt durch die chronische Unterfinanzierung der Raum für unabhängige und gesellschaftskritische Forschung und Lehre und damit eine wesentliche Funktion von Wissenschaft. Forschung ohne Drittmittel ist kaum noch möglich. Das Studium ist von Leistungsdruck und Zeitdruck geprägt. Viele werden durch Zugangshürden ausgeschlossen. Das ist politisch gewollt. Es muss aber nicht so bleiben. Forschung und Wissenschaft müssen zur Lösung von sozialen Spaltungen, dem Wandel von Klima und Umwelt beitragen. In diesem Sinne wollen wir die milliardenschwere Innovations- und Technologieförderung des Bundes, auch die gemeinsam von Bund und Ländern finanzierte außeruniversitäre Forschung, strategisch ausrichten. Neben technischen sind dabei besonders auch soziale Innovationen wichtig. Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen wollen wir stärker mit der Arbeit der Hochschulen verknüpfen.
  • …im Bereich Wirtschaft und Verkehr: Die Bundesregierung gibt Milliarden für Wirtschaftsförderung aus. Wir wollen sie demokratischer gestalten und an verbindliche Anforderungen binden: an gute Arbeit und Löhne, Tarifverträge, ökologisch sinnvolle Produktion und die Förderung solidarischer Ökonomie. Dies muss auch für die Vergabe öffentlicher Aufträge gelten. Wir wollen in die öffentliche Daseinsvorsorge und öffentliche Infrastruktur investieren. Mit einem 100-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm sollen die öffentlichen und privaten Investitionen angehoben und gleichzeitig mehr tarifliche und sozial regulierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Die vorherrschenden Verkehrsverhältnisse sind ungerecht: Viele Milliarden Euro werden in umweltschädlichen Straßen- und Flugverkehr investiert, aber vielerorts fehlt das Geld für gute Alternativen wie Busse, Bahnen, Fuß- und Radwege. Mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 zielt die Bundesregierung vor allem auf noch mehr Lkw-Verkehr. Deshalb lehnen wir dieses riesige Investitionsprogramm ab. Wir wollen einen Plan zur Vermeidung von Verkehr und für klimagerechte Mobilität auch in Thüringen. Statt neue Autobahnen zu bauen, wollen wir einen Verkehrswendefonds auflegen, um damit in Kommunen und Regionen sinnvolle Alternativen zu finanzieren.
  • ...im Bereich Innere Sicherheit: "Die Linke" steht für eine öffentliche Sicherheit. Öffentliche Sicherheit bedeutet neben dem selbstverständlichen Schutz vor Kriminalität auch den Schutz des Einzelnen und der Öffentlichkeit vor unverhältnismäßigen staatlichen Eingriffen in BürgerInnenrechte, in Verbraucher- und Arbeitnehmerrechte. Die Trennung zwischen Geheimdiensten und Polizei und die zwischen Militär und Polizei und deren jeweiligen spezifischen Aufgaben muss beibehalten werden. Viele Menschen wünschen sich mehr Sicherheit und bessere Erreichbarkeit der Polizei. Den Kürzungen im öffentlichen Dienst sind auch bundesweit 18.000 Stellen bei der Polizei zum Opfer gefallen. Gleichzeitig werden zentrale Einheiten bei der Bundespolizei gestärkt, die für die Bürgerinnen und Bürger nicht ansprechbar sind. Wir wollen Personalmangel beseitigen. Eine umfassende Aufgabenkritik bei der Polizei muss sie von sinnlosen Arbeiten befreien. Diese Aufgabenkritik hat die Verhältnismäßigkeit staatlichen Handelns zum Maßstab, soll ihr Aufgabengebiet auf die Gefahrenabwehr begrenzen und die Verfügbarkeit für die Bürgerinnen und Bürger erhöhen. Öffentliche Sicherheit bedeutet auch, dass für Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur gleiche politische und soziale Rechte und gleicher Schutz vor staatlichen Eingriffen angestrebt wird.

Was ist die wichtigste Aufgabe beim Thema Zuwanderung?

  • Nach wie vor geht es um eine zügige Integration der Zugewanderten. Dazu gehören: Keine Einschränkung des Familien- und Privatlebens inkl. der Möglichkeit des Familiennachzugs. Bessere Einbürgerung, politische Beteiligung, das Asylrecht im Grundgesetz substantiell wiederherstellen, das heißt, wer vor Menschenrechtsverletzungen, Kriegen oder politischer Verfolgung geflohen ist, darf nicht an der Grenze abgewiesen oder aus Deutschland abgeschoben werden. "Die Linke" tritt für eine weltoffene Gesellschaft und ein respektvolles Miteinander ein. Wir wollen der Verschiedenheit aller Menschen Anerkennung verschaffen. Alle in Deutschland müssen die gleichen Rechte haben. Wir lehnen eine Einwanderungs- und Integrationspolitik ab, die Rechte danach vergibt, ob Menschen den richtigen Pass haben oder als "nützlich" für Unternehmen gelten. Wir stellen uns gegen die Verschärfungen des Aufenthaltsrechts und stigmatisierende Debatten über angebliche Integrationsverweigerer.

Mit welcher Partei können Sie sich eine Koalition vorstellen?

  • Das hängt von Wahlprogrammen und Koalitionsverhandlungen ab und wird somit erst nach dem 24. September 2017 ein Thema sein.

Vervollständigen Sie bitte den Satz: 2019 sollte es in Thüringen...

  • …wieder eine "r2g"-Regierung geben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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