Hintergrund Die Nebeneinkünfte der Thüringer Bundestagsabgeordneten

Die Abgeordneten des Bundestags haben in der ablaufenden Wahlperiode mindestens 26,5 Millionen Euro durch Nebeneinkünfte hinzu verdient. Auch einige Thüringer Abgeordnete haben Nebeneinkünfte angegeben. Die Abgeordneten müssen ihre Nebeneinkünfte nicht auf Euro und Cent, sondern in zehn Stufen von mehr als 1.000 bis 3.500 Euro in der ersten Stufe bis zur letzten Stufe von mehr als 250.000 Euro monatlich angeben. Die Plattform Abgeordnetenwatch.de hat die Angaben ausgewertet.

Die Großverdiener im Deutschen Bundestag sitzen in den Reihen der CDU und CSU. Abgeordnete aus der Unions-Fraktion stehen in der abgelaufenen Legislaturperiode bei den Einkünften aus einer Nebentätigkeit an der Spitze. Das spiegelt sich auch in Thüringen wider. Laut der Plattform Abgeordnetenwatch.de beziehen sieben von 18 Parlamentariern aus Thüringen (39 Prozent) veröffentlichungspflichtige Nebeneinkünfte in Höhe von mindestens 1.000 Euro - davon fünf aus der CDU und zwei aus der SPD. Im ganzen Bundestag verfügen 193 von 655 Abgeordnete neben ihrem Mandat über Nebeneinkünfte (29,5 Prozent).

Da die Abgeordneten ihre Nebeneinkünfte nur in Stufen angeben müssen, bleibt die genaue Höhe der Einkünfte vage. So hat der Thüringer Abgeordnete Volkmar Vogel (CDU) in der abgelaufenen Legislaturperiode mindestens 60.000 Euro und maximal 120.000 Euro dazuverdient. Bei den Thüringern Steffen-Claudio Lemme (SPD), Johannes Selle (CDU) und Albert Weiler (CDU) waren es mindestens 44.000 Euro bis maximal 154.000 Euro. Insgesamt haben Thüringen Abgeordnete in der abgelaufenen Legislaturperiode mindestens 230.500 Euro (gesamter Bundestag: 26,5 Millionen) bis maximal 678.000 Euro (gesamter Bundestag: 48,7 Millionen) dazuverdient.

Quelle: MDR THÜRINGEN / Abgeordnetenwatch

Zuletzt aktualisiert: 02. August 2017, 19:02 Uhr

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17 Kommentare

03.08.2017 01:32 part 17

Die Nebeneinnahmen der Politiker sind zwar als Nebeneinkünfte deklariert, doch nicht steht dahinter welche Leistungen die Politiker für ihr zusätzliches Salär aus der Wirtschaft erbracht haben. Rent a Politiker um es auf Denglisch auszudrücken, könnte da schon zutreffender sein oder die Verflechtung um für die Zeit nach dem Amt vorzusorgen, bei weiteren Restbezügen auf Kosten des Steuerzahlers. Bei so viel Lobbyismus, der zu einer weiteren Gesellschaftsform verkommen ist, bleibt zu sagen: möge man den Nutschern am Honigtopf ein wenig Einhalt gebieten durch Parlamentsmehrheiten, die sich wieder auf die Hauptaufgabe des Parlaments besinnen.

03.08.2017 14:17 Walter 16

Bei den hier angegebenen Nebeneinkünften verstehe ich die Aufregung nicht.
1. Auch ich rege mich über einen leeren Bundestag auf.
2. Die Vermietung von nur 2 Wohnungen sind in 4 Jahren ca. 30.000 €. - Nebeneinkünfte
3. Ganz normale Geldgeschäfte, Börse, Anlagen - geschätzt 20.000 €
4. 2+3 mit relativ wenig Aufwand
5. Ok, sind Besserverdienende. Bin ich aber auch, deshalb 2+3 vorher verdient.
6. Natürlich gehe ich von Versteuerung aus, da man alles in seiner Steuererklärung angeben muss.

Bei ...€ pro Vortrag wird es dann schon fraglich, siehe SPD.

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