MDR THÜRINGEN - Sommerinterview Erben: Defizite bei Integration von Flüchtlingen

Bei der Integration von Flüchtlingen in Thüringen sieht die Landessprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Stephanie Erben, noch Defizite und mahnt Geduld an. Erben sagte im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview: "Wir wollen Integration auch gelingen lassen und dafür brauchen wir viel Engagement, und wir brauchen auch bessere Strukturen."

Zwei Frauen sitzen sich in einem Interview gegenüber.
Stephanie Erben im Gespräch mit MDR THÜRINGEN-Moderatorin Susann Reichenbach Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Positiv sei die Arbeit von zahlreichen regionalen Integrationsmanagern. Wichtig sei aber auch, dass die kommunalen Verwaltungen "manchmal mehr Verständnis für Ehrenamtler" aufbringen, weil diese anders handelten. Und es gebe auch Landkreise, "die nicht immer so ein großes Interesse am Gelingen von Integration haben, würde ich behaupten." Dazu gehöre der von Martina Schweinsburg (CDU) geführte Landkreis Greiz. "Ich glaube, Frau Schweinsburg gehört schon zu den Menschen, die nicht unbedingt gelingende Integration an allen Stellen unterstützen." Alles, was sie von ihr höre und lese, zeige, "dass das auf ihrer Prioritätenliste nicht so hoch steht".

Außerdem warnt die Grünen-Landessprecherin vor dem Hintergrund des verfassungsgerichtlichen Rückschlags vor einer übereilten Gebietsreform. Die Reform müsse "sehr sorgfältig" gemacht werden, denn "uns ist es wirklich wichtig, dass diese Gebietsreform ein Erfolg wird in Thüringen, weil wir glauben, dass wir sie brauchen". Erben fordert ihre Partei auf, die Bürger mehr einzubinden: "Wir müssen besser kommunizieren. Ich glaube, das ist ihnen allen aufgefallen, dass wir das in den letzten Monaten nicht immer ganz perfekt gemacht haben. Und wir müssen natürlich auch nachvollziehbar sein in den Entscheidungen." Das Wichtigste sei, alle mitzunehmen, dann gelinge die Gebietsreform. Zunächst seien allerdings die SPD und vor allem der Innenminister am Zug, neue, einigungsfähige Vorschläge vorzulegen. Die müssten auch klären, wie und wann die nächsten Landratswahlen stattfinden können. Wahlen könne man jedenfalls nicht einfach ausfallen lassen.

Zum Thema Landwirtschaft sagte Erben, die Thüringer Grünen drängten mit Nachdruck auf neue Förderkriterien für Nutztierbetriebe. Angesichts derzeit laufender Gespräche sei sie zuversichtlich, dass dies erreicht werde. Die Grünen hätten schon viel bewegt, müssten bei dem Thema aber auch Druck machen. Erben sagte, "wenn Fördermittel in die Betriebserweiterung fließen, dann wollen wir, dass das zum Wohl der Tiere, zum Wohl der Anwohner und auch zum Wohl der Natur passiert". Die Grünen versuchten das außerdem "gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten zu machen", aber das sei "nicht immer so einfach". Erben gab sich überzeugt, dass Grüne und Bauern das gemeinsame Ziel haben, "dass wertvolle Lebensmittel auch mehr wertgeschätzt werden". Wenn in Qualität investiert werde, dann könne das "ökologisch und ökonomisch sinnvoll sein".

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29.07.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2017, 11:26 Uhr

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19 Kommentare

31.07.2017 19:07 Agnostiker 19

@ 17: Sie, "Mediator" und "Nazikrause" ergeben ein "wir".
Damit moegen Sie recht haben. XD

31.07.2017 17:23 Frank Friedrichs 18

Stehphanie Erben sollte unbedingt eine präsentere Rolle bei den Grünen einnehmen. Das zeigt mir das sachliche Interview. Ich denke, dann würden sich die Thüringer Grünen in der täglichen Politik wieder mehr auf ihre Kernthemen besinnen.

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