Umfrage von infratest-dimap Hälfte der Thüringer unzufrieden mit Rot-Rot-Grün

Jeder zweite Thüringer ist mit der Arbeit der rot-rot-grünen Landesregierung im Freistaat unzufrieden. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest-dimap im Auftrag des MDR gaben 50 Prozent der Befragten an, mit der Arbeit der Landesregierung weniger oder gar nicht zufrieden zu sein. 47 Prozent der Befragten erklärten hingegen, sie seien zufrieden oder sehr zufrieden. Drei Prozent der Befragten machten keine Angaben.

Damit erhielt die Landesregierung insgesamt schlechtere Noten für ihre Arbeit als bei der letzten infratest-dimap-Umfrage im November 2016. Damals hatten sich 48 Prozent der Befragten zufrieden und sehr zufrieden mit der Regierungsarbeit gezeigt, 47 waren weniger oder gar nicht zufrieden.

Grafiken für infratest-dimap-Umfrage Juni 2017
Bildrechte: infratest-dimap/MDR

Keine Mehrheit mehr für Rot-Rot-Grün

Wäre am nächsten Sonntag Landtagswahl, käme die rot-rot-grüne Koalition auf zusammen 42 Prozent der Stimmen und hätte keine Mehrheit im Thüringer Landtag. Damit liegt sie deutlich unter ihrem Ergebnis der Landtagswahl vor drei Jahren, wo die drei Parteien zusammen 46 Prozent der Stimmen erhielten. Gegenüber der dimap-Umfrage vom November verbesserte sich die rot-rot-grüne Koalition um einen Prozentpunkt.

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CDU legt zu und bleibt stärkste Partei

Stärkste Partei in Thüringen wäre laut Umfrage weiterhin die CDU mit 37 Prozent der Stimmen. Sie verbesserte sich im Vergleich zur November-Umfrage um fünf Prozentpunkte, liegt aber deutlich unter ihrem Wert in der jüngsten Umfrage zur Bundestagswahl (43 Prozent).

Zweitstärkste Partei in Thüringen bleibt die Linke mit 27 Prozent der Stimmen, sie legte um vier Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage zu. Deutlich besser ist der Wert auch im Vergleich zur jüngsten Umfrage zur Bundestagswahl, wo die Linke nur auf 20 Prozent in Thüringen kam. Ihre Koalitionspartner SPD und Bündnis90/Die Grünen mussten hingegen Federn lassen.

SPD mit neuem Tiefststand - AfD verliert massiv

Die Sozialdemokraten verlieren zwei Prozentpunkte und kommen auf 10 Prozent Stimmenanteil - der niedrigste, jemals für die SPD Thüringen ermittelte Wert. Die Bündnisgrünen kommen auf fünf Prozentpunkte (minus ein Prozentpunkt). Deutlich an Zustimmung verliert die AfD: Ihr Stimmenanteil sinkt im Vergleich zur November-Umfrage um acht Prozentpunkte auf nun 13 Prozent. Die FDP wäre mit 4 Prozent der Stimmen weiterhin nicht im Thüringer Landtag vertreten. Sie legte allerdings gegenüber der letzten Umfrage um einen Prozentpunkt zu.

Ramelow bleibt beliebtester Spitzenpolitiker

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow bleibt weiter der mit Abstand beliebteste Spitzenpolitiker. Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der Arbeit einzelner Politiker erhielt er die beste Beurteilung. 51 Prozent der Befragten gaben an, mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden zu sein, 37 Prozent zeigten sich weniger oder gar nicht zufrieden. Damit erhielt Ramelow schlechtere Noten als im September 2015, als die persönlichen Bewertungen zuletzt abgefragt worden waren. Damals hatten sich 58 Prozent der Befragten sehr zufrieden oder zufrieden gezeigt.

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Deutlich schlechtere Beurteilungen erhielt hingegen Oppositionsführer Mike Mohring von der CDU. 26 Prozent zeigten sich mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden, 29 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden.

Die zweitbeste Bewertung nach Regierungschef Ramelow erhielt Finanzministerin Heike Taubert von der SPD, der 38 Prozent der Befragten eine gute Arbeit bescheinigten. Zulegen im Vergleich zum September 2015 konnte Umweltministerin Anja Siegesmund von den Grünen, über deren Arbeit sich 30 Prozent der Befragten sehr zufrieden oder zufrieden zeigten (plus 4). AfD-Landeschef Björn Höcke erhielt im Vergleich zu den anderen vier Politikern die schlechteste Beurteilung: 11 Prozent der Befragten äußerten sich mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden, 53 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden.

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Vertrauen in Parteien sinkt

Abgenommen hat laut Umfrage das Vertrauen der Thüringer in die Fähigkeit der Parteien, die wichtigsten Aufgaben im Freistaat zu lösen. 41 Prozent der Befragten gaben an, keiner Partei diese Kompetenz zuzutrauen bzw. keine Aussage hierzu machen zu wollen. Im November hatten sich 36 Prozent der Befragten derart skeptisch gezeigt. Immerhin 32 Prozent trauten der CDU zu, die wichtigsten Aufgaben bewältigen zu können. Deutlich weniger Befragte trauen dies der Linken (12 Prozent), der SPD (10 Prozent), der AfD (2 Prozent) und der FDP (1 Prozent) und den Grünen (0 Prozent) zu.

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Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 22.06.2017 | Nachrichten | ab 05:00 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22.06.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2017, 08:48 Uhr

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24 Kommentare

23.06.2017 12:04 J. Neubeck 24

Solange Mohring was zu sagen hat in der CDU wähle ich die auch nicht.

23.06.2017 09:06 Normalo 23

Das beste an der Umfrage ist die Nachricht dass J. Höckes AfD 8 (acht!!!) Prozent verloren hat. Acht Prozent! Nun ist klar warum er gern die Drei Prozent Hürde anstelle der fünfprozentigen möchte :-)

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