Kommunalwahl in Mitte-West-Thüringen SPD verliert in Erfurt | CDU dominiert in Kreisen | Linke stark in Eisenach

Bei der Kommunalwahl in Mittel- und West-Thüringen hat die CDU in den meisten Landkreisen dominiert, Weimar verteidigt und in Erfurt zugelegt. Die SPD lässt in Erfurt Federn, kann aber in Weimar aufholen. Die Linke kommt in Eisenach dicht an die CDU heran und katapultiert sich im Ilmkreis an die Spitze.

Bei den Kommunalwahlen in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt ergeben sich nach vorläufigem Ergebnis leichte Verschiebungen, aber keine neuen Machtverhältnisse. Im Stadtrat bleibt das bisherige rot-rot-grüne Bündnis bestehen, während die CDU einen Sitz dazugewinnt und nun zwölf von den 50 Stadträten stellt.

Die SPD konnte nicht vom Amtsbonus von Oberbürgermeister und "Scheinkandidat" Andreas Bausewein profitieren. Die Sozialdemokraten verloren zwei Sitze, bleiben aber mit 15 Mandaten stärkste Kraft im Rat. Die Linke legte ein Mandat zu und verzeichnet künftig elf Sitze. Unter den kleineren Parteien gehen die Grünen als Sieger hervor, die fünf statt vier Abgeordnete stellen. Die Freien Wähler büßen dafür zwei Sitze auf zwei Mandate ein, ebenso die FDP, die künftig nur noch einen Stadtrat stellt. Aus dem Stand holten die Alternative für Deutschland zwei Sitze und die Piraten einen Sitz. Die NPD verteidigt ihr Stadtratsmandat.

Bürgerliches Lager in Weimar geschwächt

Im Stadtrat von Weimar ist das bürgerliche Lager nach den Kommunalwahlen geschwächt. Zwar bleibt die CDU mit zehn Sitzen stärkste Fraktion. Das Weimarwerk und die FDP büßten aber jeweils zwei Sitze ein und stellen nur noch sechs beziehungsweise einen Abgeordneten. Die SPD legte deutlich zu und ist nun nach Sitzen so stark wie die Linke: Beide haben im Stadtrat acht Mandate. Mit den sieben Sitzen der Grünen ist formal ein rot-rot-grünes Bündnis möglich. Alle drei Parteien lehnten jedoch bereits ab. Linke-Fraktionschef Dirk Möller sagte, er halte wechselnde Mehrheiten für innovativer als Koalitionen. Neu im Stadtrat vertreten werden mit einem Sitz die Piraten sein, ihren Sitz halten konnte die NPD.

Amtsbonus hilft Linken in Eisenach

In Eisenach profitierte die Linke offenbar vom Amtsbonus der Oberbürgermeisterin Katja Wolf. Die Linken-Politikerin hatte vor zwei Jahren überraschend den Chefsessel im Eisenacher Rathaus erobert, und am Sonntag legte ihre Partei bei der Stadtratswahl um neun Punkte zu und machte der CDU zwischenzetilich sogar die Spitzenposition streitig. Die CDU bleibt mit elf Sitzen nur noch knapp stärkste Fraktion vor der Linken (zehn Sitze). Herbe Verluste musste die SPD von Ex-OB Matthias Doht  hinnehmen. Die Sozialdemokraten kommen nur noch auf vier Mandate. Drei Sitze gehen an die NPD. Die rechtsextreme Partei konnte in Eisenach ihren Stimmenanteil auf 7,4 Prozent hochschrauben. Ebenfalls noch im Stadtrat sind Grüne, FDP, Piraten und zwei Wählergemeinschaften.

CDU dominiert alle Landkreise ...

In den Landkreisen dominiert zumeist die CDU. Im Wartburgkreis, in den Landkreisen Gotha und Sömmerda sowie im Weimarer Land bauten die Christdemokraten ihre Führung weiter aus. Mit Ausnahme Gothas ist die CDU in den Kreistagen auch jeweils stärker als Linke und SPD zusammen. Der Kreistag von Gotha ist zugleich der einzige, in dem die SPD trotz klarer Verluste die Linke hinter sich gelassen hat.

... bis auf einen

Im Ilm-Kreis musste die CDU ihre Führungsposition an die Linke abgeben. Seit zwei Jahren steht die Linke Petra Enders dem Landratsamt vor. Sie war durch den Kampf gegen die Hochspannungstrasse von Erfurt durch den Thüringer Wald populär geworden. Der Amtsbonus brachte der Partei Die Linke bei der Kreistagswahl ein Plus von sieben Punkten auf 32 Prozent ein. Sie stellt nun 15 Abgeordnete, die CDU büßte zwei Mandate ein und ist mit 14 Abgeordneten nur noch zweitstärkste Kraft. Die Freien Wähler erhielten acht Sitze, die SPD sechs, Grüne zwei und die FDP einen.  

Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2014, 14:07 Uhr

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