Kommunalwahl in Ostthüringen CDU und Linke mit Gewinnen - SPD verliert

Bei der Kommunalwahl in den Ostthüringer Landkreisen und kreisfreien Städten haben CDU und Linke zum Teil deutlich zugelegt. Klarer Wahlverlierer ist die SPD. Freie Wählergemeinsschaften haben mehrfach zweistellige Ergebnisse eingefahren.

Blick aus der Luft auf das Stadtzentrum von Jena. Aus den Häusern ragt ein Komplex von Hochhäusern heraus. Dabei handelt es sich um den Jentower sowie um das alte Zeiss-Werk
In Jena zogen CDU und Linke an der SPD vorbei Bildrechte: MDR/Jürgen Kolarzik

Linke und CDU haben bei der Wahl zum Stadtrat in Jena deutlich zulegen und die SPD von ihrem Spitzenplatz verdrängen können. Die Linke ist mit elf Stadträten (+2) jetzt stärkste Kraft im Kommunalparlament. Die CDU gewann einen Sitz hinzu und kommt auf zehn Mandate. Die SPD von Oberbürgermeister Albrecht Schröter büßte ihre Spitzenposition ein und stellt künftig statt elf nur noch zehn Stadträte. Die stärksten Verluste verbuchte die FDP mit einem Minus von 6,2 Prozent. Die Liberalen entsenden nur noch zwei statt fünf Stadträte. Die in Jena ohnehin starken Grünen konnten ihr Ergebnis auf 11,6 Prozent leicht verbessern und stellen wie bisher fünf Vertreter. Die Piraten holten aus dem Stand zwei Sitze im Stadtrat bei einem Stimmenanteil von fast fünf Prozent. Bürger für Jena und die Partei Die Guten können wie bisher fünf beziehungsweise einen Stadtrat stellen.

Im finanziell gebeutelten Gera bleibt die Linke stärkste politische Kraft im Rat. Allerdings wird sie trotz leichter prozentualer Gewinne künftig nur 13 statt wie bisher 14 Stadträte stellen. Die CDU musste Federn lassen und erhielt nur noch zehn statt 13 Mandate. Dagegen konnte die Bürgerschaft Gera aus dem Stand sechs Sitze erobern. Für die ohnehin schwache SPD ging es in Gera nochmals nach unten in den einstelligen Prozentbereich, sie stellt in Zukunft nur noch vier statt sechs Stadträte. Verloren hat auch die FDP, die statt mit drei nur noch mit einem Stadtrat vertreten ist. Ein Mandat errangen die Piraten, die erstmals antraten. Die Grünen und die NPD holten wie schon 2009 jeweils zwei Sitze.

Kreistage: Erst die CDU und dann lange nichts

Im Saale-Orla-Kreis legte die CDU fast zweistellig zu und hat jetzt 19 Sitze und damit nahezu doppelt so viele wie die Linke (zehn Sitze) als zweitstärkste Kraft. Die SPD, die bis 2012 den Landrat gestellt hatte, büßte zwei Sitze ein und kommt auf acht Mandate. Für die FDP ging es wie im Bundes- und Landestrend nach unten. Die Liberalen können statt fünf nur noch zwei Vertreter in den Kreistag entsenden. Ihre sechs Mandate halten konnte die Wahlvereinigung UBV.

Im Kreis Saalfeld-Rudolstadt schadete der CDU die umstrittene Kandidatur des parteilosen Landrates Hartmut Holzhey auf der Liste der Christdemokraten nicht - im Gegenteil: Die CDU konnte ihren Stimmenanteil nochmals ausbauen und stellt wie bisher 15 Vertreter im Kreistag. Federn lassen mussten SPD (sieben Sitze/minus fünf Mandate) und FDP (zwei Sitze/minus zwei Mandate). Die Linke verlor ein Mandat und kommt nun auf neun Sitze. Die erstmals angetretene Listenverbindung Bürger für den Landkreis holte sechs Mandate, die NPD aus dem Stand drei. Die Grünen stellen zwei statt einen Vertreter im Kreistag.

Im Jenaer "Speckgürtel", dem Saale-Holzland-Kreis, konnte die CDU ihre Machtposition nochmals ausbauen und stellt künftig 17 statt wie bisher 16 Kreistagsabgeordnete. Zulegen konnte auch die Partei Die Linke, die elf statt zehn Vertreter entsendet. Die stärksten Verluste muss die FDP hinnehmen, deren Fraktion von fünf auf zwei Abgeordnete schrumpft. SPD und Bauernverband büßen jeweils einen Sitz ein. Dagegen werden die BI Holzland und die NPD erstmals im Kreistag vertreten sein mit vier bzw. zwei Abgeordneten.

Auch im Kreis Greiz wird die CDU künftig den Kreistag noch stärker dominieren. Die Partei baute ihren Anteil um drei auf 20 Sitze aus. Auf Platz zwei folgt mit neun (+1) Sitzen die Linke, die SPD büßt zwei Sitze ein auf sechs Mandate. Die FDP verliert sogar drei Sitze und ist nur noch mit einem Vertreter im Kreistag präsent. Die NPD hielt ihren Anteil von zwei Mandaten.

Ausnahme Altenburger Land

Eine Ausnahme bei den Ostthüringer Landkreisen bildet das Altenburger Land. Die CDU verteidigte zwar ihren Stimmenanteil und bleibt mit 15 Abgeordneten stärkste Fraktion. Die Linke, die hier mit Michaele Sojka seit 2012 die Landrätin stellt, legte jedoch um fünf Preozentpunkte zu und ist nun mit zwölf Abgeordneten im Kreistag vertreten. Die SPD verliert leicht von elf auf zehn Sitze, die FDP-Fraktion schrumpft von fünf auf zwei Sitze. Ein zweistelliges Ergebnis holten "Die Regionalen", die künftig fünf statt vier Vertreter in den Kreistag entsenden kann. Die NPD ist in diesem Kreistag nicht vertreten.

Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2014, 16:40 Uhr

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