Auszählung von Stimmen für die Wahl des Stadtrats in Erfurt.
Bildrechte: MDR/Katrin Fischer

Kommunalwahlen 2014 CDU bei Kommunalwahlen gestärkt - SPD mit Einbußen

Bei den Kommunalwahlen in Thüringen haben vor allem CDU und Linke zulegen können. Federn lassen mussten die SPD und die bundesweit gebeutelte FDP. Die Wahlbeteiligung ging leicht zurück - von 53,2 auf 51,4 Prozent.

Auszählung von Stimmen für die Wahl des Stadtrats in Erfurt.
Bildrechte: MDR/Katrin Fischer

Die CDU hat bei den Kommunalwahlen in Thüringen am meisten zugelegt und ihren Vorsprung auf Linke und SPD ausgebaut. Die Partei von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht kommt nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis thüringenweit auf 35 Prozent der Stimmen - fast zwei Prozentpunkte mehr als bei der Wahl vor fünf Jahren. Regional fiel das Ergebnis der Christdemokraten sehr unterschiedlich aus. Einen zweistelligen Zugewinn verbuchten sie im Saale-Orla-Kreis. Auch in den Landkreisen Gotha, Greiz und Nordhausen verbesserte sich die CDU klar. Im Eichsfeld kratzte sie wieder an der 60-Prozentmarke. In Gera hingegen gab es deutliche Verluste. In Weimar blieb das Ergebnis annähernd gleich, in Erfurt legen die Christdemokraten leicht zu.

Linke gewinnt in "ihren" Landkreisen und in Eisenach

Die Linke verzeichnet vor allem dort deutliche Zuwächse, wo sie 2012 Landrats- und Oberbürgermeisterposten erobern konnte. Bei der Stadtratswahl in Eisenach legte die Partei um acht Prozentpunkte zu, im Ilmkreis waren es sieben. In den Kreisen Nordhausen und Altenburger Land betrug der Zuwachs den Zwischenständen zufolge zwischen einem und fast vier Prozent. Landesweit verbesserte sich die Partei um 1,2 Prozentpunkte auf 21,9 Prozent .

SPD legt im Kyffhäuserkreis und in Schmalkalden-Meiningen zu

Die SPD büßte dagegen im Vergleich zu 2009 thüringenweit zwei Prozentpunkte ein und landete bei 18,3 Prozent. Zulegen konnten die Sozialdemokraten in Landkreisen, in denen sie 2012 neu in die Landratsämter eingezogen war. In Schmalkalden-Meiningen verbuchten sie Gewinne von acht Prozentpunkten, ebenso im Kyffhäuserkreis. In den meisten anderen Kreisen und kreisfreien Städten musste die SPD empfindliche Einbußen hinnehmen. Dazu gehört auch Erfurt, wo die Partei mit Andreas Bausewein den Oberbürgermeister stellt und zwei Mandate abgeben muss. Eine Ausnahme bildet Weimar, wo die Partei von 13,6 auf 18 Prozent zulegte und damit künftig zwei Stadträte mehr stellt.

Grüne in Jena und Weimar zweistellig - FDP sechs mal über fünf Prozent

Die Grünen haben ihre Hochburgen in den Universitätsstädten Weimar und Jena, wo sie mit 15 beziehungsweise elf Prozent zweistellige Ergebnisse erzielten. In Erfurt konnten sie ihren Stimmenanteil auf 9,7 Prozent ausbauen und damit ein Mandat im Stadtrat hinzugewinnen. Auch in Eisenach lagen die Grünen noch über der Fünf-Prozent-Marke und damit zugleich über ihrem landesweiten Ergebnis.

Der FDP gelang es in sechs Landkreisen, über die im Herbst bei den Landtagswahlen wichtige Fünf-Prozent-Marke zu klettern. Ihr bestes Ergebnis hatten die Liberalen im Unstrut-Hainich-Kreis mit 6,3 Prozent. Fast überall mussten die Liberalen jedoch Stimmen- und Mandatsverluste hinnehmen. So stellen sie in Jena künftig nur noch zwei statt fünf Stadträte, in Weimar und Erfurt einen statt drei.

Freie Wähler in Suhl und Gera am stärksten

Parteiunabhängige Wählervereinigungen erzielten thüringenweit zum Teil beachtliche Ergebnisse. In Suhl machten sie mit 23,4 Prozent der CDU fast noch den zweiten Platz streitig. In Gera kamen zwei konkurrierende Wählergemeinschaften auf zusammen 22 Prozent, in Saalfeld-Rudolstadt traten ebenfalls zwei Initiativen an und kamen auf 18 Prozent.

NPD in 16 Kreistagen und Stadträten

Die NPD zog in 16 Kreistage oder Stadträte kreisfreier Städte ein. In Eisenach, im Wartburgkreis und in Saalfeld-Rudolstadt stellt die rechtsextreme Partei jeweils drei Abgeordnete. In Erfurt und Weimar verteidigte die Partei ihre Einzelsitze.

Kyffhäuserkreis-Gemeinde wählt mit leeren Wahlzetteln

Die Wähler in Thüringenhausen im Kyffhäuserkreis wählten ihren Gemeinderat, obwohl die Stimmzettel leer waren. Die Hälfte der 96 Stimmberechtigten ging zur Wahl und schrieb die Namen ihrer Wunschkandidaten auf den Stimmzettel. Die sechs am häufigsten Genannten erhielten zwischen 18 und 41 Nennungen. Sie müssen nun sagen, ob sie die Wahl annehmen. In insgesamt 13 Thüringer Gemeinden gab es nach Angaben des Landeswahlleiters keine namentlichen Vorschläge auf den Stimmzetteln.

Bürgermeisterwahlen in 19 Gemeinden - vier Stichwahlen nötig

In 19 Thüringer Gemeinden gab es am Sonntag auch Bürgermeisterwahlen. In 15 davon setzte sich ein Kandidat im ersten Wahlgang mit der nötigen absoluten Mehrheit durch. In vier Kommunen kommt es am 8. Juni zur Stichwahl.

Mehr als 21.000 Bewerber für 9.000 Mandate

Zur Wahl standen in Thüringen die Kreistage und Stadträte der kreisfreien Städte sowie Gemeinderäte in 838 Kommunen. Zur Stimmabgabe waren rund 1,9 Millionen wahlberechtigte Einwohner Thüringens aufgerufen. Sie entschieden über die Vergabe von insgesamt 9.336 Mandaten in Kreistagen, Stadt- und Gemeinderäten. Um diese bewarben sich insgesamt 21.627 Kandidatinnen und Kandidaten. Gewählt wurden außerdem 19 Bürgermeister sowie 837 Ortsteil- und Ortschaftsbürgermeister.

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2014, 10:35 Uhr

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15 Kommentare

28.05.2014 09:17 Schmidt 15

Viel der Wahlergebnisse sind einfach nicht Repräsentativ!
Da sich viele Parteien den nutzen ihrer bekannten Gesichter bewusst sind und durch Scheinkandidaturen den Wähler betrügen!
Ein Beispiel dafür ist Erfurt, Herr Bausewein hat in Erfurt ca. 43000 Stimmen bekommen und wird sein gut Dotierten Oberbürgermeister Posten nicht für einen ehrenamtlichen Platz im Stadtrat aufgeben.
Somit gehen die Stimmen auf die SPD über und es kommen Kandidaten von der SPD mit weniger als 500 Stimmen in den Stadtrat. Wobei Kandidaten von anderen Parteien weit mehr als 500
Stimmen haben und es nicht in den Stadtrat damit schaffen.
Das ist für mich Wahlbetrug!!!

28.05.2014 09:07 Konstantin 14

Der Wähler hat die CDU gestärkt und die SPD abgestraft. Nun sollte sich die SPD mal fragen warum! Eine SPD, die einen Linken zum Ministerpräsidenten machen will, hält der Wähler anscheinend für überflüssig und nicht wählbar. Richtig so!