Nach Wahl zum Ministerpräsidenten Ramelow betont seine Unabhängigkeit von Bundes-Linken

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will im Bundesrat unabhängig von Forderungen seiner Bundespartei agieren. Er sei nicht der verlängerte Arm der Linken, wird der gebürtige Niedersachse in der "Bild am Sonntag" zitiert. Das habe er den Partei- und Fraktionschefs in aller Deutlichkeit gesagt. Außerdem betonte er, dass er sich nicht an parteipolitischen Debatten beteiligen werde.

Wahl sei Ende, nicht später Triumph der DDR

Der Spitzenkandidat der Partei Die Linke zur Landtagswahl Thüringen, Bodo Ramelow, steht am Pult der MDR-Sendung "Fakt ist". Er lächelt
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sieht sich nicht als verlängerten Arm seiner Bundespartei an. Bildrechte: MDR/Holger John

Nachdem er bereits in einem Interview mit der "Thüringischen Landeszeitung" die Aufarbeitung von DDR-Unrecht zur Chefsache erklärt hatte, kündigte er nun eine Erinnerungpolitik an, die Brücken bauen und versöhnen werde. "Meine Wahl besiegelt das Ende der DDR", so Ramelow auf die Frage, ob seine Wahl als später Triumph der DDR gewertet werden könne. Nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten könne die Linke über Fehler in der DDR viel deutlicher reden, so Ramelow.

Der 58-jährige Politiker war am Freitag in Thüringen zum ersten Ministerpräsidenten der Linken in Deutschland gewählt worden. Unmittelbar danach hatte er sich mit emotionalen Worten im Namen seiner Partei bei allen Menschen, die in der DDR unter Repressalien des SED-Regimes gelitten haben, entschuldigt.

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2014, 21:41 Uhr