Thüringen-Trend Rot-rote Koalition in Thüringen möglich

Obwohl sie nach wie vor stärkste Partei in Thüringen ist, muss die CDU um ihre Regierungsmacht bangen. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des MDR hat die SPD an Stimmen zugelegt. Zwar bleiben die Sozialdemokraten hinter der Linken weiter nur drittstärkste Kraft. Weil aber die kleinen Parteien schwächeln, ist eine rot-rote Regierungskoalition möglich.

Vier Monate vor der Landtagswahl in Thüringen hat die SPD in der Wählergunst leicht aufgeholt. Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts infratest-dimap im Auftrag des MDR kommen die Sozialdemokraten auf 19 Prozent der Wählerstimmen. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der letzten dimap-Umfrage im März. Die CDU kann ihre Position als stärkste Kraft weiter behaupten, verliert aber zwei Prozentpunkte und kommt auf 36 Prozent Prozent der Stimmen. Die Linke verharrt bei 28 Prozent. Im Vergleich zur Landtagswahl 2009 steht die CDU in der aktuellen Umfrage deutlich besser da (plus 4,8 Prozentpunkte), während Linke und SPD nur leichte Zugewinne um 0,6 beziehungsweise 0,5 Prozentpunkte erzielen.

Grüne gerade noch im Landtag, AfD nicht

Verluste verzeichnet die aktuelle Umfrage im Vergleich zum März hingegen bei kleinen Parteien. Demnach kämen die Grünen auf fünf Prozent (minus ein Prozentpunkt), die Alternative für Deutschland (AfD) hätte vier Prozent und würde damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. In der März-Umfrage hatte die AfD noch fünf Prozent der Stimmen erhalten. Die FDP verharrt bei zwei Prozent, die rechtsextreme NPD käme auf drei Prozent der Stimmen. Beide Parteien würden damit den Einzug in den Landtag verfehlen. Die Grünen verlieren im Vergleich zur Wahl 2009 1,2 Prozentpunkte, wären aber weiter im Thüringer Landtag vertreten.

ThüringenTREND 2014
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für eine künftige Regierungsbildung würde das Ergebnis bedeuten, dass eine Koalition von Linken und SPD ohne Beteiligung der Grünen möglich ist. Rot-rot hätte einen höheren Stimmenanteil als CDU und Grüne zusammen. Jedoch könnten auch CDU und SPD ihre Regierungskoalition fortsetzen, sie kämen zusammen auf 55 Prozent der Stimmen. Auch eine Koalition von Linken, SPD und Grünen wäre möglich, sie käme auf 52 Prozent der Stimmen.

Lieberknecht soll weiter regieren - Ramelow vielleicht auch

Recht diffus ist die Stimmungslage der Wähler bei der Frage, wer die künftige Regierung in Thüringen anführen sollte - zumindest in Bezug auf Linke und SPD. Würde der Ministerpräsident direkt gewählt und stünden hier die Spitzenkandidaten von CDU (Christine Lieberknecht), Linke (Bodo Ramelow) und SPD (Heike Taubert) zur Auswahl, käme Ramelow auf mehr Zustimmung als Taubert.

23 Prozent der Befragten könnten sich Ramelow als Regierungschef vorstellen, nur 16 Prozent votierten für Taubert. Klare Siegerin ist hier jedoch Lieberknecht mit 34 Prozent.

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Würde der Regierungschef direkt gewählt, läge Lieberknecht vor Ramelow und Taubert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei der Frage, welche Partei die nächste Regierung anführen sollte, ist das Ergebnis bei Linken und SPD umgekehrt: 27 Prozent der Befragten votierten für die SPD, 23 Prozent für die Linke. Die CDU bleibt aber auch hier klar an der Spitze: 37 Prozent der Befragten wünschten sich die Union als führende Partei in der Regierung. Käme es zu einer Regierungskoalition mit der Linkspartei als stärkstem Part – also rot-rot oder rot-rot-grün – wären die Wähler unentschieden bei der Frage, ob die Linke dann auch den Ministerpräsidenten stellen sollte: 46 Prozent der Befragten gaben an: "fände ich gut", 48 Prozent meinten: "fände ich nicht so gut". Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass Ramelow als Person mehr Zustimmung bei den Wählern genießt als seine Partei insgesamt.

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CDU soll die Regierung führen - oder doch Linke oder SPD? Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

CDU-Spitzenkandidatin Lieberknecht könnte sich bei einer Direktwahl auch voll auf ihre Wählerschaft verlassen: 66 Prozent der befragten CDU-Wähler würden sie zur Ministerpräsidentin wählen. Ähnlich hohe Werte erreicht Linke-Spitzenkandidat Ramelow, der bei einer Direktwahl auf die Stimmen von 61 Prozent der Linke-Wähler bauen könnte. Schwieriger hätte es hier SPD-Spitzenkandidatin Taubert. Nur 31 Prozent der SPD-Wähler würden ihr bei einer Direktwahl ihre Stimmen geben. Mehr Zustimmung bekommt Taubert hier bei den Grünen-Wählern, von denen 38 Prozent sie zur Ministerpräsidentin wählen würden.

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11 Kommentare

15.05.2014 09:34 Wahlvieh aus Westthüringen 11

Ich bin eigentlich ein konservativer Wähler auf allen Ebenen (kommunal, Land, Bund). Aber dieses Jahr werde ich so wählen, dass die CDU zur Erneuerung nach (fast) einem viertel Jahrhundert in die Opposition muss. Alleine die Starrheit und Unbeweglichkeit in der Frage der Verwaltungs- und Gebietsreform, das finanzielle Ausbluten der Gemeinden, welches den Grundsatz der kommunalen Selbstverwaltung verhöhnt und missachtet, bis hin zu den massiven personellen Unschicklichkeiten treiben mich dazu. Es wird eine Wahl zwischen Pest und Cholera - ich werde mich wohl für die Cholera entscheiden....

14.05.2014 14:13 fcbrwe 10

Leute glaubt ihr etwa das diese angeblichen
Umfragewerte Stimmen? Das wäre der größte
politische Witz, wenn die Kommunisten und
Sozis an die Macht kämen . Das würde bedeuten
das Thüringen seine eigenen [...] wählt .
[Schimpfwort gelöscht - MDR.DE_Redaktion]