Europawahl

Amtliches Endergebnis : Europawahl: CDU gewinnt in Thüringen vor Linken

Bei der Europawahl in Thüringen hat sich die CDU als stärkste Kraft behauptet, musste aber Verluste gegenüber 2004 hinnehmen. Starke Zugewinne verzeichnete hingegen die FDP. Im neuen Europaparlament werden voraussichtlich nur noch zwei Thüringer sitzen. Zurzeit schickt der Freistaat noch drei Vertreter.

CDU bleibt stärkste Partei

Die CDU ist aus der Europawahl in Thüringen als klarer Sieger hervorgegangen, hat aber gegenüber der Wahl von 2004 deutlich an Stimmen verloren. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kamen die Christdemokraten auf 31,1 Prozent der Stimmen. Das waren 6,7 Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren.

Verluste hat auch Die Linke erlitten. Sie erhielt 23,8 Prozent gegenüber rund 25,3 Prozent von vor fünf Jahren. Die SPD konnte hingegen leicht zulegen - von 15,4 auf 15,7 Prozent.

Deutliche Gewinne fuhr die FDP ein. Sie konnte ihr Ergebnis fast verdoppeln - von 4,2 auf 8,2 Prozent. Auch die Grünen legten zu. Sie kamen auf 5,8 Prozent (2004: 5,5). Alle anderen Parteien lagen deutlich unter fünf Prozent. Die meisten Stimmen erhielten hier die Familienpartei, die Republikaner, die Freien Wähler und die Tierschutzpartei.

Zwei Thüringer gehen nach Straßburg

Aus Thüringen werden voraussichtlich nur noch zwei Politiker in das Europaparlament einziehen. Dabei handelt es sich um den bisherigen CDU-Europaabgeordneten Dieter-Lebrecht Koch und die Linkspartei-Politikerin Gabriele Zimmer. Scheinbar nicht geschafft hat es der ehemalige CDU-Innenminister Christian Köckert aus Eisenach. Er wird auch nicht mehr bei der Landtagswahl am 30. August kandidieren. Auch der von der SPD aufgestellte Holger Poppenhäger wird nicht nach Straßburg gehen. Die CDU ist in Thüringen bei den Europawahl-Ergebnissen stärkste Kraft. Gefolgt von der Partei "Die Linke", SPD, FDP und Grünen.

CDU: Mehr Prozentpunkte wären schön gewesen

CDU-Landesgeschäftsführer und -Wahlleiter Andreas Minschke sagte nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse: "Ich hätte mir ein oder zwei Prozentpunkte mehr für die CDU gewünscht."

Der Spitzenkandidat der Linken für die Landtagswahl, Bodo Ramelow, sagte: "Wir haben unsere Werte stabilisiert und in Thüringen leicht nach oben geschoben. Das auf Bundesebene von manchen seiner Parteifreunde erhoffte Ergebnis im zweistelligen Bereich sei nicht erreicht worden. "Aber das hatte ich auch nicht erwartet." Als gutes Zeichen wertete Ramelow die überdurchschnittlich hohe Wahlbeteiligung in Thüringen.

SPD-Chef Christoph Matschie äußerte sich enttäuscht. "Wir sind nicht zufrieden, die Stimmung ist gedämpft." Er habe sich ein besseres Ergebnis erwartet. Da helfe es auch nichts, dass auch die CDU und die Linken Stimmen verloren hätten.

Die hohen Stimmengewinne für die FDP wertete Landeschef Uwe Barth als Signal, dass die Wirtschaftskompetenz der Liberalen gefragt sei. "Der FDP wird in der Krise getraut", sagte er.

Grünen-Landessprecherin Astrid Rothe-Beinlich sieht das Ergebnis ihrer Partei als Belohnung für den Wahlkampf. "Unser Slogan WUMS - Wirtschaft, Umwelt, menschlich, sozial - ist ja oft verlacht worden", sagte sie. "Aber er war erfolgreich." Die Grünen hätten im Gegensatz zu den anderen Parteien einen konsequent europäisch ausgerichteten Wahlkampf gemacht.

Gerstengrund und Kleinbockedra zählten am schnellsten

Die ersten Ergebnisse der Europawahl in Thüringen kamen bereits kurz nach Schließung der Wahllokale um 18:00 Uhr. Die Gemeinden Gerstengrund im Wartburgkreis und Kleinbockedra im Saale-Holzland-Kreis meldeten bereits um 18:12 Uhr ihre Ergebnisse. Von den 44 Wählern in Gerstengrund votierten 43 für die CDU. Eine Stimme ging an die FDP. In Kleinbockedra liegt die CDU mit 28,6 Prozent vor der Linken sowie SPD, FDP und Grünen. Jeweils eine Stimme erhielten hier die Familienpartei, die Tierschutzpartei und die Partei "Die Frauen".

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Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2009, 10:34 Uhr

Dieter-Lebrecht Koch

* 56 Jahre alt
* Architekt
* seit 1994 im Europaparlament
* gilt als Verkehrsexperte

Gabi Zimmer

* 54 Jahre alt
* in Berlin geboren
* kam Ende der 70er-Jahre nach Thüringen zum Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Suhl
* seit 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments
* Schwerpunkte: Sozial- und Gesundheitspolitik

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