Wartburg | Eisenach 310.000 Besucher sahen "Luther und die Deutschen"

Auf der Wartburg ist am Sonntag die Schau "Luther und die Deutschen" zu Ende gegangen. Mit etwa 310.000 Besuchern war sie die erfolgreichste der drei nationalen Sonderausstellungen zum Reformationsjubiläum. In diesen Wert wurden zudem die verkauften Online-Tickets und die Kombi-Tickets für die Sonderausstellungen nicht einberechnet. Mit 300 Exponaten aus fünf Jahrhunderten hatte die Schau gezeigt, wie Luther und die Reformation Kultur und Gesellschaft verändert haben. Für die Ausstellung seien isngesamt 1,8 Millionen Euro ausgegeben worden, sagte Burghauptmann Günter Schuchardt.

Es war die erfolgreichste Ausstellung, die wir je auf der Wartburg hatten.

Burghauptmann Günter Schuchardt

Mehr als ein Viertel der Gäste kam aus dem Ausland - so viele wie nie zuvor auf der Wartburg. Allen voran interessierten sich US-Amerikaner und Südkoreaner für die Reformation und den authentischen Luther-Ort. Mit jeweils rund zehn Prozent am Besucheranteil kamen ähnlich viele zahlende Gäste aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern wie aus Thüringen.

Stadt profitiert vom Reformationsjubiläum

Vom großen Zuspruch hat nicht nur die Burg profitiert, sondern auch die Stadt: Bis August verzeichnete Eisenach 16 Prozent mehr Übernachtungsgäste sowie 66 Prozent mehr Stadtführungen. Damit zeigte sich die Eisenacher Tourismuschefin Heidi Günther sehr zufrieden. Sie habe nur Positives von Hotels und Museen gehört, sagte sie MDR THÜRINGEN. Auch ins Bachhaus kamen 25 Prozent mehr Besucher - und im Lutherhaus waren jetzt schon eineinhalb mal so viele Gäste wie im gesamten Vorjahr.

Martin Luther war 1521 durch eine vorgetäuschte Entführung auf die Wartburg gelangt. Dort übersetzte er 1521 - getarnt als Junker Jörg - das Neue Testament ins Deutsche. Sein Wohn- und Arbeitsraum auf der Burg, die Lutherstube, ist seit Jahrhunderten Ziel unzähliger Pilger aus der ganzen Welt.

Auch in Wittenberg und Berlin gab es Sonderausstellung zum Jubiläum "500 Jahre Reformation": Mehr als 220.000 Besucher sahen sich die Schau "Luther! 95 Schätze - 95 Menschen" in Wittenberg an. In Berlin stand die Sonderausstellung unter dem Titel "Der Luthereffekt".

Besucher der Wartburg stehen mit Regenschirmen im Nebel auf dem Außengelände neben einem Schild in Form einer männlichen Silhouette, das auf die Sonderausstellung "Luther und die Deutschen" hinweist.
Trotz des neblig-trüben Wetters schauten sich etliche Besucher am Sonntag interessiert auf der Wartburg um. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Quelle: MDR THÜRINGEN, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. November 2017 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. November 2017, 14:16 Uhr

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10 Kommentare

06.11.2017 09:04 Realist2014 10

@Klarsichtauge: Deutschland und Thüringen machen schon seit einigen Jahren keine Schulden mehr und unser Land besteht nicht nur aus dem Thüringer Wald! Die Wartburgregion hat sicherlich schon davon profitiert, immerhin kamen so viele Touristen wie noch nie. Die Reformation ist zudem ein großes weltpolitisches Ereignis, das bei über 20 Millionen Evangelischen Christen in Deutschland am 500ersten Jahrestag durchaus auch mit staatlicher Unterstützung gefeiert werden darf. Da wird für andere Dinge und für weitaus kleinere Bevölkerungsgruppen weit mehr Geld jährlich „verschwendet“. Was die finanzielle Benachteiligung der Dörfer angeht, können wir uns bei der Landesregierung bedanken. Die will ja aber auch lieber Monstergemeinden und weniger kommunale Selbstverwaltung, das aushungern der Gemeinden hat daher vielleicht System. Mit den Kosten für das Reformationsfest hat das aber nichts zu tun. Oder glauben Sie, dass Ihr Dorf ohne das Jubiläum auch nur einen Cent mehr bekommen hätte?!

06.11.2017 06:55 Klarsichtauge 9

Rausgeworfenes Geld, hättet Ihr lieber das Geld den Armen geschenkt und der chaotischen Infrastruktur in Thüringen, hätte die Kirche ein besseres Werk vollbracht. Wahrscheinlich wie immer alles auf Steuerzahlerkosten, Schuldenmacherei und der Bürger darf zahlen!!!!!

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