Nabendeckel mit den Logos von Opel und Peugeot
Mit der Übernahme von Opel steigt der französische Peugeot-Konzern zum zweitgrößten Autokonzern Europas auf. Bildrechte: dpa

Milliardengeschäft Opel-Übernahme durch PSA perfekt

Der Zusammenschluss von Opel und Vauxhall mit dem französischen Autobauer Peugeot ist abgeschlossen. Die Beschäftigten von Opel in Eisenach sind noch bis Ende 2018 tariflich vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

Nabendeckel mit den Logos von Opel und Peugeot
Mit der Übernahme von Opel steigt der französische Peugeot-Konzern zum zweitgrößten Autokonzern Europas auf. Bildrechte: dpa

Der Zusammenschluss von Opel und Vauxhall mit dem französischen Autobauer Peugeot ist in trockenen Tüchern. Der französische Konzern gab am Dienstag den Abschluss der im März angekündigten Übernahme der ehemaligen GM-Tochter bekannt. Damit steigt der französische Peugeot-Konzern zum zweitgrößten Autokonzern Europas auf.

Opel hat nun 100 Tage Zeit, um einen Plan für die Restrukturierung des Europa-Geschäfts vorzulegen. PSA will mit der Übernahme von Opel näher an Europas Branchenprimus Volkswagen heranrücken.

Die Übernahme durch PSA kommt für Opel nach einem jahrelangen Auf und Ab mit seinem bisherigen Mutterkonzern GM. Die Franzosen sollen für das GM-Europa-Geschäft inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

Erklärtes Ziel bei dem Geschäft ist die Zusammenarbeit bei Einkauf, Fertigung und Entwicklung, die bis 2026 jährlich Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro bringen sollen. Anfang Juni hatte der Deal wichtige Hürden genommen. So hatten Betriebsrat und die IG Metall ihre Zustimmung für den Betriebsübergang der zum Verkauf stehenden Betriebsteile von der Adam Opel GmbH auf die neu gegründete Gesellschaft Opel Automobile GmbH gegeben.

Wirtschaftsminister Tiefensee sieht Übernahme als Chance

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sieht im Zusammenschluss von Opel mit dem französischen Autobauer Peugeot als Chance für die deutsche Traditionsmarke. Tiefensee sagte, Opel müsse sich eine starke Konzern-Position erarbeiten. Vorerst könnten die Beschäftigen in Eisenach aufatmen. Mit dem neuen Mokka gebe es für den Standort gute Perspektiven über das Jahr 2020 hinaus. Wichtig sei, dass dem Produktionsstandort Eisenach zusätzlich eine wichtige Rolle bei der Transformation hin zur Elektromobilität zugewiesen wird. Thüringen wolle - falls notwendig - im Rahmen von Forschungsverbünden finanzielle Unterstützung geben, sagte Tiefensee mit Verweis auf das Innovationszentrum für Mobilität in Ilmenau und die Duale Hochschule Gera-Eisenach.

In Eisenach bauen rund 1800 Beschäftigte die Kleinwagenmodelle Corsa und Adam. Allerdings gibt es in dem Werk durch Absatzschwankungen immer wieder Kurzarbeit. Die Beschäftigten von Opel sind noch bis Ende 2018 tariflich vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Die Übernahme der GM-Tochter Opel soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN | Das Radio | Nachrichten | 01.08.2017 | 09.30 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2017, 17:24 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Mehr aus der Region Eisenach - Gotha - Bad Salzungen

Mehr aus Thüringen