Unternehmen Steinbrück will Insolvenz beantragen Kein Doppelverkehr mehr im Gothaer Busstreit

Der Doppelbusverkehr im Landkreis Gotha ist beendet. Die Busse der Firma Steinbrück fahren seit Freitagmittag nicht mehr parallel zu den Bussen der Regionalen Verkehrsgemeinschaft Gotha (RVG).

Das bestätigte Unternehmensinhaber Wolfgang Steinbrück MDR THÜRINGEN. Nach seinen Angaben will er in der kommenden Woche Insolvenz beantragen, den Betrieb aber dennoch weiterführen. Vorerst soll kein Mitarbeiter entlassen werden. Steinbrück streitet seit Jahren mit der RVG um Geld für das Betreiben von Buslinien.

Zwei Busse fahren hintereinander in Gotha
Gleiche Linie - zwei Busanbieter Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Darum geht es in dem Streit

Grafik eines Reisebusses mit der Aufschrift "Steinbrück" und einem unglücklich schauendem Smiley auf der Frontscheibe, der zwei anderen Reisebussen gegenüber steht
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Busunternehmer Wolfgang Steinbrück und die RVG streiten seit fast zwei Jahren um die Bezahlung. Die RVG hält die Forderungen Steinbrücks für die Bedienung von Buslinien im Landkreis Gotha für zu hoch. Ende 2016 hatte die Gesellschaft deshalb den Vertrag gekündigt. Weil Steinbrück die Kündigung nicht für rechtens erachtet, fährt er seit acht Monaten weiterhin mit seinen Bussen.

Ende März hatte das Landgericht Erfurt dann entschieden, die RVG müsse die Leistungen Steinbrücks mit 700.000 Euro bezahlen - und auch die der anderen Unternehmen, welche die RVG mit dem Nahverkehr ab Januar 2017 beauftragt hatte. Ende März hatte die RVG Insolvenzantrag gestellt. Als Grund nannte sie drohende Zahlungsunfähigkeit, weil Steinbrück die RVG nach der Gerichtsentscheidung pfänden wollte.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15. September 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017, 16:14 Uhr

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12 Kommentare

17.09.2017 14:48 FRIERENDER FAHRGAST 12

Dieser ganze Hashtag gegen Steinbrück wurde durch unseriöse Berichterstattung mancher Medien losgetreten. Wegen der Veröffentlichung von Betriebsinterna wurde Herr Steinbrück angezeigt, die Presse darf das ? Das dies ein sehr komplexes Thema ist, ist unbestritten jedoch nur in Steinbrück den Schuldigen zu suchen, das ist der falsche Weg. Jeder Mensch hat Ecken und Kanten und darf auch Fehler machen.

17.09.2017 03:43 M 11

Von den 350.000 € Schulden, die Steinbrück bei den Stadtwerken hat, stammen lediglich 90000 aus 2017. Herr Steinbrück hat offensichtlich seit bereits 2016 keine Rechnung mehr bezahlt. Jedem normalen Kunden wäre das Gas viel früher abgedreht worden. Hier von einem Machtspiel zu sprechen ist daher völlig deplaziert.
Hinzu kommen 400.000 € Schulden wegen falsch verwendeter (vorsichtig ausgedrückt) Fördermittel. Meiner Meinung nach hat die alte CDU-Landesregierung die krummen Touren des Herrn Steinbrück lange gedeckt.
Das Herr Steinbrück es mit der Wahrheit nicht sehr genau nimmt, hat er bereits vor dem Busstreit gezeigt. In seiner Position als BDO-Präsident hat er behauptet, dass es im Busverkehr keine Subventionen gebe. Komischerweise streitet er um eben solche.

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