Nach Treffen in Ministerium Mehr Kameras für Wölfin geplant

Der von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund angekündigte Ausbau des Wolfs-Monitoring nimmt Gestalt an. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN werden rund um den Truppenübungsplatz Ohrdruf noch in diesem Monat zehn Kamera-Fallen fest installiert. Das ist das Ergebnis eines Treffens mit Thüringer Landesamt für Umwelt und Geologie, Naturschutzbehörden, Thüringer Naturschutzbund, Landesjagdverband und Weidetierhaltern am Mittwochabend im Umweltministerium.

Zuständig für die Installation ist der Thüringer Naturschutzbund. Der Vorsitzende Silvester Tamas, Koordinator des Wolfs-Monitoring im Auftrag des Umweltministeriums, sagte MDR THÜRINGEN, mit den Naturschutzbehörden Gotha und Ilm-Kreis werde derzeit nach geeigneten Standorten gesucht. Die Fotofallen sollen dort aufgestellt werden, wo es nur wenige Wanderer gibt, insbesondere in Wildwechselbereichen. Hinweisschilder werden Besucher auf die Kameras hinweisen.

Verschwiegene Bundesbehörde

Zusätzlich wird laut Umweltministerium der Bundesforst als Eigentümer des Truppenübungsplatzes bei Ohrdruf das Wolfs-Monitoring intensivieren. Das wollte der für den Truppenübungsplatz zuständige Bundesforstbetrieb Thüringen-Erzgebirge jedoch nicht bestätigen. Auf Anfrage von MDR THÜRINGEN hieß es, das seien vertrauliche Informationen, dazu gebe die Bundesbehörde keine Auskunft.

Wolf läuft in Fotofalle
Die Wölfin in ihrem Ohrdrufer Revier Bildrechte: NABU Thüringen

Immer noch nur eine Wölfin?

Das verstärkte Wolfs-Monitoring soll bis Jahresende weitere Erkenntnisse über das Verhalten der Ohrdrufer Wölfin und die mögliche Zuwanderung eines weiteren Wolfes erbringen. Nach Angaben des Naturschutzbundes beginnt im Herbst die Wanderungsbewegung der Wölfe, so dass es durchaus möglich ist, in nächster Zeit einen weiteren Wolf in Thüringen zu beobachten. Bisher deute jedoch weiterhin alles auf nur eine Wölfin hin, die das Truppenübungsgelände zu ihrem Revier erkoren hat. Jüngste Gen-Analyseergebnisse von Ende August zeigten zudem, dass es weiterhin keine Hybriden - also Kreuzungen zwischen Wolf und Hund - gibt.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13.09.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 20:07 Uhr

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4 Kommentare

14.09.2017 19:03 Bürgerin 4

Eine einzelne Wölfin richtet einen derartigen Schaden an?
Schon bemerkenswert.

14.09.2017 16:00 jackblack 3

Der arme Wolf- ist ja schlimmer als bei Unfällen auf der Autobahn

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